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Mode im Jahr 2006: Eva Kaesbauer in ihrem damals neu eröffneten Atelier an der Pütrichstraße in Weilheim.

Was macht eigentlich ... Eva Kaesbauer?

„EvaVioletta“ schneidert in Haidhausen

  • Brigitte Gretschmann
    VonBrigitte Gretschmann
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Mit ihrer Modemarke „EvaVioletta“ hat sich Eva Kaesbauer 2006 in Weilheim selbstständig gemacht. Inzwischen ist sie mit ihrer Modemanufaktur in die Großstadt gezogen - nach München, mitten nach Haidhausen.

Weilheim – „Jetzt müssen wir aufhören, eine Kundin kommt zur Anprobe“. Eva Kaesbauer beendet schnell das Telefonat, in dem es um sie, ihre Modemarke „EvaVioletta“ und die Jahre, die seit der Gründung ihrer ersten Maßschneiderei verstrichen sind, geht. Damals, 2006 in Weilheim, wagte sie den Sprung in die Selbstständigkeit, elf Jahre später sagt sie dann bei der Fortsetzung des Telefonats, dass sie in den elf Jahren viel gelernt, aber auch Lehrgeld gezahlt habe. Seit 2011 hat sie ihre Modemanufaktur in München, an der Kellerstraße, gleich hinterm Gasteig mitten in Haidhausen. „Ich merke, dass ich in Haidhausen angekommen bin“, sagt sie. In ihrer Straße gebe es viele kleine Läden, „einen Goldschmied, einen Sattler“, führt sie auf, da passe ihr Geschäft gut dazu.2017: Eva Kaesbauer arbeitet in München.

2017: Eva Kaesbauer arbeitet in München.

Ihr Geschäft fing sie an, als sie als 28-Jährige in Weilheim an der Pütrichstraße ein Atelier eröffnete. Eva Kaesbauer, die in München Kostümschneiderin gelernt hatte und sich an der Akademie für Mode und Design in München zur Schnitt- und Modellmacherin hatte ausbilden lassen, legte großen Wert auf „Klasse statt Masse“, wurde sie in einem Artikel der Heimatzeitung zitiert.

Daran hat sich auch nach ihrem Umzug ins schicke Haidhausen nichts geändert. Sie arbeite gerade an einem Lodenblazer und einem Leinenkleid, erzählt sie. Wer lässt sich denn in Zeiten von H&M, „Zara“ und anderen Textilketten noch etwas von Hand nähen? Diejenigen, „die wollen, dass etwas wirklich passt“, sagt Eva Kaesbauer. „Das muss nicht extravagant sein oder flippig“, sagt sie, die Hälfte ihrer Arbeit entfalle auf das Nähen von Garderobe. Jacken, Kostüme, Mäntel, Kleider, alles nähe sie zusammen mit einer Kollegin in Maßarbeit. „Das sind alles Einzelstücke, nichts wird zweimal produziert“, sagt sie. Das gelte auch für die Abend-, Ball- und Brautkleider. Die andere Hälfte wendet Eva Kaesbauer für das Schneidern von Dirndln auf – vom Waschdirndl ohne Reißverschluss bis zur authentischen Tracht. Ihr Gespür für Stoffe, Schnitte und Echtheit hat auch das Fernsehen überzeugt: Die Trachten von „Dahoam is Dahoam“ tragen ihre Handschrift.

Zum Schluss die obligatorische Frage, ob sie noch Verbindung nach Weilheim habe. Ja, sagt Eva Kaesbauer, natürlich über die Familie, aber auch über einige Kunden, die aus Weilheim zu ihr nach München kommen.

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