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Es kam raus, weil er Zeugnis fälschte - Angeklagter wegen verbotener Fotos vor Gericht (Symbolfoto).

Drei Jahre Bewährung

Es kam raus, weil er Zeugnis fälschte - Angeklagter wegen verbotener Fotos vor Gericht

Zu einer Bewährungsstrafe von neun Monaten verurteilte das Amtsgericht Weilheim einen bislang unbescholtenen Penzberger (58). Er war wegen Urkundenfälschung und Besitz von jugendpornografischen Bildern angeklagt.

Penzberg – Der Angeklagte sah die Sache gelassen. Die Urkundenfälschung gab er unumwunden sofort zu, zeigte dabei aber nicht im geringsten Reue. Um sich für eine Stelle zu bewerben, hatte der Penzberger sein Zeugnis gefälscht. Aus „befriedigend“ und „ausreichend“ machte er kurzerhand „gut“. „Die Schule hatte mir damals zu Unrecht solche Noten gegeben“, erklärte der staatlich anerkannte Erzieher, der schon sehr oft seinen Arbeitsplatz wechselte, zu seiner Verteidigung.

Als die Urkundenfälschung aufflog, stellte Polizei einen Computer des 58-Jährigen sicher. Spezialisten durchsuchten den PC und fanden darauf 127 Bilder jugendpornografischen Inhalts. Teils waren Fotos gelöscht worden, konnten aber wiederhergestellt werden. Ein Gutachter dokumentierte, dass die Dateien in mehreren Abständen geöffnet wurden. Ein Hinweis darauf, dass die Bilder nicht auf einen Block versehentlich heruntergeladen worden sind. „Ich habe diese Fotos nie gesehen“, beteuerte der Angeklagte, der aber bestätigte, Hauptnutzer des Computers gewesen zu sei. Nur noch seine Frau habe Zugang. Der Penzberger bestritt aber vehement, solche Bilder jemals heruntergeladen zu haben.

Die Vorsitzende Richterin Karin Beuting schätzte bei Ansicht der Bilder einige Kinder jünger als 16 Jahre und reihte diese sogar in den Bereich der Kinderpornografie. Während die Staatsanwältin nach der Beweisaufnahme die Sachlage wie in der Anklageschrift bestätigt sah, spielte Verteidiger Hartmut Wächtler beide Delikte herunter. „So ein großes Ding war das auch nicht“, beurteilte er die Urkundenfälschung. Und zu den jugendpornografischen Bildern konnte er sich auch ein zufälliges Herunterladen vorstellen. Ein wenig zynisch beurteilte er die Arbeit des Gutachters: „Nur durch die hohe Kunst des Sachverständigen konnten die meisten Bilder wieder vorgeholt werden“, sagte der Verteidiger. Beweise gab es für ihn nicht, also plädierte er bei diesem Delikt im Zweifel für den Angeklagten auf Freispruch.

Beuting hatte aber keinen Zweifel. Für sie stand nach dem Gutachten fest, dass der Angeklagte diese große Anzahl an Fotos, noch dazu in verschiedenen Abständen, gezielt auf seinen Computer geladen hatte. „So etwas gibt man natürlich ungern zu“, sagte sie. Sie verurteilte den Penzberger zu einer neunmonatigen Strafe, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Zu Ungunsten wurde die fehlende Reue des Angeklagten bewertet. Außerdem kommt auf ihn eine Geldauflage von 3000 Euro hinzu, zahlbar in Raten an die „Brücke Oberland“.

Regina Wahl-Geiger

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