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Ein Bulldog hat viel Staub aufgewirbelt.

Schwiegersohn angezeigt

Familienstreit um Bulldog endet vor Gericht

Das Weilheimer Amtsgericht musste schlichten - weil auf einem Hof der Haussegen gewaltig schief hing. Ein Landwirt (82) hatte seinen Schwiegersohn angezeigt. Es geht um einen Bulldog.

Weilheim – Ziemlich geärgert hatte sich ein Landwirt (82) aus dem Landkreis über seinen Schwiegersohn (64). Der hatte den Bulldog seines Schwiegervaters nicht nur umbauen, sondern auch auf sich umschreiben lassen. Wegen Unterschlagung musste er sich nun vor dem Amtsgericht Weilheim verantworten. Das Verhältnis zwischen den beiden Männern war laut beiderseitiger Auskunft noch nie besonders gut. Ausführlich berichtete der Landwirt über eine Geschichte, die schon 20 Jahre zurücklag. Trotzdem wollte er den Hof seinem Schwiegersohn verpachten. Dieser ging davon aus, dass auch die diversen Gerätschaften dazugehören. Ein Irrtum, wie sich herausstellte. „Ich wollte den Bulldog umbauen lassen, da er in der damaligen Form für mich nicht verwendbar war“, sagte der Angeklagte. Er montierte ein Dach, tauschte Bauteile aus und ließ den Bulldog im Kfz-Brief auf seinen Namen eintragen.

Das alles gefiel dem Landwirt nicht. Er sah zum einen nicht die Notwendigkeit des Umbaus, zum anderen fühlte er sich um das Fahrzeug betrogen. „Der hat den Bulldog nur zu seinem Privatvergnügen. Er hat ein besonderes Verhältnis zu großen Maschinen“, beschwerte sich der Landwirt. „Aber ich habe ihn doch über den Umbau informiert“, erklärte der Schwiegersohn kopfschüttelnd, der den Umbau auch selber finanziert hatte.

In einem Brief erklärte er seinem Schwiegervater, dass er ihm das Fahrzeug als Schenkung zurückgeben wolle. Dieser akzeptierte das Angebot nicht und erstattete Anzeige. „Ich will nichts geschenkt“, sagte er vor Gericht. Die Vorsitzende Richterin Karin Beutin versuchte es mit Geduld. „Ihr Schwiegersohn wollte Ihnen doch den Bulldog zurückgeben. Das ist mit Schenkung gemeint“, erklärte sie. Sie versuchte den Landwirt zu überreden, die Strafanzeige zurückzunehmen. Dieser sträubte sich zunächst noch ein wenig. Man einigte sich schließlich darauf, dass der Bulldog nicht geschenkt, sondern übereignet werde. Nach dem Beschluss nahm der Landwirt seine Anzeige wegen Unterschlagung zurück. Das Verfahren wurde eingestellt.

Regina Wahl-Geiger

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