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Der Ausverkauft läuft: Heike Mayer wird ihr Geschäft in der Weilheimer Innenstadt demnächst schließen. Sie macht die hohen Parkgebühren in der Innenstadt für diese Entscheidung verantwortlich. 

Das Bedauern der Kunden ist groß

Ganz besonderes Geschäft schließt - jetzt läuft der Räumungsverkauf

Es ist ein besonderes Geschäft in der Kreisstadt. Doch „Magali de France“ steht vor der Schließung, wie schon mehrere kleine Läden zuvor.

Weilheim – „Ich könnte fast ein Kondolenzbuch auflegen, so viele Kunden kommen jetzt rein und bedauern das Ende“, sagt Heike Mayer. Durch ihren Humor überspielt sie ihre eigene Enttäuschung, denn natürlich hätte sie ihr Geschäft gern länger als zwei Jahre geführt.

Schon seit Jugendtagen hatte die gebürtige Württembergerin Kontakte zu einer Freundin in der Provence, und ausgerechnet in deren Städtchen entdeckte sie Firmen, die lokale Spezialitäten produzieren. Mitbringsel nach Deutschland waren der Beginn einer Leidenschaft – und der Anfang einer Geschäftsidee: Das Angebot vorwiegend südfranzösischer Spezialitäten in der Weilheimer Innenstadt. Mayers Angebot war breitgefächert: Von Parfüms und eingemachten Spezialitäten über Textilien und Geschirr bis hin zu Kleinmöbeln, stets original französisch.

Leider sei das Kaufinteresse der Weilheimer sehr wetterabhängig, bedauert Mayer. Sei das Wetter zu sonnig, komme niemand, sei es zu nass, ebenso wenig. Auch lasse der Käuferstrom bei den Marktsonntagen die Innenstadt links liegen.

Dafür hätte ihr Konzept theoretisch perfekt zur „Französischen Woche“ gepasst, allerdings seien Stände ohne Gastronomie nur für die Gäste vorgesehen. Die Narbonner seien dann regelmäßig in ihrem Geschäft aufgetaucht und hätten die Auswahl gelobt. „Und ich habe ab und zu etwas von ihnen abgenommen, was sie nicht wieder heimnehmen wollten.“

Zum großen Wellengang im Geschäftsbetrieb kommen für Heike Mayer zwei weitere Belastungen. Einmal empfindet die Feldafingerin die Parkmöglichkeiten für ihre Kunden als zu teuer, und für sie selbst war das Monatsticket für das Altstadtcenter nicht mehr drin im Bugdet. Der lange Zeitaufwand zum Herlaufen aus den Außenbezirken belastete sie. Die zweite Schwierigkeit kam ausgerechnet aus ihrem Sehnsuchtsland Frankreich. „Nie hätte ich gedacht, dass ein Produzent, der seit 40 Jahren besteht, plötzlich in Insolvenz geht.“

Obwohl sich über Messen theoretisch neue Lieferquellen erschlossen hätten, beschloss Heike Mayer das Ende ihres Geschäfts. Sehr widerstrebend, denn die Gespräche mit den Kunden hätten ihr viel bedeutet. „Natürlich ging es dabei oft um Frankreich, wo man schon gewesen ist und wo man noch hin könnte.“ Für einen Kunden habe sie sogar bretonische Karamell-Salzbutter-Bonbons importiert, obwohl diese gar nicht in ihr südliches Konzept passten.

Bis Mitte Mai, längstens Pfingsten möchte sie noch offen

halten, aber ob sie danach einen Online-Shop eröffnet, daran meldet Heike Mayer Zweifel an. „Ich glaube, da würde mir einfach der persönliche Austausch mit den Kunden fehlen.“

Von Andreas Bretting

Öffnungszeiten

im Räumungsverkauf donnerstags und freitags von 10 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 13 Uhr.

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