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Der doppelte Pickal: Bei der Verabschiedung des scheidenden Schulleiters waren dabei (von links) Bürgermeister Markus Loth, stellvertretende Landrätin Regina Bartusch, Peter Pickal, Doppelgänger Tristan Waschkowitz, Elternbeiratsvorsitzende Gloria Alfaro-Vega, Ministerialbeauftragter Ernst Fischer und Konrektor Klaus Förster. 

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„Lebenslänglich“ für den scheidenden Rektor

Einen warmherzigen Abschied haben Schüler, Lehrer, Mitarbeiter und Ehrengäste dem Direktor der Weilheimer Realschule, Peter Pickal, bereitet – und ihn dabei auch ein wenig aufs Korn genommen.

Weilheim – „Der Peter wird’s schon richten, der Peter macht das schon“, sang das Lehrerkollegium vor zahlreichen Gästen zum Ende der über zweistündigen Abschiedsfeier im Festsaal und meinte damit auch das Engagement des Pädagogen, das weit über seine Aufgaben als Direktor hinausging: So soll sich Pickal, der offiziell zum 31. Juli in Ruhestand geht, auch um verstopfte Klos gekümmert haben. In der vielbeklatschten Aufführung der „English Drama Group“, wurde Pickal dargestellt als zeitungslesender, etwas zerstreuter Lehrer, der auch über die ein oder andere Verfehlung seiner Schüler hinweggesehen habe.

Sehr persönlich geriet auch die Abschiedsrede von Ernst Fischer, Ministerialbeauftragter für Realschulen in Oberbayern-West. Denn beide kennen sich seit Jahrzehnten, waren Ministranten und später Realschullehrer in Freising, der Heimatstadt von Pickal. Der schnappte Fischer zunächst die Stelle in der Domstadt weg, ehe sich beide in Geisenfeld (Landkreis Pfaffenhofen) wiedertrafen, wie Fischer mit einem Schmunzeln bemerkte. Später ging Pickal nach Weilheim, Fischer gleichzeitig ans Ministerium. „Pickal wollte nie wirken, sondern immer etwas bewirken.“ Er habe sich als Mensch – sich seiner Fehler bewusst – nie verbiegen lassen und lieber in der zweiten Reihe gestanden. Stellvertretende Landrätin Regina Bartusch – der Landkreis ist Sachaufwandsträger für Realschulen – würdigte den 65-Jährigen als Menschen, der Neuerungen gegenüber aufgeschlossen gewesen sei und diese stets entschlossen verfolgt habe. Als „Pädagogen mit Leib und Seele“ bezeichnete Bürgermeister Markus Loth den scheidenden Rektor, der dank seiner besonnenen Art ein gutes Schulklima geschaffen habe und sich für Projekte wie die Ausrichtung der bayerischen Realschul-Theatertage 2016 ebenso eingesetzt habe wie für die Arbeit der „Energiespargruppe 50/50“ an der Schule.

Loth überreichte ihm die Große Silbermünze der Stadt. Auch von Kollegen, Schülern und Elternbeirat gab es Geschenke für den Fast-Pensionär, der das Wandern und Radeln liebt. „Lebenslänglich“ gab es zum Beispiel von der „English Drama Group“ – ein Leben lang freien Eintritt zu all deren Aufführungen.

Während seiner sieben Jahrer in Weilheim blieb Pickals Familie in Freising wohnen, er führte eine Wochenendbeziehung mit seiner Frau. Bei ihr bedankte sich Pickal auch in seiner Abschiedsrede, ebenso bei Kollegen, Mitarbeitern und dem Elternbeirat. Es sei nicht immer einfach gewesen, pubertierende Jugendliche auszuhalten. „Aber man muss sie mögen, so wie sie sind“, so Pickal, der nichts von „Pädagogik mit dem erhobenen Zeigefinger“ hält.

Bei der Feier erwiesen auch das Musik-Ensemble der Schule, der Schulchor sowie die Schüler Raphael Schirmer und Hanna Schirmer dem scheidenden Rektor ihre Referenz. Durchs Programm führte Konrektor Klaus Förster. Nachfolgerin von Peter Pickal wird Sabine Kreutle, bislang Schulleiterin in Göggingen. Johannes Thoma

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