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Im Hof des Finanzamtes am Oberen Graben wird eine Nahwärmeversorgung gebaut. 

Finanzamt Weilheim

Erst Nahwärme, dann Sanierung

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Weilheim - Die eigentlichen Bauarbeiten am Oberen Graben in Weilheim beginnen erst im kommenden Frühjahr. Zuerst wird ein Nahwärmeverbund erstellt.

 Im Hof steht ein hoher Kran, das ganze Gelände rund um das Service-Center des Finanzamtes am Oberen Graben ist weiträumig eingezäunt, bis zur B 2 und zum „Dachsbräu“ stehen die weiß-roten Absperrbaken dicht an dicht. Alles sieht danach aus, als werde mit der Sanierung und Erweiterung des mit Efeu berankten Gebäudes begonnen, das in den 1960er Jahren erbaut wurde und bis 2005 als Gesundheitsamt diente. Doch der Eindruck täuscht. „Wir sind noch in den Büros“, sagt Finanzamtschefin Angelika Geiger-Küpper. Und Peter Aumann, Leiter der Abteilung „Hochbau“ am Staatlichen Bauamt, stellt klar: „Der Umbau beginnt erst im Frühjahr 2017“.

„Was jetzt zu sehen ist, hat mit der geplanten Erweiterung nichts zu tun“, so Aumann. Jetzt werde neben dem Service-Center ein Nahwärmeverbund erstellt. An diese mit Pellets beheizte Anlage sollen die beiden Finanzamtsgebäude, das am Oberen Graben und das in der „Burg“ an der Hofstraße, sowie das benachbarte Vermessungsamt angeschlossen werden. Zu sehen sein wird von dem neuen Projekt aber nicht viel, laut Aumann kommt die Maschinenzentrale sieben bis acht Meter tief in den Boden. Finanziert wird die Pelletsheizung durch ein Sonderprogramm des bayerischen Innenministeriums.

Im März/April kommenden Jahres wird es dann aber doch ernst mit der Sanierung und Erweiterung des Gebäudes am Oberen Graben. Dort soll nach Abschluss der auf zwei Jahre terminierten Bauarbeiten die zentrale Finanzkasse für den Bereich Weilheim-Schongau, aber auch für die Finanzämter Garmisch-Partenkirchen, Miesbach und Wolfratshausen mit der Außenstelle Bad Tölz untergebracht werden, was einen Zuwachs um 20 Arbeitsplätze bedeutet (wir berichteten). Bisher zählt das Amt in Weilheim und in Schongau insgesamt rund 160 Mitarbeiter, die rund 50 000 Steuerpflichtige betreuen. Im Jahr 2015 erzielte das Finanzamt Weilheim laut bayerischem Finanzministerium ein Steueraufkommen von knapp 504 Millionen Euro.

Ausweichbüros statt Container

Auf rund 3,8 Millionen Euro werden die Kosten für den Umbau des Gebäudes am Oberen Graben geschätzt. Auf den fast quadratischen Kasten wird ein viertes Stockwerk aufgesetzt und es wird ein vierstöckiger Anbau erstellt. Auch die Fassade wird neu gestaltet. Das Haus wird dazu bis auf Rohbauniveau rückgebaut.

Die Mitarbeiter werden während der Bauzeit aber nicht, wie ursprünglich geplant, in Containerbüros umquartiert. Ein Teil wird in die „Burg“ an der Hofstraße ziehen. Für die anderen wird das Ministerium Büroräume in Weilheim anmieten. Die staatliche „Immobilien Freistaat Bayern“ führt laut Aumann bereits wegen Räumlichkeiten an der Münchner Straße und Bahnhofstraße Gespräche. Im Hauptsitz des Finanzamtes stehen auch einige kleinere Vorhaben an. So muss in drei bis vier Räumen die Tragfähigkeit der Holzbalkendecken mit Stahlträgern verstärkt werden.

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