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Besonderen Glanz entfaltete die renovierte Dreifaltigkeitskirche beim ökumenischen Abendlob am Samstag mit Dekan Axel Piper und Stadtpfarrer Engelbert Birkle, als Joachim Heberlein nach und nach die Kerzen entzündete. 

Spitalkirche 

Eine „eigene Stadtkirche“ im besten Licht

Weilheim – Mit dem Satz „Weilheim hat sogar eine eigene Stadtkirche“,  unterstrich Dekan Axel Piper die Bedeutung des wiedereröffneten Gotteshauses. In der Spitalkirche wurde  nach elf Monaten Schließung am Samstagabend erstmals wieder ein Gottesdienst gehalten.

200 Menschen kamen zu der ökumenischen Feier; viele Besucher mussten mit Stehplätzen vorlieb nehmen. Jung und Alt waren gleichermaßen vertreten. Neben einer Seniorin im Rollstuhl stand ein junger Bursche, der mit dem Skateboard zum Abendlob gekommen war.

Der evangelische Posaunenchor eröffnete die Feier mit einem Stück aus der „Feuerwerksmusik“. Dr. Joachim Heberlein, Motor der Restaurierung dieses Kleinods, gab einen ausführlichen Rückblick auf die wechselvolle Geschichte der 1826/27 wiedererbauten Spitalkirche und die jüngste Restaurierung. Nach einer gründlichen Bestandsaufnahme wurde bis 2015 der Dachstuhl ertüchtigt. Es folgte die weitere Außensanierung. Seit Februar 2016 war die Kirche zugesperrt. Die gesamte Ausstattung wurde gereinigt und restauriert. „Nun ist die Renovierung vollendet“, sagte Heberlein erleichtert. Er erwähnte auch, dass zuletzt zwei Wochen lang seine Mutter und andere Verwandte das Gotteshaus gründlich geputzt haben.

Während der Ansprache blieb die Kirche dunkel; nur der Tabernakel am Hochaltar war hell erleuchtet. Nach der Rede wurde in der Abenddämmerung das Licht von der Osterkerze genommen und an andere Kerzen übertragen – zum Lichtgesang des Weilheimer Chorkreises. Dazu wurde auch das Licht im Chorraum und im Kirchenschiff angeschaltet – was die Altäre, aber auch die quadratischen Deckenbilder in der sonst vorwiegend im klassizistischen Weiß gehaltenen Raumschale ins rechte Licht rückte.

Der katholische Stadtpfarrer Engelbert Birkle eröffnete die Liturgie und dankte allen, die zur Restaurierung beigetragen haben. Er feierte das ökumenische Abendlob zusammen mit dem evangelischen Dekan Axel Piper – der herausstellte, dass Weilheims Stadtkirche inmitten zweier Pfarrkirchen liege, zwischen der evangelischen Apostelkirche und der katholischen Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt. Auch dieses Kleinod sei ein Hinweis darauf, „dass Gott da ist“.

Bürgermeister Markus Loth bezeichnete die Dreifaltigkeitskirche beim Heilig-Geist-Spital nach vollendeter Restaurierung als „besonders gelungenes kulturelles Denkmal“, er dankte den Architekten Bartel & Maus (München) und den Handwerkern. Die Sanierung kostete 1,6 Millionen Euro. Loth erwähnte neben dem Aufwand für die Stadt Weilheim auch den Beitrag mehrerer Stiftungen und drückte die Hoffnung aus: „Möge die Heilig-Geist-Kirche weitere Jahrhunderte bestehen.“ In dem Gotteshaus werden nun jede Woche zwei Messen gehalten. Das erklärte Stadtpfarrer Birkle bei einem Essen im Bürgerheim, das sich an die ökumenische Feier anschloss.

Johannes Jais

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