Eine Haltestelle, die alle fünf Stadtbuslinien anfahren: der Herzog-Albrecht-Platz im Stadtzentrum. Die Busse verkehren zwischen der Waxensteinstraße im Süden der Kreisstadt und dem Kindergarten in Unterhausen im Norden.
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Eine Haltestelle, die alle fünf Stadtbuslinien anfahren: der Herzog-Albrecht-Platz im Stadtzentrum. Die Busse verkehren zwischen der Waxensteinstraße im Süden der Kreisstadt und dem Kindergarten in Unterhausen im Norden.

Neue Tarife geplant

Nach zwei Jahren Freifahrt: Stadtbus-Fahren soll in Weilheim wieder etwas kosten

  • Magnus Reitinger
    vonMagnus Reitinger
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2022 übernehmen die Stadtwerke den Stadtbusverkehr in Weilheim – mit E-Bussen und verbessertem Angebot. Dann soll allerdings auch Schluss sein mit der kostenlosen Nutzung durch die Bürger. Laut Betreiber hat die Stadt da gar keine andere Wahl.

Weilheim – Es ist ein Paukenschlag, den viele Weilheimer ungern hören werden: Ab kommendem Jahr sollen wieder Fahrgeldtarife für den Stadtbus eingeführt werden – nachdem das Angebot seit Januar 2020 für alle Nutzer kostenlos ist. Das hatte der Stadtrat freilich von vornherein als Pilotprojekt auf „zunächst zwei Jahre“ begrenzt.

Dass er die Kostenfreiheit kritisch sieht, hat Stadtwerke-Vorstand Peter Müller schon bei früheren Sitzungen deutlich gemacht. Nun legt das Kommunalunternehmen – das den Stadtbusbetrieb zum 1. Januar 2022 übernimmt – ein Konzept zur Tarifgestaltung vor. Eine Tageskarte für Erwachsene könnte demnach einen Euro und für Kinder 50 Cent kosten. Am kommenden Mittwoch berät der Hauptausschuss des Weilheimer Stadtrates über den Vorschlag, ehe der Stadtrat dann endgültig entscheidet.

Besseres Angebot nur mit Erlösen möglich

Laut Stadtwerke gibt es allerdings keine Alternative dazu, künftig wieder Fahrgeld zu verlangen. Denn anders als die Busunternehmen, die derzeit im städtischen Auftrag den Stadtbus fahren, betreibt das Kommunalunternehmen keinen weiteren Linienverkehr. „Um den Stadtbusverkehr in den steuerlichen Querverbund der Stadtwerke integrieren zu können, ist es erforderlich, dass im Stadtbusverkehr umsatzsteuerlich relevante Erlöse erzielt werden“, schreibt Müller in seiner Vorlage für den Stadtrat. Deshalb müssten „zumindest geringe Fahrpreise erhoben werden“.

Zudem führt der Stadtwerke-Chef eine Reihe weiterer Argumente für eine Wiedereinführung von Fahrgeldtarifen ins Feld. So habe das kostenlose Angebot 2020 und 2021 „nicht zu entsprechenden Mehrnutzungen geführt“. Steigende Nachfrage folge „nach allgemeiner Branchenerkenntnis“ nur auf ein verbessertes Angebot: „Die Kommunen mit den höchsten Preisen haben das beste Angebot und die meisten Fahrgäste“, erklärt Müller mit Verweis auf entsprechende Statistiken.

Weilheims „neuer“ Stadtbus mit batterieelektrischen Midibussen, ausgedehnten Betriebszeiten und dichterem Takt führe zu Mehrkosten. Und daran, so Müller, sollten „diejenigen, die unmittelbar etwas davon haben, anteilig in mäßigem Umfang beteiligt werden“. Während bis 2019 eine Einzelfahrt in Weilheim 80 Cent (Erwachsene) beziehungsweise 30 Cent (Kinder) kostete, schlagen die Stadtwerke ab 2022 Tageskarten zum Preis von einem Euro (Erwachsene) bzw. 50 Cent (Kinder) vor. Eine Wochenkarte könnte für Erwachsene dann 4,50 Euro, eine Monatskarte 16,50 Euro und eine Jahreskarte 180 Euro kosten.

Die öffentliche Sitzung

des Hauptausschusses beginnt am kommenden Mittwoch, 21. April, um 11 Uhr in der Stadthalle. Außer den Stadtbus-Tarifen geht es dabei unter anderem um die aktuelle Belegungssituation und künftige Bedarfsplanung in Sachen Kinderbetreuung sowie um CSU/FDP-Anträge zur Errichtung weiterer Corona-Teststationen in Weilheim und zur Durchführung digitaler Stadtführungen.

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