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Bayerische Stadt zofft sich seit Jahren erbittert wegen Umfahrung: Jetzt beerdigen die Grünen wohl das Thema

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Von: Magnus Reitinger

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In Weilheim kämpfen Gegner schon lange gegen eine geplante Umfahrung. Mitunter mit Unterstützung von Anton Hofreiter (Grüne, 4.v.r)
In Weilheim kämpfen Gegner schon lange gegen eine geplante Umfahrung. Mitunter mit Unterstützung von Anton Hofreiter (Grüne, 4.v.r) © EMANUEL GRONAU

Laut Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung sollen zahlreiche Straßenprojekte auf den Prüfstand - auch die geplante Umfahrung Weilheim.

Weilheim – Seit Oktober sitzt Leon Eckert für Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag. Und für den 26-Jährigen aus dem Wahlkreis Freising steht fest: Die geplante Weilheimer Umfahrung und die Ausbau-Pläne für die B2 bei Wielenbach „stellen für viele Bürger im Raum Weilheim eine schlechte Lösung dar“. Als stellvertretendes Mitglied im Verkehrsausschuss des Bundestages, so kündigte Eckert jetzt in einer Pressemitteilung an, werde er „den Ausbau der B2 in Weilheim bei der Bedarfsplanüberprüfung des Bundesverkehrswegeplans genau beobachten“.

Grünen-MdB Leon Eckert
Grünen-MdB Leon Eckert hält die Umfahrung Weilheim und den B2-Ausbau für schlechte Lösungen: „Es kann passieren, dass die Bürger am Ende anstatt der versprochenen Verkehrsreduktion mehr Verkehr ertragen müssen.“ © Die Grünen/Kaminski

Dass die Umfahrung Weilheim aus dem Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030 fliegen könnte, das hält auch CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt für denkbar. Dabei hatte er selbst, damals noch Bundesverkehrsminister, dafür gekämpft, dass das Umfahrungsprojekt im 2016 beschlossenen BVWP mit „vordringlichem Bedarf“ aufgelistet ist. Damit ist das Vorhaben derzeit noch bundespolitisch gesetzt. „Die neue Regierung hat bereits angekündigt, dass sie den Bundesverkehrswegeplan vor seiner Ablaufzeit überarbeiten will, obwohl dieser rechtskräftig im Gesetzblatt steht“, sagt Dobrindt: „Ich rate dem Bundesverkehrsminister, den Streit um bereits in Planung befindliche Projekte nicht mit uns anzugehen.“

Umfahrung Weilheim: Ende des Projekts nach Grünen-Intervention?

Für den Grünen-Abgeordneten Eckert muss das Projekt „Umfahrung Weilheim“ unbedingt auf den Prüfstand. „Die Planungen der Trassen lassen eine Lärmreduktion zum Schutz der Anwohner offen und schüren gleichermaßen die Befürchtung, dass hier eine Ausweichstrecke für die A95 München - Garmisch-Partenkirchen entstehen könnte“, schreibt der MdB in einer gemeinsamen Presseerklärung mit dem Weilheimer Grünen-Ortsverband: „So kann es passieren, dass die Bürger am Ende anstatt der versprochenen Verkehrsreduktion mehr Verkehr ertragen müssen. Diese berechtigten Zweifel aus Weilheim will ich nach Berlin tragen.“

Weilheims Verkehrsreferent hofft auf „Neubewertung“ der Umfahrungspläne

Laut Manuel Neulinger, dem Sprecher der Grünen-Fraktion und Verkehrsreferenten des Weilheimer Stadtrates, hat der Ortsverband das Thema „Umfahrung Weilheim“ an mehrere Grünen-Vertreter auf Landes- und Bundesebene herangetragen. Neulinger verweist darauf, dass Verkehrsprojekte laut Koalitionsvertrag der Bundesregierung überprüft werden sollen – „auch solche, die im Bundesverkehrswegeplan stehen“. Verschiedene Grünen-Politiker hätten sich die Themen aufgeteilt. Da kein bayerischer Grüner im Verkehrsausschuss des Bundestages sitze, fühle sich Leon Eckert hier als stellvertretendes Mitglied „besonders zuständig“. Doch es laufen auch Gespräche mit weiteren Bundespolitikern.

Manuel Neulinger, Grünen-Sprecher und Verkehrsreferent im Weilheimer Stadtrat
Manuel Neulinger, Grünen-Sprecher und Verkehrsreferent im Weilheimer Stadtrat, hofft, „dass wir noch mal eine Neubewertung des Umfahrungsprojektes im Bundesverkehrswegeplan erreichen können“. © Gronau

Neulinger hofft, „dass wir noch mal eine Neubewertung des Umfahrungsprojektes im Bundesverkehrswegeplan erreichen können“. Es gelte den Eingriff in die Landschaft und die zusätzlichen Belastungen ins Verhältnis zum erwarteten Nutzen zu setzen „und auch die Klimawirkungen solcher Bauwerke noch mal anders zu bewerten.

Umfahrungs-Aus: „Es gibt klimaschonende und günstigere Möglichkeiten“

„Anstatt Millionen für Trassen auszugeben, gibt es klimaschonende und günstigere Möglichkeiten, den Verkehr vor Ort effektiv zu reduzieren“, betont auch MdB Eckert. Der Koalitionsvertrag ziehe „den Ausbau der Schiene dem Ausbau der Straße vor“, und es sei klar, „dass auch der Verkehr in Zukunft dazu beitragen muss, das 1,5 Grad-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens zu erreichen“. Folglich müsse man „die bestehende Straßenplanung genau auf den Prüfstand stellen“, so der Grünen-Bundespolitiker – „und dazu gehört auch die B2“.

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