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Landrätin Andrea Jochner-Weiß (mit Blumen) bedankte sich bei Rosemarie Bastuck (rechts daneben) und begrüßte deren Nachfolger Christian Dick (neben Bastuck). 

FOS/BOS-Leiterin verabschiedet

„Servus Rosi, mach’s gut!“

„Die rosigen Zeiten sind vorbei, nun kommt es dicke.“ Das war der „Running Gag“ bei der offiziellen Verabschiedung von Rosemarie Bastuck als Schulleiterin der Weilheimer Fach- und Berufsoberschule (FOS/BOS) und der Vorstellung von Christian Dick als Nachfolger.

Weilheim – Schulleiter gehen heutzutage nicht einfach in den Ruhestand, sie werden im großen Stil verabschiedet – unter anderem mit Lobreden, musikalischen Einlagen und Geschenken. Das war bei Rosemarie Bastuck nicht anders. Über zweieinhalb Stunden zog sich das Zeremoniell zu Ehren der gebürtigen Saarländerin hin. Bastuck wurde vor allem für ihre menschliche Art gelobt – und für Dick gab es reichlich Vorschusslorbeeren.

„Das Rosi aus Saarbrücken“, wie der Pensionistenchor der FOS München sang, bekam reichlich Blumen und Edelmetall überreicht: Von Vize-Bürgermeister Horst Martin gab es die Silbermünze der Stadt Weilheim, von Landrätin Andrea Jochner-Weiß die Landkreismünze und vom Elternbeirat die Münze des Nobelpreises. Doch am meisten dürfte sich Bastuck wohl über die die warmen Worte der Redner gefreut haben. Da war von „inbrünstiger Leidenschaft“ die Rede, von „Lebensfreude“, „Spontanität“, und „Organisationstalent“. Bastuck habe in disziplinarischen Angelegenheiten stets „Milde vor Härte“ walten lassen und sich „mit Herz und Kopf“ um die Schule gekümmert: „Sie hat die Schüler als individuelle Wesen betrachtet“, konstatierte Schülersprecherin Franziska Berchtold. Ministerialbeauftragter Konrad Maurer würdigte die 63-jährige Pensionistin in spe als „offenen, warmherzigen Menschen“, dem es nicht leichtgefallen sei, den „hierarchischen Abstand“ zum Kollegium zu wahren: „Der Rollenwechsel fiel Dir oft schwer“, so Maurer.

Schulleiterin Bastuck verabschiedet: 31 Berufsjahre hat sie hinter sich

Bastuck, die Physik und Chemie unterrichtete, hat insgesamt 31 Berufsjahre absolviert, die vergangenen vier Jahre als Schulleiterin in Weilheim. Sie war zudem an Schulen in München und in Landsberg tätig. Ihre berufliche Karriere bezeichnete Bastuck in ihrer Abschiedsrede als „spannend und motivierend“, aber auch als „arbeitsintensiv“. Sie habe Veränderungen stets aufgeschlossen begleitet und Wert darauf gelegt, „Bindungen und Beziehungen“ zu Kollegen und Schülern zu entwickeln: „Das ist nämlich die Voraussetzung für gute Bildung.“ Bastuck, die in Großhadern wohnt, will nun in ihrer neu gewonnenen Freizeit „umweltgerecht reisen“ und ihre Sprachkenntnisse in Italienisch, Französisch sowie Englisch durch „Vorortaufenthalte“ intensivieren. Dazu passte der Abschiedsgruß von Personalrat Markus Helmes: „Servus Rosi, mach’s gut.“

Der 47-jährige Wirtschaftswissenschaftler Christian Dick ist Bastucks logischer Nachfolger. Er ist seit 18 Jahren an der Weilheimer FOS/BOS tätig, die vergangenen sieben Jahre bereits in der Schulleitung. Er hat unter anderem das Schulqualitätsteam federführend aufgebaut. „Die rosigen Zeiten sind vorbei, jetzt kommt es dicke“, scherzte Dick in seiner Antrittsrede. Der Peißenberger kündigte an, sich mit „Herzblut“ für die Schule einzusetzen und einen kommunikativen Führungsstil zu pflegen: „Mir geht es um die Menschen, die am System beteiligt sind“, betonte Dick: „Die Weilheimer FOS/BOS war eine Erfolgsgeschichte – und sie wird auch eine bleiben.“ 

Dick folgt auf Bastuck: Neuer Schulleiter will „digitale Rosinen rauspicken“

An manchen Stellen sei jedoch „der Lack ab“. So müsse das Schulgebäude dringend saniert werden: „Es sieht wirklich schlimm aus.“ Dick sprach zudem von „Testräumen für das digitale Klassenzimmer“. Eine generelle Verteufelung der analogen Medien solle darunter aber nicht verstanden werden. „Es geht um eine Verbesserung der Unterrichtsprozesse. Dabei muss man die digitalen Rosinen rauspicken.“ Dick schloss mit einer Charmeoffensive in Richtung seiner Mitarbeiter: „Ein Kollegium wie in Weilheim sucht seinesgleichen. Ich kann mir kein besseres vorstellen.“ Die Chemie stimmt also – auch vonseiten des Kollegiums: „Du hast bereits viel Engagement in unsere Schule gesteckt“, ließ Personalratsvorsitzender Markus Wagner Dick wissen: „Pack mas an. Es hätte uns nichts Besseres passieren können, als dass Du Schulleiter wirst.“

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