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Franziska Schalk beginnt bald eine Metzgerlehre in Thüringen. 

Franziska Schalks nicht alltägliche Berufswahl

Weilheimerin geht als Metzgerazubi nach Thüringen

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Franziska Schalk aus Weilheim ist eine zierliche junge Frau. Umso erstaunlicher ist der Berufsweg, den die 20-Jährige, die gerade  das Abitur gemacht hat, einschlägt: Sie begann am heutigen Dienstag eine Metzgerlehre, und das in der thüringischen Kleinstadt Schleusingen.

Weilheim – So ungewöhnlich sich das anhören mag – es hat alles seine Logik. So hat Schalk bereits einen engen Bezug zum Metzgerhandwerk. Schließlich ist ihr Vater Andreas einer der Geschäftsführer bei der Firma „Landler Schinken“ mit Sitz in Peißenberg.

In seinem Betrieb hat die Tochter zum Beispiel schon in den Ferien mitgearbeitet. Und sie hat auch bereits miterlebt, wie Rinder geschlachtet werden – was ihr, wie sie sagt, „so nichts ausmacht“, obwohl man dabei mitbekomme, wie Tiere getötet werden. Mit ihrem Opa, der auch Metzger ist, hat sie schon Hasen geschlachtet.

Die Ausbildung bei ihrem Vater im Unternehmen zu absolvieren, kam für Franziska Schalk nicht in Frage: Sie wolle ihre Lehre nicht „als die Tochter vom Chef“ machen und zudem als Azubi auch mehr als die Herstellung von Schinken mitbekommen, sagt sie. Die Metzgerei „Fratzscher“ in Schleusingen, bei der sie nun ihre Lehre beginnt, hat ein größeres Sortiment, zu dem auch Salami und Konserven gehören. In dem Familienbetrieb macht die 20-Jährige eine von drei auf zwei Jahre verkürzte Ausbildung. Den Betrieb des Vaters will sie dabei nicht aus den Augen verlieren. Dort möchte sie während ihres Urlaubs mithelfen. Und vielleicht steigt sie, wie sie sagt, auch einmal beruflich bei „Landler“ ein.

Hat sie keine Bedenken, als zierliche Frau den Strapazen des Metzgerhandwerks nicht gewachsen zu sein? „Auch wenn man’s mir nicht ansieht, ich kann schon anpacken“, sagt Schalk. „Halbe Schweine muss man heute auch nicht mehr schleppen.“ Eine Herausforderung sei der körperliche Einsatz aber schon, es komme jedoch viel auf die richtige Technik an.

Auch eine gehörige Portion beruflichen Ethos bringt die junge Frau schon mit: Sie will Menschen davon überzeugen, dass es bei Metzgereiprodukten nicht auf einen niedrigen Preis, sondern auf Qualität ankommt. So ist ihr Billigsalami im Supermarkt ein Dorn im Auge. Freunde, so sagt sie, habe sie schon davon überzeugen können, dass es besser ist, Qualitätsprodukte zu kaufen.

Auch es wenn Schalk für ihre Lehre nun weit von ihrer Heimat wegzieht – einsam wird sie sich in Thüringen wohl nicht fühlen: Schließlich ist ihr Freund Florian Hollandt (22) Biathlet des Deutschen Skiverbands in Oberhof. Und der Wintersportort ist von Schleusingen nur etwa eine halbe Autostunde entfernt.

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