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Neues Domizil, neue Aufgaben: Im Sommer 2015 war der 15-Millionen-Euro-Neubau der Stadtwerke fertig. Mit den Gas- und Stromkonzessionen hat sich das Kommunalunternehmen breiter aufgestellt. Jetzt wird mit den Leitungsbesitzern über die Übernahme verhandelt. 

Energieversorgung in Weilheim

Weilheimer Stadtwerke beliefern die Stadt

Weilheim - Das Kommunalunternehmen "Stadtwerke" setzte sich bei Vergabe der Konzessionen für Strom und Gas durch. Die Netzentgelte sinken wohl.

Die Stadt Weilheim hat einen neuen Vertragspartner für die Strom- und Gaskonzession: Die 100-Prozent-Tochter der Stadtwerke Weilheim (SWE), die "Stadtwerke Weilheim in Oberbayern Energie GmbH",  erhielt für beides für die nächsten 20 Jahre den Zuschlag. Dies beschloss am Dienstagabend der Konzessionierungsausschuss jeweils einstimmig. Bisher betrieben „Bayernwerk“ das Stromleitungs- und „Energie Südbayern“ das Gasnetz.

Nachdem die Verträge mit beiden Unternehmen heuer auslaufen, waren die Konzessionen neu ausgeschrieben worden. Als Grundlage für die Entscheidung diente eine Auswertung, die die Münchener Kanzlei „Becker Büttner Held“ in der öffentlichen Sitzung vorstellte. Punkte erhielten die drei Bewerber für eine sichere, preisgünstige, effiziente und verbraucherfreundliche Energieversorgung. Außerdem spielte die Umweltfreundlichkeit und der Einsatz erneuerbarer Energien eine Rolle. Beim Strom erzielten die Stadtwerke 985 von 1000 Punkten, die beiden Mitbewerber, die nicht genannt wurden, kamen laut Verwaltung auf 940 und 886 Punkte. Auch beim Gas lag das Kommunalunternehmen vorn: Und zwar mit 984 Punkten vor den Mitbewerbern, die 893 und 868 Punkte erzielten.

Laut Stadtkämmerer Christoph Scharf ändert sich für die Bürger zunächst nichts. Strom und Gas werden unterbrechungsfrei weiter geliefert. Der Übergang – Kauf der Leitungen und Netztrennung – wird von der Verwaltung abgewickelt. Langfristig wird es nach Einschätzung von Scharf Vorteile für die Verbraucher geben. Da die Stadtwerke vor Ort sind, könne schneller reagiert werden, etwa beim Bau von Anschlüssen. Außerdem würden die Netzentgelte, die beim Strom derzeit rund 22 Prozent der Kosten ausmachen, voraussichtlich sogar leicht sinken.

Mit der Konzessionsvereinbarung gestattet eine Kommune den Netzbetreibern die Nutzung von öffentlichem Grund für das Verlegen von Leitungen gegen Entgelt. An den Einnahmen der Stadt Weilheim – derzeit jährlich rund 663.000 Euro – wird sich laut Scharf nur die Herkunft ändern. Künftig kommt das Geld von den SWE.

Neben Strom und Gas liegen Wasser- und Datenleitungen sowie Abwasserkanäle in den Straßen, die laut Scharf aber nicht von Konzessionsabgaben betroffen sind. Künftig könnte Fernwärme hinzu kommen – wenn die Geothermiebohrung in der Lichtenau erfolgreich ist.

-Alfred Schubert-

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