Susann Enders Freie-Wähler-Abgeordnete
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Susann Enders Freie-Wähler-Abgeordnete

„Mir geht‘s gut“

Nach Kritik von Kollegen: Landtagsabgeordnete der Freien Wähler äußert sich zu Corona-Vermutungen

  • Boris Forstner
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Scharfe Kritik hatte ein Penzberger Kreisrat an einer Kollegin geübt. Nun äußert sich die betroffene Politikerin, die auch für die Freien Wähler im Landtag sitzt, zu den Corona-Vermutungen.

Landkreis – Mit Vehemenz hatte die Weilheimer Freie Wähler-Landtagsabgeordnete und -Generalsekretärin Susann Enders vor Wochen ihren Parteichef Hubert Aiwanger verteidigt, als es um die Offenelegung seines Impf-Status ging. Das sei eine Frechheit gewesen, sagte sie damals. Jetzt steht Enders plötzlich selbst im Zentrum der Debatte, als es um ihren eigenen Impfstatus und einer angeblichen Corona-Erkrankung ging, über die der BR berichtet hatte und die der SPD-Kreisrats Hans Mummert aufgegriffen hatte.

Jetzt meldete sich Enders zu Wort – nicht erbost wie damals bei Aiwanger, sondern mit Ironie. „Als Landtagsabgeordnete bin ich es gewohnt, um unterschiedliche Meinungen zu kämpfen oder in langen Diskussionen den eigenen Standpunkt zu vertreten. Doch seit vergangener Woche habe ich gelernt: Wenn ich wissen will, wie es mir persönlich geht, muss ich nur um 18.30 Uhr die Bayern-Rundschau einschalten oder am kommenden Tag die Zeitung lesen“, schreibt sie.

Keinerlei Auskunft zu persönlichen Gesundheitsdaten

Ihren Angaben nach habe sie am Mittwoch vergangene Woche einen Anruf einer BR-Journalistin zum Thema Corona erhalten. Sie habe gesagt, dass die Freien Wähler unter anderem für das Testen aller Bürger, geimpft wie ungeimpft, plädieren. „Aber es stellte sich schnell heraus, dass wiederholt die Fragen gestellt wurden: Ist Enders geimpft? Ist Enders gesund? Hat Enders Corona?“, schildert die Abgeordnete.

Sie habe darauf deutlich klargestellt, dass sie keinerlei Auskunft zu ihren persönlichen Gesundheitsdaten gebe – und trotzdem habe der BR berichtet, dass sie laut Angaben Dritter wohl nicht geimpft sei und aktuell wohl an Corona erkrankt sein soll. Es folgte die gleichlautende Meldung im Münchner Merkur mit Bezug auf den BR, „und als ich dachte, es geht nicht mehr schlimmer, folgte am Dienstag auf der Titelseite der Heimatzeitung der Vorwurf von Altbürgermeister Mummert aus Penzberg. Das schlägt nun wirklich dem Fass den Boden aus“, so Enders.

Allen, die nur noch zwischen Geimpften und Ungeimpften unterscheiden, empfehle sie, wieder die Menschen zu sehen, die infektiös, nicht-infektiös, gesund oder krank sind. „Mir geht es übrigens gut“, schrieb sie gestern aus der Kreistags-Klausurtagung. BORIS FORSTNER

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