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Den Stadtbus und auch die RVO-Busse in Weilheim sollen Schüler kostenlos nutzen dürfen, fordert die CSU.

Entscheidung steht noch aus

Freie Busfahrten für alle Schüler in Weilheim?

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Sollen Schüler künftig in ganz Weilheim kostenlos Bus fahren dürfen? Über diese Frage hat der Hauptausschuss des Weilheimer Stadtrats am Mittwoch ausführlich diskutiert. Entschieden wurde allerdings noch nichts.

Weilheim – Die Stadt Penzberg probiert es bereits aus: Wer einen Schülerausweis hat, darf dort seit 7. Januar im Stadtgebiet kostenlos Bus fahren. Und so soll es künftig auch in Weilheim sein, findet die CSU-Stadtratsfraktion: Die Stadt, so ihr „Prüfungsantrag“, solle ermitteln, was dies kosten würde und wie es „logistisch am einfachsten und unbürokratisch abzuwickeln wäre“. Denn Weilheim sei durch den Stadtbus und den RVO-Linienverkehr zwar großteils gut mit Bussen erschlossen – dennoch würden viele Kinder und Jugendliche mit Privatautos zur Schule, zum Musikunterricht oder zum Sport gefahren. „Dies verursacht teilweise unnötigen Verkehr, was sowohl ökologisch als auch verkehrspolitisch nachteilig ist und auch für die als Chauffeure dienenden Eltern belastend ist“, so der Befund der CSU.

In dem Befund ist sich der Hauptausschuss auch durchaus einig. Allerdings stellte FDP-Vertreterin Saika Gebauer-Merx bei der Sitzung am Mittwochabend die These auf: „Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto fahren, ist es egal, ob der Bus was kostet oder nicht.“ Zwar sei es „der Wahnsinn, wie viele Eltern in Weilheim ihre Kinder jeden Tag mit dem Auto in die Schule bringen“, meinte auch Freie-Wähler-Sprecher Walter Weber. Doch auch er glaubt nicht, dass die Möglichkeit der kostenlosen Busbenutzung dies ändern würde. Schüler könnten in Weilheim ohnehin schon preiswert Bus fahren.

Für eine Einzelfahrt mit dem Stadtbus zahlen Kinder zwischen 6 und 14 Jahren derzeit 30 Cent, eine Zehnerkarte kostet 2,50 Euro, eine Monatskarte sieben Euro. Zum selben Tarif können Kinder innerhalb der Stadt auch die RVO-Linienbusse nutzen, sagte Ordnungsamts-Leiter Andreas Wunder – das sei ohnehin schon „äußerst günstig“. Zwar seien die Einnahmen aus Schülerfahrkarten beim Stadtbus marginal („da können wir drauf verzichten“), fraglich ist für Wunder jedoch, „ob es gerecht ist, wenn Kinder vermögender Eltern kostenlos fahren, aber Senioren mit wenig Rente für den Stadtbus zahlen müssen“. Petra Hofer (BfW) hält deshalb „soziale Auswahlkriterien“ für wichtig. Und überhaupt bräuchte man vor einer Entscheidung konkrete Zahlen über die Nutzer und die Auslastung des Stadtbusses.

Dass Letztere teilweise sehr gut sei, machte Bus-Unternehmer Anton Oppenrieder deutlich: Nachmittags seien die Stadtbusse auf einigen Linien „zu 90 Prozent voll“, vor allem mit Senioren und gehbehinderten Passagieren. Wolle man zusätzlich mehr Kinder und Jugendliche für den Stadtbus gewinnen, würde das bedeuten, „dass weitere Busse nötig werden könnten“. Was CSU-Stadträtin Angelika Flock so kommentierte: „Wenn wir dahin kommen, dass man das Bussystem noch weiter ausweitet, dann sind wir doch auf dem richtigen Weg.“

Landkreis arbeitet an großem Konzept

Was die Schulbusse betrifft, ist die Kapazität in Weilheim laut Ordnungsamts-Chef Wunder ausgereizt. Morgens seien die Busse „rappelvoll“, und das Kontingent des RVO sei „maximal erschöpft“. Bei den Grundschulen werden Schüler, die mehr als zwei Kilometer zur Schule haben, kostenfrei mit dem Bus befördert (die Stadt organisiert und finanziert dafür eigene Busse). Schüler weiterführender Schulen dürfen ab einer Entfernung von drei Kilometern kostenlos Bus fahren (bezahlt vom Landkreis, die Beförderung ist hier weitgehend über das ÖPNV-Netz gewährleistet). In diesen Busbetrieb zusätzliche Schüler aus dem Stadtgebiet kostenfrei mit aufzunehmen, ist Wunder zufolge „derzeit nicht machbar“.

Laut Fraktionssprecherin Marion Lunz-Schmieder geht es der CSU aber weniger um Schulbusse, sondern „um alle sonstigen Wege, wo Eltern die Kinder fahren“, etwa im Freizeitbereich: „Man muss Kinder heute möglichst früh dazu erziehen, den ÖPNV zu nutzen.“ In diese Richtung zielt eine Initiative des Landkreises, auf die Wunder verwies: Landkreis-übergreifend solle im Oberland eine wohl nicht ganz kostenlose, aber „sehr günstige“ Monatskarte eingeführt werden, mit der Schüler täglich ab 14 Uhr sowie an Wochenenden und in den Ferien ganztags alle Buslinien nutzen können; da sei dann auch der Stadtbus einbezogen. Der Landkreis wird wohl im Mai über dieses Konzept entscheiden.

Das will die Stadt Weilheim vor einem eigenen Beschluss abwarten, so das einstimmige Votum im Hauptausschuss. Parallel dazu soll aber geprüft werden, welche finanziellen und logistischen Auswirkungen es hätte, wenn Schüler den Stadtbus generell kostenlos nutzen dürften.

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