So könnte der „Integrative Spielplatz“aussehen, den die Stadt auf dem bestehenden Platz zwischen Huosiring und Ammerdamm verwirklichen will.
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So könnte der „Integrative Spielplatz“aussehen, den die Stadt auf dem bestehenden Platz zwischen Huosiring und Ammerdamm verwirklichen will.

Zwischen Huosiring und Ammerdamm

Ein Spielplatz ohne Barrieren

  • Magnus Reitinger
    VonMagnus Reitinger
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Für rund 100 000 Euro will die Stadt Weilheim den in die Jahre gekommenen Spielplatz zwischen Huosiring und Ammerdamm zu einem „Integrativen Spielplatz“ umgestalten. Die Planung ist fertig, doch vor einer Realisierung stehen erst mal schwierige Haushaltsberatungen.

Weilheim – Dass der städtische Spielplatz, der am südlichen Ortsrand direkt an der Ammer liegt, barrierefrei umgebaut werden soll, steht schon seit gut zwei Jahren fest. Nun legte das Stadtbauamt eine ausgearbeitete Planung vor, die in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung zwar nur kurz betrachtet, aber doch einhellig befürwortet wurde. Auch die für Spielplätze zuständige Stadtratsreferentin Petra Arneth-Mangano (SPD) begrüßt die Planung. Damit werde eine Lücke im Spielplatz-Angebot der Stadt geschlossen, sagte sie vergangene Woche im Stadtrat (siehe Kasten) – und erwähnte dabei auch, dass der Anstoß zu einem „Inklusiven Spielplatz“ vor drei Jahren von CSU-Stadträtin Alexandra Bertl kam.

Kosten auf rund 100.000 Euro geschätzt

Zum barrierefreien Umbau würde zum Beispiel eine Rutsche gehören, die über eine Rampe auch Kinder nutzen können, die auf den Rollstuhl angewiesen sind. Überhaupt setze das Konzept an vielen Stellen auf die Begegnung und das Miteinander von behinderten und nicht-behinderten Kindern, erklärte Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt-Sommer im Bauausschuss.

Das hat allerdings seinen Preis: Die Kosten der Umgestaltung werden auf rund 100 000 Euro geschätzt. Wobei Roppelt davon ausgeht, „mindestens 40 bis 50 Prozent“ davon über Zuschüsse abdecken zu können – unter anderem seitens der „Aktion Mensch“ und der BR-„Sternstunden“. Ob sich die Stadt den verbleibenden Rest aktuell leisten kann, entscheiden die Mandatsträger im Herbst bei ihren Beratungen über den Haushaltsplan 2022.

Arneth-Mangano hat außerdem angeregt, im Rathaus eine Liste möglicher und sinnvoller Objekte für verschiedene öffentliche Spielplätze zu erstellen – auf die zurückgegriffen werden soll, wenn Bauinvestoren für ihre Wohnneubauten keinen eigenen Spielplatz erstellen können. Auf diese Weise könne die Stadt bestehende Spielplätze bedarfsgerecht ergänzen, sanieren oder zusätzliche Spielplätze „an strategisch wichtigen Stellen“ neu einrichten. Sinnvoll könnten beispielsweise auch geeignete Geräte am neuen Busbahnhof („zum Zeitvertreib für wartende Kinder“) oder in der Fußgängerzone sein.

Umsetzung hat ihre Tücken

Der Bauausschuss hat einstimmig entschieden, eine solche Liste zu erarbeiten. Abstand nahm man hingegen von der Idee, eine städtische Satzung zu erlassen, nach der Bauherren auch eine Ablösezahlung leisten könnten, wenn sie einen eigentlich geforderten Spielplatz nicht schaffen können. Laut einer Neufassung der Bayerischen Bauordnung wäre ein solches Vorgehen – ähnlich wie bei der Stellplatzsatzung – nun grundsätzlich möglich.

Doch nach Ansicht des Stadtbauamtes hätte die Umsetzung ihre Tücken. So würde es dadurch schwieriger, einen geforderten Spielplatz auf einem Baugrundstück überhaupt noch durchzusetzen, warnte Bauverwaltungsleiter Manfred Stork. Und das wäre nicht im Sinne des Erfinders, wie man sich im Gremium einig war.

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