Den Pulli des Anstoßes postete Majaru auf Facebook und feierte sich für seine Aktion selbst.
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Den Pulli des Anstoßes postete Majaru auf Facebook und feierte sich für seine Aktion selbst.

Erneuter Eklat

Ex-Landratskandidat Alexander Majaru (SPD) sorgt für Eklat im Kreistag

  • Sebastian Tauchnitz
    vonSebastian Tauchnitz
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Keine Kreistagssitzung ohne Eklat: Nachdem vor einigen Wochen Regina Schropp (parteilos/Peißenberg) mit ihren Beschimpfungstiraden an die Landrätin für Aufruhr gesorgt hatte (wir berichteten), war es dieses Mal der ehemalige Landratskandidat Alexander Majaru (SPD/Schongau), der sich danebenbenahm.

Landkreis – Er trug während der gesamten vierstündigen Sitzung des Kreistags einen knallroten Juso-Kapuzenpulli. Kurz vor Schluss forderte ihn Kreisrat Reno Schmidt (AfD/Weilheim) dazu auf, den Pullover auszuziehen. Denn auf dem Rücken des Pullis prangte der Schriftzug „Liberté, Égalité, Fckafdé“. Diese Verballhornung der Losungsworte der Französischen Revolution, die eigentlich „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ bedeuten, ist in Antifa-Kreisen gebräuchlich, um die AfD zu beschimpfen. Eine Übersetzung dieses Wortspiels verbietet sich in einer Heimatzeitung.

Kreisrat Alexander Majaru (SPD/Schongau).

Landrätin Andrea-Jochner Weiß, die wie die meisten Kreisräte die Provokation gar nicht mitbekommen hatte, forderte Majaru daraufhin auf, das Shirt auszuziehen oder zu verdecken. Grinsend drehte sich Majaru daraufhin in dem Shirt, bevor er langsam seine Winterjacke darüber zog. Nach der Sitzung präsentierte Majaru stolz den Pullover im sozialen Netzwerk Facebook und bot an, Interessenten damit zu beliefern.

Der Pulli mit dem Juso-Aufdruck kann auf der SPD-Homepage bestellt werden. Die Aufschrift auf dem Rücken ist dabei frei auswählbar. Offensichtlich hat sich Majaru bewusst für den provokativen Slogan entschieden. Es ist nicht das erste Mal, dass Majaru durch sein Verhalten im Umgang mit dem politischen Gegner unangenehm auffällt. Im Kommunalwahlkampf hatte er teils behindertenfeindliche Grafiken im Netz veröffentlicht, in denen zur Gewalt gegen Wähler des CSU-Bürgermeisterkandidaten Hans Rehbehn aufgerufen wurde. Später löschte Majaru die selbstgebastelten Grafiken und entschuldigte sich kleinlaut.

Die Landkreis- und die Geschäftsordnung des Kreistags legen fest, dass ein Kreisrat die Sitzungen nicht stören darf. „Laut geltender Rechtssprechung zählt dazu auch das Zeigen provozierender Plakate oder das Tragen von Buttons oder T-Shirts mit provozierenden Inhalten“, erklärte Landkreis-Geschäftsleiter Georg Leis. Daher habe Majaru seine Jacke anziehen müssen. Bei wiederholten Störungen könne er auch von Sitzungen des Kreistags ausgeschlossen werden.

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