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Besuch aus München: Beim Festgottesdienst spendete Abt Johannes Eckert (Mitte) den Gläubigen und der frisch renovierten Pfarrkirche den Segen – vor sechs Jahren war der Benediktiner bereits zur Altarweihe zu Gast gewesen. 

Pfarrkirche „Mariä Heimsuchung“ wiedereröfnet

Ein Fest nach sechs Monaten Warten

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Unterhausen - Stolz und Zufriedenheit in Unterhausen: Mit einem Festgottesdienst wurde am Sonntag die renovierte Pfarrkirche „Mariä Heimsuchung“ wieder eröffnet. Zu Gast war Abt Johannes Eckert.

23 Wochen. So lange mussten die Gläubigen in Unterhausen auf ihre Pfarrkirche verzichten. In „Mariä Heimsuchung“ fand am 29. Mai der letzte Gottesdienst statt, tags darauf begann das große Ausräumen. Der barocke Hochaltar mit der 1621 vom Weilheimer Bildhauer Hans Degler geschaffenen Madonna wurde abgehängt. Dann schritten die Restauratoren der Wessobrunner Fachfirma „Engel und Paric“ ans Werk – dem beliebten Wallfahrtskircherl mit seinem markanten Turm, dass in seiner jetzigen Form in den Jahren 1621 und 1772/1773 errichtet wurde, stand eine umfangreiche Renovierung ins Haus. Grund waren die Langzeitschäden: Risse, bereits vor 20 Jahren entdeckt, zogen sich durch die Decke – durch die 1773 entstandenen Deckengemälde des Rokoko-Malers Johann Baptist Baader, dem berühmten „Lechhansl“.

Nun erstrahlt die Kirche in neuem Glanz. Gestern wurde die Wiedereröffnung gefeiert. Bei den Renovierungskosten gab es fast eine Punktlandung, so Kirchenpfleger Hans Ücker. 150 000 Euro wurden veranschlagt, bei 159 000 Euro liegen sie nun. Dazu kommen etwa 15 000 Euro für die anstehende Restaurierung diverser Nischenfiguren sowie Putzarbeiten im Eingangsbereich. Mit hergerichtet wurde die Orgel durch den Orgelbauer Eduard Heißerer aus Prem. Den Großteil der Kosten, um die 60 Prozent, trägt die Pfarrei Unterhausen. Viele Spenden gingen ein, berichtete Ücker. Zuschüsse gibt es von der Diözese Augsburg, der Denkmalpflege, der Landesstiftung und dem Bezirk Oberbayern. „Es hat sich gelohnt“, bilanzierte der Kirchenpfleger mit Blick auf die Stuckarbeiten und Gemälde.

Weilheims Stadtpfarrer Engelbert Birkle, der Ücker und allen Beteiligten ausdrücklich für ihre Arbeit dankte, bezeichnete die schmucke Pfarrkirche als wichtig für die Dorfgemeinschaft. „Das ist ein Raum für unsere Gemeinde“, sagte er – ein Raum „zu Ehren Gottes“, dessen Tür für das Volk offen stehe.

Pater Johannes Eckert, Abt von St. Bonifaz in München und Andechs, erinnerte daran, dass der Kirchenbau wunderbar zum Ausdruck bringe, welche Rolle Trost und Barmherzigkeit spielen – auch, um „die Höllen unserer Zeit nicht zu akzeptieren“. Im Hinblick auf die Flüchtlinge mahnte der Abt, Verantwortung für diese Menschen zu übernehmen – gerade im „Paradies“ Bayern. „Es ist nicht unser Verdienst, dass wir hier leben dürfen.“ Der Benediktiner sieht den Auftrag darin, „andere an unserer Lebensfreude teilhaben zu lassen“. Und: „Wir dürfen uns nicht selber feiern.“ Dazu gehöre es, einer Verrohung der Sprache entgegenzuwirken, mahnte Eckert.

Für die Unterhausener gibt es schon 2017 den nächsten Grund zum Feiern: Vor 300 Jahren, am 23. Januar 1717, wurde ihr Kirchenmaler „Lechhansl“ getauft. Johann Baptist Baader wurde ein begehrter Künstler – „Mariä Heimsuchung“ zeugt davon.

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