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Wandte sich an die Gäste: Susann Enders am Pult bei ihrer Begrüßung, links Alexander Hold. Ihm gegenüber sitzt Florian Streibl. 

Neujahrsempfang der Freien Wähler

Ein Stargast und Schelte für die CSU

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Weilheim - Bekannt ist er als TV-Richter, doch in Weilheim war Alexander Hold in anderer Funktion, nämlich als Bundespräsident-Kandidat der Freien Wähler. Er war der Stargast beim Neujahrsempfang des Kreisverbandes, aber nicht der einzige Redner.

Susann Enders, die Kreisvorsitzende der Freien Wähler (FW), war sichtlich stolz darauf, dass Alexander Hold zum Neujahrsempfang in den Saal des „Oberbräu“ gekommen war. In den hatten auch viele Repräsentanten von Vereinen und Parteien den Weg gefunden, darunter der Landrat von Garmisch-Partenkirchen Anton Speer und Otto Bußjäger, Vizelandrat von München-Land“. Doch ehe Enders Hold in einer Art Interview Gelegenheit gab, sich und seine politischen Einstellungen vorzustellen, ergriff sie selbst das Wort.

Sie setzte Tiefpunkten 2016 – dazu zählte sie die „verfehlte Flüchtlingspolitik der Bundesregierung“ und den „dreckigen Wahlkampf“ in den USA – Höhepunkte 2016 gegenüber. Als Höhepunkte bezeichnete sie, dass die Geburtshilfe an den beiden Krankenhäusern im Landkreis erhalten worden sei und dass durch den Bau der Berufsschule der Schulstandort Weilheim gestärkt werde.

Enders beklagte aber, dass Vorschläge der FW von der CSU vereinnahmt und als eigene ausgegeben werden. Als Beispiele nannte sie die Diskussion um die Wahlfreiheit von G8/G9. Die FW hätten 2014 das Volksbegehren dazu gestartet, jetzt stelle die CSU dies als ihre Errungenschaft hin. Und auch der von ihr persönlich über die FW eingebrachte Antrag an die Bundesregierung zu multiresistenten Krankenhauskeimen werde nun von Gesundheitsminister Herrmann Gröhe (CDU) als dessen Verdienst dargestellt, kritisierte sie. Nicht auf CSU und CDU, sondern auf die Stadtratsfraktion der BfW schoss sich Walter Weber, Sprecher der FW im Weilheimer Stadtrat, ein. Den BfW-Antrag, den Bau einer Dreifach-Turnhalle“ noch einmal zu prüfen, nannte er „plakativ und nicht ehrlich“, denn ein Plus von 1,9 Millionen Euro an Schlüsselzuweisungen sei angesichts der großen Aufgaben wie Hochwasserschutz zu wenig. „Da werden falsche Hoffnungen geweckt“, sagte Weber unter Beifall. Mehrfach Applaus gab es auch für den Landtagsabgeordneten Florian Streibl, der eine Erneuerung der Demokratie forderte. Demokratie sei mehr als Wahlen, sie sei vielmehr mit Werten und Wahrheiten verbunden wie Freiheit und Gleichheit. Demokratie müsse aber auch wehrhaft sein, so Streibl.

Alexander Hold (54), für den eine Formation der Stadtkapelle die Melodie aus der Fernsehserie „Das Königlich Bayerische Amtsgericht“ spielte, ist politisch als Stadtrat von Kempten und als Bezirksrat von Schwaben tätig.

Warum er nun für das Amt des Bundespräsidenten kandiere, wohlwissend, dass die FW in der Bundesversammlung nur elf von rund 1000 Stimmen haben, begründete er so: Er tue dies aus dem gleichen Motiv wie jemand, der sich für einen hinteren Platz auf einer Gemeinderatsliste aufstellen lasse. Weil es zur Demokratie gehöre, eine Wahl zu haben. Zudem plädierte er für die Direktwahl des Bundespräsidenten.

Wenn er Bundespräsident wäre, würde er sich dafür einsetzen, „dass wir ein wenig unperfekter sind“. Viele Regelungen auch bei Integration, Inklusion oder Naturschutz würden zu eng gesehen. Als Beispiel nannte er die Forderung nach eigenen All-Gender-Toiletten für Leute, die sich auf dem Frauen- wie dem Männer-WC unwohl fühlen. Anderswo reiche eine Toilette für Männer wie Frauen, sagte er, und niemand störe sich daran.

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