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Fanfare statt Sirene: So wurde bei der Feuerwehr Marnbach-Deutenhausen um 1900 zum Einsatz gerufen.

Brandeinsatz anno dazumal...

Dorf-Feuerwehrler drehen witziges Image-Video - und haben dabei ein ernstes Anliegen

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Feuerwehr-Imagefilme findet man ja immer wieder. Der, den die Freiwillige Feuerwehr Marnbach-Deutenhausen jetzt produziert hat, ist aber so witzig, dass man ihn immer wieder anschauen kann. Und: Er hat einen ernsten Hintergrund.

Weilheim - Marnbach um 1900. Es brennt in dem kleinen Dorf. Ein Feuerwehrler kommt die Straße oberhalb des Feuerwehrhauses auf einem Radl angerauscht, bläst mit einer Fanfare seine Kameraden herbei. Kurze Lagebesprechung, dann schnell hinein ins Feuerwehrhaus. Die Männer holen ein Drehleiterwagerl, einen Löschwagen und anderes Gefährt heraus und laufen, die Einsatz-“Fahrzeuge“ im Schlepptau, los.

Drehvorbereitungen im Feuerwehrhaus.

Diese Szene zeigt ein Video der Freiwilligen Feuerwehr Marnbach-Deutenhausen, das auf YouTube zu finden ist. Der Clou: Das Schwarz-Weiß-Material, scheinbar aus der Stummfilmzeit und mit entsprechender Musik hinterlegt, ist nicht von 1900, sondern aktuell gedreht - mit der Mannschaft von 2018. Die Feuerwehrler haben sich für die sogenannte „Nacht- und Nebelaktion“, bei der für das Ehrenamt geworben werden soll und für die verschiedene Feuerwehren Werbevideos drehen, etwas Besonderes einfallen lassen: eine Zeitreise durch die Geschichte der Feuerwehr Marnbach-Deutenhausen.

Die Feuerwehrler haben noch die alten Uniformen

„In Marnbach gab‘s ja schon immer eine Feuerwehr“, sagt Lukas Leis (29), der sich aktiv bei dieser engagiert und beim Dreh dabei war. Da habe sich ein historischer Rückblick angeboten. Außerdem habe die Feuerwehr noch Uniformen von früher und auch die Einsatzfahrzeuge. „Die lagern in den alten Feuerwehrhäusern in Marnbach und Deutenhausen.“

Handkarren statt Löschfahrzeug: So ging‘s um 1900 zum Einsatz.

Dementsprechend authentisch wirken die Aufnahmen. Und: Sie sind wirklich sehr amüsant. Das Video beginnt wie beschrieben um 1900, später knattern die Feuerwehrler in olivfarbenen Uniformen und mit roten Helmen auf dem Kopf mit Bulldogs und alten Mopeds - es dürften Quicklies sein - durch Marnbach. Immer passend: die Musik aus der jeweiligen Zeit. Der letzte Teil ist die Nachstellung eines Einsatzes im Jahr 2018. Dazu haben die Feuerwehrler das Feuerwehrhaus (das neue) in Marnbach verraucht. Was sofort rüberkommt: die strukturierte Hektik, das Teamspiel zwischen den Kameraden, die Anspannung bei so einem Einsatz. Ganz schön spannend.

Authentische Aufnahmen - dank GoPro

Heute laufen die Einsätze viel technisierter ab. Die Anspannung ist aber geblieben.

„Wir haben uns für alle Aufnahmen eine GoPro ausgeliehen“, erzählt Leis. Dadurch seien Bilder entstanden, die den Zuschauer hautnah dabei sein lassen. Drei Drehtage haben die Einsatzkräfte investiert, von erfahrenen Aktiven bis zur Jugendmannschaft haben alle mitgeholfen - insgesamt 20 Feuerwehrler waren dabei. „Das Ganze hat ja einen ernsten Hintergrund“, sagt Leis. Zwar sei in Marnbach und Deutenhausen schon noch Nachwuchs vorhanden. „Diejenigen, die jetzt in der Jugendmannschaft sind, treten aber bald in die aktive Feuerwehr ein. Wir müssen also schon dran bleiben.“ Da dürfte das Video einen Beitrag leisten - denn wann hat man schon mal so witzig und spannend den Feuerwehr-Alltag von damals und heute gesehen?

Lesen Sie auch: Die Feuerwehr Dachau ist an der Belastungsgrenze angekommen. Auch die Feuerwehren entlang der A3 bitten um Unterstützung. Nach einem schweren Unfall bei Löscharbeiten kämpft ein Tutzinger Feuerwehrler mit der Versicherung.

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