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Einsatz mit Erfolg: (von links) Dr. Knut Neubeck (Landesbund für Vogelschutz), Agnes Edenhofer, Manuel Neulinger, Helmut Hermann (Kreisgruppe Weilheim des Bund Naturschutz) und Maiken Winter. 

Erfolg für Artenvielfalt

Volksbegehren: Freudentränen bei der ÖDP in Weilheim-Schongau

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Das von der ÖDP initiierte Volksbegehren Artenvielfalt „Rettet die Bienen!“ hat auch im Landkreis Weilheim-Schongau ein überwältigendes Ergebnis eingefahren. Die Freude ist entsprechend groß – allerdings nicht beim Bayerischen Bauernverband.

Landkreis – „Das ist absolut fantastisch“, sagt Maiken Winter aus dem ÖDP-Kreisverband Weilheim-Schongau. Die überschwängliche Freude ist der ehemaligen Landtagskandidatin der ÖDP anzumerken. Denn bereits seit Dienstagabend steht fest: Das Volksbegehren Artenvielfalt in Bayern ist erfolgreich, sogar mehr als eine Million Stimmen sind zusammengekommen.

Maiken Winter selbst hat es bereits am Dienstag während der Arbeit erfahren. Die Lehrerin schildert es so: „ Ich kam heulend vor Freude in die Klasse, alle Schüler haben geklatscht. Viele erzählten von ihren Eltern, die auch unterschrieben haben.“

In Weilheim unterschrieben fast 30 Prozent für das Volksbegehren Artenvielfalt

Doch freut sie sich nicht nur über den Erfolg selbst. Vor allem, sagt sie, sei es toll, dass die Menschen sehen, sie können was bewegen. „Das dürfte viele aufgerüttelt haben.“ Dabei hätten sich viele anfangs gar nicht getraut, öffentlich Position zu beziehen, aber je mehr das Volksbegehren ins Rollen kam, desto mehr Leute hätten sich angeschlossen, sagt sie.

Wie viele sich getraut haben, ist an den Zahlen abzulesen. In kleinen Gemeinden wie Eglfing haben bis gestern Mittag 27,5 Prozent unterschrieben, das sind 229 von 835 Stimmberechtigten. Auch in Huglfing haben 650 von 2128 abgestimmt. Immerhin 30,55 Prozent. Getoppt wird das noch von Bernried, wo 34,46 Prozent der Stimmberechtigten (573 von 1663) sich eingetragen haben. Auch in den Städten lag die Beteiligung bis gestern Mittag bei mehr als 20 Prozent. In Penzberg etwa unterschrieben 21,99 Prozent (2669 von 12 135), in Peißenberg ebenfalls etwas über 20 Prozent (über 2000 von 9574). In Weilheim liegen gar Zahlen von gestern Abend vor: Erste Hochrechnungen ergaben, dass 4569 von 16780 Stimmberechtigten unterschrieben haben – 27,23 Prozent.

Maiken Winter von der ÖDP wäre gern beim Runden Tisch dabei 

Die ÖDP sei von Anfang an überzeugt gewesen, dass man es schaffen könne. „Sonst hätten wir uns nicht so eingesetzt“, sagt Winter. Dennoch: „Wäre alle wahnsinnige Energie umsonst gewesen, wäre das sehr frustrierend gewesen.“ Doch irgendwann sei ein Kipppunkt gekommen, an dem die Energie auf die Gesellschaft übergeschwappt sei. „Danach war es ein Selbstläufer.“

Nun wäre sie natürlich gern auch beim Runden Tisch dabei, der nächste Woche Befürworter und Gegner zusammen bringen soll.

Bayerischer Bauernverband zeigt sich „schockiert“ über den Erfolg des Volksbegehrens

Denn nicht alle freuen sich über das Volksbegehren. Der Bayerische Bauernverband übte von Beginn an Kritik. Dass zum Beispiel Äcker laut dem Gesetzesentwurf nach dem 15. März nicht mehr gewälzt werden dürfen, stößt ihnen sauer auf. Doch diesen Punkt sieht Winter bereits ein. „Das würde für viele Gebiete zu früh kommen.“ Außerdem finde sie es schade, dass in einem Volksbegehren wegen des Kopplungsverbotes nur ein Gesetz geändert werden könne. Denn nicht nur Bauern, auch Verbraucher müssten mehr für den Artenschutz tun, sagt sie. Da hätte man gern mehrere Gesetzesänderungen zusammengebracht. Sie hofft darauf, dass ein Kompromiss gefunden wird, bezweifelt jedoch, dass man sich mit dem Bayerischen Bauernverband wird einigen können.

Der örtliche BBV-Kreisobmann und VDM-Vizepräsident Wolfgang Scholz war betroffen. „Ich bin schockiert, dass so viele unterschrieben haben“, sagt der Landwirt aus Sachsenried. Er setzt jetzt alle Hoffnungen in die kommenden Verhandlungen in München. „Wenn der Gesetzesentwurf eins zu eins umgesetzt wird, wäre das Wahnsinn“, kritisiert er. Dies würde der Landwirtschaft einen „empfindlichen Schlag“ versetzen. Allerdings gibt sich Scholz keinen Illusionen hin: „Einen Kompromiss, der die Landwirte außen vor lässt, wird es wohl nicht geben.“

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