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Auftakt bei der Obstpresse: Fast fünf Tonnen an einem einzigen Tag

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Stefan Reisinger (rechts) an der Annahme der Weilheimer Obstpresse.
Als letzte große Presse nahmen die Weilheimer am Samstag ihre Arbeit auf. Stefan Reisinger (re.) betreute die Annahme. © ralf ruder

Am Samstag wurde die Obstpresse des Weilheimer Obst- und Gartenbauvereins gestartet. 4856 Kilogramm Äpfel wurden am ersten Betriebstag angeliefert, 3074 Liter Saft mitgenommen.

Weilheim – Die Weilheimer Obstpresse an der Ammer startete am Samstag als letzte der großen Pressen in der Region (wir berichteten) ihren Betrieb. 55 Anlieferer kamen im Laufe des Vormittags, jeder von ihnen brachte im Durchschnitt 87 Kilogramm Äpfel mit, was sich auf 4856 Kilogramm summierte, wie Stefan Reisinger dem Computer entnahm, mit dem der Obst- und Gartenbauverein seine Arbeit verwaltet.

Setzt man den gepressten Saft ins Verhältnis zur Obstmenge, ergibt sich eine Ausbeute von 66,3 Prozent, „ein gutes Ergebnis“, so die Beurteilung von Reisinger, der mit zwei Kollegen die Presse bediente. Aber auch das andere Drittel ist kein Abfall. Der Trester, der mittags als großer Haufen vor dem Vereinsgebäude in der Schützenstraße lag, wird bevorzugt von Jägern für die Winterfütterung des Wilds verwendet.

Christian Hackl füllte am Ende den Saft in die Beutel für Christa Ferner ab.
Christian Hackl füllte am Ende den Saft in die Beutel für Christa Ferner ab. © ralf ruder

Für das Pressen berechnet der Verein seinen Mitgliedern 20 Cent pro Liter, wenn sie den Saft roh mitnehmen. Erhitzt, und damit haltbar gemacht, sind 35 Cent fällig. Nichtmitglieder zahlen jeweils fünf Cent mehr.

Die Kartons können wiederverwendet werden, die Beutel müssen laut Reisinger neu gekauft werden, da eine Reinigung nicht möglich ist. Der Zehnliter-Beutel kostet 1,30 Euro, die kleineren 1,10 Euro und 0,70 Euro. „Die meisten wollen die Beutel mit fünf oder zehn Litern Inhalt“, so die Erfahrung von Reisinger. Es gibt aber auch Nachfrage nach den kleinen Packungen. Christine Larch, die heuer zum ersten Mal hier pressen lässt, zieht diese vor, weil „ein Zweipersonen-Haushalt keine größeren Mengen braucht“.

Sie ist mit nur Wannen voll Äpfeln aus Murnau gekommen, weil es dort keine Presse gibt. Sie hat heuer wegen des Hagelschadens weniger Obst. „Teilweise verfaulen die Äpfel schon am Baum“, so Larch, die dennoch mit den 15 Litern zufrieden ist, die sie bekommt. Einen Teil davon will sie zu Gelee verarbeiten. Aus Peißenberg gekommen sind Alexander und Bärbel Muschiol. Sie sind schon zum dritten Mal hier, weil ihnen die moderne Presse gefällt. Sie haben heuer 360 Kilogramm Äpfel mitgebracht und rechnen mit 220 Litern Saft aus der Fließfertigung.

Andreas Reisinger an der Obstpresse in Weilheim
Andreas Reisinger an der Obstpresse in Weilheim. © ralf ruder

Ein Weilheimer, der Mitglied im Verein ist, seit ihn seine Eltern als Kind angemeldet haben, legt hingegen Wert darauf, den Saft seiner eigenen Äpfel zu bekommen. Er und seine Frau sind seit 45 Jahren Stammkunden und haben heuer aus einer „mittelmäßigen Ernte“ 350 Kilogramm Obst mitgebracht, das sie in große und mittlere Beutel abfüllen lassen. Aus dem Saft hat das Ehepaar auch schon Apfelessig, Most und Gelee hergestellt.

In der Presse läuft heuer „wegen Corona einiges anders als bisher“, so Reisinger. Die Kunden müssen Masken tragen und dürfen das Gebäude nicht mehr betreten. Zusätzlich will der Verein noch Schutzwände aus Plexiglas aufbauen und die Bezahlung per Karte ermöglichen. Im August wird noch einmal samstags von 7 Uhr bis 10 Uhr gepresst, ab September zusätzlich auch freitags von 13.30 Uhr bis 18 Uhr. Andere Termine sind nur nach Anmeldung möglich, wobei ab einer Obstmenge von 100 Kilogramm eine Eigenpressung möglich ist, der Anlieferer also den Saft seiner eigenen Äpfel mitnehmen kann.

Anmeldung: Wer eine Eigenpressung möchte muss sich dienstags zwischen 18 Uhr und 20 Uhr unter Telefon 0881 / 927 99 05 anmelden.

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