Lichtdurchflutet, riesengroß und CO2-neutral: So soll der Neubau von Medele-Schäfer am Ortseingang aus Richtung Marnbach in Zukunft aussehen.
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Lichtdurchflutet, riesengroß und CO2-neutral: So soll der Neubau von Medele-Schäfer am Ortseingang aus Richtung Marnbach in Zukunft aussehen.

Spatenstich an der Deutenhausener Straße

Riesiges neues Autohaus entsteht am Ortseingang von Weilheim - es wird topmodern und CO2-neutral

  • Sebastian Tauchnitz
    VonSebastian Tauchnitz
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Pünktlich zum 100. Geburtstag der Firma Medele machte sich der Weilheimer Mercedes-Händler gestern selbst ein Geschenk: Der Spatenstich für den Neubau an der Deutenhausener Straße gab den offiziellen Startschuss für die größte Investition der Firmengeschichte.

Weilheim – Seniorchef Hans Medele erinnert sich noch gut: Groß war die Skepsis, als die Planungen für den Glaspalast direkt an der B 2 vorgestellt wurde. „Als der Bau dann 1997 eingeweiht wurde, haben die Weilheimer gesehen, dass da ein architektonischer Meilenstein entstanden ist“, sagte Medele gestern. Und auch der Neubau an der Deutenhausener Straße soll wieder ein solcher Meilenstein werden.

Für die Firma Medele-Schäfer, 2018 durch die Fusion zweier großer Autohaus-Ketten entstanden, war der Neubau eine Frage des Überlebens, stellt Hans Medele klar. Autohersteller Mercedes erwarte, dass alle Vertragshändler bis Ende 2022 das neue „REX“-Konzept umsetzen, das erhebliche Anforderungen an die Ausgestaltung und Ausstattung der jeweiligen Autohäuser stellt. Wer sich dem entziehe, dem drohe der Verlust des Status’ als Vertragshändler.

Mit den bisherigen Liegenschaften – die Weilheimer Filiale von Medele-Schäfer verteilt sich bisher auf vier verschiedene Standorte in der Kreisstadt – seien diese Auflagen nicht zu erfüllen gewesen, so Medele.

Der lange Weg zum neuen Bauplatz

Deswegen haben er, vor allem aber sein Sohn Johannes und dessen Geschäftsführerkollege Peter Schäfer, in den vergangenen zweieinhalb Jahren unermüdlich dafür gekämpft, dass der Autohaus-Neubau an der Deutenhausener Straße auch wirklich Realität werden kann.

Ein hartes Stück Arbeit sei das gewesen, das betonten alle Redner beim gestrigen Spatenstich. Arbeit, die nur zum Erfolg führte, weil sich Weilheims Bürgermeister Markus Loth und Landrätin Andrea Jochner-Weiß „immens eingesetzt hätten“. „Das Amt des Bürgermeisters ist nicht vergnügungssteuerpflichtig“, sagte Geschäftsführer Peter Schäfer. Er beklagte die „autofeindliche, mittelstandsfeindliche Debatte“ in Teilen des Stadtrats und erinnerte daran, dass das Unternehmen in Weilheim rund 100 Mitarbeitern Lohn und Brot gebe.

Prominenter Bautrupp: Nachdem die Vorarbeiten bereits seit einigen Wochen laufen, fand gestern ganz offiziell der erste Spatenstich für den Neubau von Medele-Schäfer an der Deutenhausener Straße statt.

Darunter bis vor wenigen Monaten auch dem Mann von Landrätin Andrea Jochner-Weiß, wie sie in ihrem Grußwort sagte. Und auch sie selbst habe lange für Hans Medele gearbeitet, „weil ich so gut Steno konnte“, wie sie verriet. Seit 20 Jahren habe sie die Firma bei ihrer Suche nach einem neuen Standort unterstützt. Auch, „weil wir alle lernen müssen, miteinander zu leben. Als Radfahrer, Autofahrer, E-Auto-Fahrer. So viele Busse und Bahnen, dass hier alle mit dem ÖPNV hinkommen, können wir gar nicht auftreiben“, sagte sie weiter.

Trotz kritischer Zwischentöne überwog aber an diesem sonnigen Spätsommertag die Freude beim Spatenstich. Freude darüber, dass man sich schlussendlich mit dem Grundstücksbesitzer handelseinig wurde, aber auch darüber, dass „wir doch in Weilheim bauen und nicht in Wielenbach, wie zwischenzeitlich zur Debatte stand“, wie Hans Medele sagte.

Verkauf auf zwei Ebenen und papierlose Werkstatt

Vor allem aber war die Veranstaltung geprägt von der Vorfreude auf das, was da bis Ende kommenden Jahres entstehen soll: Ein topmodernes, riesiges neues Autohaus. Mit 5000 Quadratmetern Nutzfläche im Inneren, Verkauf auf zwei Etagen, einer Drive-In-Servicelobby, wo die Kunden ihre Fahrzeuge im Warmen und Trockenen abgeben, wo komplett digital und papierfrei gearbeitet werde. Ein CO2-neutraler Neubau mit Solar- und Gründächern und einer „parkähnlichen Anlage in Richtung Stadt“, wie Geschäftsführer Johannes Medele versprach. Alles in allem investiert das Unternehmen einen „zweistelligen Millionenbetrag“ am Standort Weilheim, um sich fit zu machen für die Zukunft, wie Hans Medele berichtete.

Die heute genutzten Autohaus-Standorte an der B2 – darunter auch der eingangs erwähnte „Glaspalast“ – sollen nach dem Umzug des Unternehmens an die Deutenhausener Straße verpachtet werden, sagte er weiter. Lediglich der Abschleppdienst bleibe am heutigen Ort. Das Autohaus in Peißenberg sei ohnehin nur gemietet.

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