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Symbolfoto.

Bei Einsatz am Frischanger

Gaffer und Anwohner behindern Feuerwehr

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Weilheim - Diesen Einsatz wird Kommandant Konrad Bischel nicht so schnell vergessen. Gaffer und Anwohner behinderten am Frischanger die Rettung eines Menschen.

Es sollte ein „normaler“ Rettungseinsatz werden, aber was Konrad Bischel, Kommandant der Feuerwehr Weilheim, und seine Kameraden am Freitag erlebten, war alles andere als gewöhnlich. Schuld daran waren die Bewohner eines Hauses am Frischanger.

Eigentlich sollte die Weilheimer Wehr am vergangenen Freitag zu einer Übung ausrücken, doch kurz nach 18 Uhr wurde sie von der Integrierten Leitstelle Oberland angefordert. Am Frischanger hatte sich eine Person durch einen Sturz in einer Wohnung im zweiten Stock schwer verletzt. Zum schonenden Transport war eine Rettung mittels der Drehleiter erforderlich. „Unerfreulich waren die Begleiterscheinungen dieses Einsatzes“, so Bischel in einer Mitteilung. So verweigerten Bewohner den Rettungskräften, durch ihre Wohnung zu gehen, um den Weg erheblich zu verkürzen. Andere machten laut Kommandant mit ihren Smartphones Aufnahmen der verletzten Person auf der Drehleiter, und wieder andere forderten während des laufenden Einsatzes vehement, den Rettungswagen wegzufahren, da sie einen Termin hätten oder nach Hause müssten.

„Solches Verhalten von Mitbürgern häuft sich in letzter Zeit leider immer mehr“, hat der Feuerwehrkommandant festgestellt. Ebenso Beschwerden von Bürgern, die sich über Übungen oder sonstige Aktivitäten der Feuerwehren oder sonstige Rettungsdienste beschweren.

Bischels Erfahrung hat Kreisbrandrat Dr. Rüdiger Sobotta, der seit 40 Jahren bei der Feuerwehr ist, nicht gemacht. Dass sich solche Fälle, wie Bischel sie jetzt erlebt hat, häufen, hält er für eine „subjektive Einschätzung“. Sobotta selbst erinnert sich an eine Begebenheit, als der Rettungshubschrauber auf der Straße landen musste und sich ein Mann darüber beschwerte. „Er hat sich aber am nächsten Tag entschuldigt“, sagt der oberste Feuerwehrler im Landkreis. Die Leute würden sich vor allem über Straßensperrungen aufregen. „Da ist auch mal einem Feuerwehrler über den Fuß gefahren worden“, so Sobotta. Den Fahrer habe man angezeigt. „Grundsätzlich versuchen wir jedoch, deeskalierend zu wirken“, sagt der Kreisbrandrat.

Einen „signifikanten Anstieg“ von Gaffern oder Behinderungen bei Einsätzen kann auch Michael Zinkl von der Weilheimer Polizei nicht feststellen. Sicherlich habe sich die Situation mit der Einführung des Smartphones verändert, aber es sei auch ein Unterschied, ob sich der Unfall auf der „Straße nach Peißenberg ereignet oder auf der dreispurigen Autobahn“, so Zinkl. Und wenn die Feuerwehr Gaffer bemerke, „zieht sie die Decke hoch“.

Die Weilheimer Feuerwehr, die mit vier Leuten und zwei Fahrzeugen ausgerückt waren, konnten ihren Einsatz übrigens um 18.45 Uhr erfolgreich beenden.

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