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Als Familie gemeinsam anpacken: Preisgekrönte Idee soll umgesetzt werden - Akteure gesucht

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Von: Stephanie Uehlein

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Ramadama der Naturfreunde Weilheim, Foto von 2017
Ist heuer bereits als „Pack ma’s!“-Projekt geplant: das „Ramadama“ der Naturfreunde-Ortsgruppe Weilheim – hier ein Bild aus dem Jahr 2017. © EMANUEL GRONAU

Ob beim Spielplatzsäubern, beim interkulturellen Picknick oder im Sportverein: Dass sich Familienmitglieder gemeinsam engagieren, ist Ziel eines neuen Projektes, von dem auch Vereine profitieren können. Die Idee ist bereits preisgekrönt.

Landkreis – Gabi Hager-Königbauer, Koordinatorin bei der Freiwilligenagentur des Caritas-Kreisverbands, sieht gleich mehrere Vorteile, die das angestrebte Familien-Engagement – auch „Family Volunteering“ genannt – mit sich bringen kann. So hätten Familienmitglieder die Möglichkeit, gemeinsam, ohne viel Geld auszugeben, generationsübergreifend etwas zu erleben – etwa in der Natur zu arbeiten oder ein Fest zu organisieren. Vereine könnten neue Ehrenamtliche für sich gewinnen. Zudem biete sich die Chance, auch behinderte Menschen in Aktionen einzubinden.

Um das Familien-Engagement im Landkreis zu fördern, will die Freiwilligenagentur nun ihre preisgekrönte Projekt-Idee „Pack ma’s! Engagement fördern mit Family Volunteering“ mit Hilfe von Mitstreitern umsetzen. Erfolgreich war sie mit ihrem Vorschlag beim „Bayerischen Innovationspreis Ehrenamt“ des Freistaats. Sie erhielt eine der Auszeichnungen in der Kategorie „Ideen“. Und wurde von Sozialministerin Ulrike Scharf gelobt: „Ehrenamt mit und von der Familie her zu denken“, sei ein interessanter Ansatz, so die Politikerin beim Festakt zur Preisverleihung. „Dadurch kann das Ehrenamt noch tiefer in unserer Gesellschaft verankert werden.“

Preisverleihung: Ministerin Scharf (r.) mit (v.l.) Eva Gottstein (Bayerische Ehrenamtbeauftr.), Claudia Hörbrand (2. Vors. Caritas-Kreisverband), Gabi Hager-Königbauer und Margareta Drexel (Caritas-Rat).
Preisverleihung: Ministerin Scharf (r.) mit (v.l.) Eva Gottstein (Bayerische Ehrenamtbeauftr.), Claudia Hörbrand (2. Vors. Caritas-Kreisverband), Gabi Hager-Königbauer und Margareta Drexel (Caritas-Rat). © Alexander Goettert www.PLAN-BILD

Begriff der Familie ist bei dem Projekt weit gefasst

Bei der Umsetzung des Familienengagement-Projekts will Königbauer mit einem bestehenden Netzwerk in Bereichen wie „Umwelt und Natur“, „Soziales“, „Sport“ und „Kultur“ zusammenarbeiten. Aber: „Auch neue Partner, die sich für die Idee des ,Family Volunteerings’ interessieren, sind herzlich willkommen, sich bei uns zu melden und im Projekt mit dabei zu sein“, so die Freiwilligenagentur-Koordinatorin.

Der Begriff „Familie“ wird bei „Pack ma’s!“ deutlich weiter gefasst als in seiner normalen Bedeutung. Als Familie zähle „jede Gruppe, die sich selbst als ,Familie’ definiert und in der verschiedene Generationen vertreten sind“, so die Caritas in einer Pressemitteilung. Im Gespräch mit der Heimatzeitung sagte Hager-Königbauer, dass sich zum Beispiel auch zwei Schwestern oder ein Freundeskreis im Rahmen des „Family-Volunteering“-Projekts engagieren könnten.

Seien junge Menschen bei „Pack ma’s!“ aktiv, kann das laut der Caritas-Mitarbeiterin auch einen langfristigen gesellschaftlichen Nutzen haben: Die Erfahrung zeige, wer sich in der Jugend ehrenamtlich engagiere, tue das auch als Erwachsener eher als andere. Eltern könnten mit ihrem Einsatz den Kindern als Vorbilder dienen. Dass Familien-Engagement Spaß macht, sei schon bei Projekten im Landkreis – wie am Gmünder Hof bei Weilheim – deutlich geworden.

Auch ein Ramadama ist ein passendes Projekt für „Pack ma‘s!“

Das „Ramadama“ der Naturfreunde-Ortsgruppe Weilheim soll heuer als „Pack ma’s!“-Projekt stattfinden. Der Verein könne sich dabei auch den teilnehmenden Familien präsentieren, so Hager-Königbauer.

Für 2022 gibt es vom Freistaat eine Förderung für „Pack ma’s!“. „Wir schauen, was wir dieses Jahr noch alles ausprobieren können“, erklärt Hager-Königbauer. Doch auch nach Jahresende soll das Vorhaben fortgesetzt werden. Wer mit einer Aktion bei dem Projekt mitmachen will, muss sich laut der Freiwilligenagentur-Koordinatorin nicht unbedingt etwas komplett Neues einfallen lassen. Bestehende Aktivitäten könnten auch in Bezug auf ihre Familientauglichkeit angepasst werden.

Ab sofort können sich Interessierte, die sich mit einem Projekt am „Family Volunteering“-Vorhaben beteiligen möchten, unter Telefon 0881/909590-17 melden.

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