+
Mit seinem eTuktuk ist Ludwig Merz – hier mit Beifahrerin Sali Napishvili aus Tiflis – von Thailand nach Europa gefahren. 

160 Elektrofahrzeuge auf dem Marienplatz

Vom Roadster bis zum Tuktuk

Weilheim - 160 Elektrofahrzeuge waren am Sonntag auf dem Marienplatz zu sehen. Wie schon in den Vorjahren, in denen die Rallye „eRUDA“ (elektrisch rund um den Ammersee) in Weilheim Station machte, waren neben vielen Serienprodukten auch wieder Exoten dabei.

 Den weitesten Weg hatte das eTuktuk von Ludwig Merz zurückgelegt. Er hatte das Gefährt während eines Studiums in Thailand gekauft und ist damit 20 000 Kilometer durch 16 Länder gefahren, um nach Europa zu kommen. Vier Monate hat er dafür gebraucht, wobei ihm die Solarzellen bei schönem Wetter 50 Kilometer zusätzliche Reichweite brachten. Der Berliner ist so begeistert vom elektrischen Fahren, dass er jetzt einen Internethandel für Elektrofahrzeuge gründet.

Viel bestaunt wurde auch der Roadster, den Martin Mathis gebaut hat. Der Schweizer will in seiner Firma eine Kleinserie von dem extravaganten Fahrzeug auflegen. Mit einem Preis von 36 000 Franken soll es erschwinglich bleiben.

Auch bei den Motorrädern ist der Elektroantrieb im Kommen, wie der Software-Entwickler Christian Jog aus Esslingen feststellt. Für 9000 Euro bekomme man ein gutes gebrauchtes eMotorrad. Er habe mit seiner „Zero SR“ schon eine 4000 Kilometer lange Tour bis nach Sylt und in die Schweiz gemacht, dies sei mit dem elektrischen Antrieb kein Problem. Bei der „eRUDA“ kamen aber auch die Autofahrer unter den zahlreichen Besuchern auf ihre Kosten. Mehr als ein Dutzend alltagstaugliche Serienmodelle – mit Preisen von 17 000 bis 100 000 Euro – konnten in der Fußgängerzone besichtigt werden.

Einen „Nissan Leaf“ fährt Milan Rajchl, der an der Rallye teilnimmt, seit es diese gibt. Dafür reiste er über 900 Kilometer aus dem mährischen Ostrau an. Der Rentner fährt sein eAuto aus Überzeugung. „Immer mehr Öl zu brauchen, ist der falsche Weg. Es ist auch nicht gut, Kriege um Öl zu führen“, so Rajchl. Aber auch die Kosten sind für ihn ein wichtiger Grund, um elektrisch zu fahren. In den vergangenen zehn Jahren habe er über 100 000 Kilometer zurückgelegt – und dabei rund 10 000 Euro gespart, weil die Betriebskosten eines eAutos deutlich niedriger seien als die eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor. Deshalb sieht Rajchl die Zukunft des Automobils elektrisch. Auf seinem T-Shirt trägt er den Aufdruck: „Tati, co je to, benzín?“ Zur Erklärung meint er: „Das ist eine Frage, die Kinder bald stellen werden: ,Papi, was ist das, Benzin?’“

Alfred Schubert

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

„Dorfbewegung“ jetzt auch mit Männern
In Pähl tritt „Die Dorfbewegung“ erneut zu den Kommunalwahlen an. Diesmal  stehen auch  Männer auf der Liste.
„Dorfbewegung“ jetzt auch mit Männern
Weilheim: Über 600 Besucher wollen Bürgermeister-Kandidaten hören
Viele Ideen für Weilheims Zukunft waren am Dienstagabend in der Stadthalle zu hören: Sieben der acht Bürgermeisterkandidaten stellten sich bei der Podiumsdiskussion der …
Weilheim: Über 600 Besucher wollen Bürgermeister-Kandidaten hören
Brückenschlag beim Ammer-Radweg - Oberhausen und Peißenberg freuen sich
Es sieht gut aus für den Radweg zwischen Oberhausen und Peißenberg. Das Landratsamt unterstützt den Bau einer Brücke über die Ammer – und stellt den Kommunen eine …
Brückenschlag beim Ammer-Radweg - Oberhausen und Peißenberg freuen sich
Erstmals seit Jahrzehnten: Iffeldorf macht Schulden - für den Wohnungsbau
Erstmals seit Jahrzehnten wird Iffeldorf nicht mehr schuldenfrei sein. Die Gemeinde plant heuer, ein 1,2-Millionen-Euro-Darlehen aufzunehmen, um den eigenen Wohnungsbau …
Erstmals seit Jahrzehnten: Iffeldorf macht Schulden - für den Wohnungsbau

Kommentare