Los geht’s: Die Fahrrad-Demo der Grünen führte vom ehemaligen Bahnhof in Wilzhofen nach Weilheim.
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Los geht’s: Die Fahrrad-Demo der Grünen führte vom ehemaligen Bahnhof in Wilzhofen nach Weilheim.

Drei Demos im Landkreis Weilheim-Schongau

Bei Radldemos fordern Grüne die Mobilitätswende - Expresszüge im Stundentakt

Gut 50 Radfahrer trafen sich am Samstag auf einen Aufruf des Kreisverbands der Grünen hin am ehemaligen Bahnhof in Wilzhofen, um für den Klimaschutz durch eine Mobilitätswende zu demonstrieren. Drei Anliegen waren den grünen Radlern wichtig: die fahrradfreundliche Gestaltung des Verkehrs, Tempo 30 innerorts und der Ausbau der Bahn. Alle drei sollen dazu beitragen, dass mehr Menschen das Auto weniger benutzen und dass Radfahrer sicher unterwegs sind.

Annette Schulze, die mit Maximilian Terlecki die Demo organisiert hatte, war zufrieden. Alle hätten sich an die Regeln des Kolonnenfahrens gehalten und so bei der Fahrt durch die Weilheimer Innenstadt zum Marienplatz die erwünschte Aufmerksamkeit der Passanten und Autofahrer auf sich gezogen. Schulze hält nicht nur den Ausbau von Radwegen, der in Weilheim bereits geplant wird, für notwendig, sondern auch eine Reduzierung der innerörtlichen Höchstgeschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer. Dies diene der Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern und senke den Energieverbrauch.

Grüne: Bahn-Direktverbindung von Schongau nach Penzberg

Der Kreissprecher der Grünen, Manuel Neulinger, fordert zudem den Ausbau der Bahn in der Region, damit das Bahnfahren eine attraktive Alternative zur Fahrt mit dem eigenen Auto wird. So sollten die Fuchstalbahn wieder Personenverkehr anbieten und eine Direktverbindung von Schongau nach Penzberg über einen noch zu bauenden Gleisbogen bei Kampberg geschaffen werden. Außerdem, so Neulinger, sollte untersucht werden, ob eine Bahnverbindung zwischen Penzberg und Wolfratshausen sinnvoll ist. Er forderte, die Verkehrsleistung der Strecke von Tutzing nach Garmisch-Partenkirchen durch einen weitgehend zweigleisigen Ausbau zu steigern und die Nebenstrecken zu elektrifizieren. Auf allen Strecken sollten laut Neulinger im Stundentakt Expresszüge fahren, die die Knotenpunkt und Städte bedienen, dazwischen sollten ebenfalls im Stundentakt Züge verkehren, die alle Dörfer bedienen, also auch wieder Polling, Wilzhofen und Wielenbach – und zwar ebenso am Wochenende, um den Ausflugsverkehr aufzunehmen. Die Flügelung von Zügen sollte zudem umsteigefreie Fahrten ermöglichen, etwa von Garmisch-Partenkirchen nach Augsburg und von Schongau nach München, so Neulinger.

Die Wahlkreis-Direktkandidatin der Grünen für den Bundestag, Elisabeth Loewenbourg-Brzezinski, forderte mehr Investitionen in die Infrastruktur der Bahn. Mit dem Geld sollte nicht nur die Gleis- und Signaltechnik modernisiert werden, es sollten auch die Bahnhöfe zu Mobilitätszentren mit Carsharing und Fahrradverleih ausgebaut werden. Auch in Penzberg und Peißenberg organisierten die Grünen am Samstag Radldemos.

Text: Alfred Schubert

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