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Blumen für Susann Enders (3. v.l.) gab es von (v.l.) Michael Piazol o, Felix Locke und Hubert Aiwanger.

Vom Landesvorstand gewählt

Freie Wähler: Susann Enders aus Weilheim ist neue Generalsekretärin

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Susann Enders (52) aus Weilheim macht den nächsten Karrieresprung: Die Landtagsabgeordnete der bayerischen Freien Wähler ist neue Generalsekretärin ihrer Partei. Sie wurde vom Landesvorstand gewählt.

Weilheim– Für Susann Enders hatte sich im Oktober 2018 ein politischer Traum erfüllt: Die OP-Schwester am Murnauer UKM schaffte bei der Landtagswahl auf der Freien-Wähler-Liste den Einzug ins Maximilianeum. Die Weilheimerin besetzte gleich mehrere Themen. Enders ist gesundheitspolitische Sprecherin ihrer Fraktion, Sprecherin für Soziales, Familie und Kinder, Vorsitzende des Arbeitskreises „Gesellschaft“ und Kreisvorsitzende. Zudem sitzt sie im Stadtrat und im Kreistag. Jetzt steigt die 52-Jährige bayernweit auf der politischen Karriereleiter auf: Enders wurde am Freitagabend in Amberg vom 20-köpfigen Landesvorstand einstimmig zur neuen Generalsekretärin gewählt. Die Weilheimerin folgt auf Michael Piazolo, der als Kultusminister in der Koalitionsregierung von Freien Wählern und CSU sitzt. Enders Stellvertreter ist Felix Locke aus Lauf an der Pegnitz.

Der Posten „kam überraschend für mich“, wie Enders gestern einräumte. Vor 14 Tagen rief sie Parteichef Hubert Aiwanger zu Hause an. Enders möge doch bitte für das Amt zur Verfügung stehen. Eigentlich hatte sich Enders einen Tag Bedenkzeit erbeten, doch sie rief schon nachmittags zurück – und sagte zu. „Das ist eine ganz große Ehre für mich.“ Einen Gegenkandidaten hatte sie bei ihrer Wahl nicht. „Es gab keine weiteren Vorschläge.“ Am Samstag stellte sie Aiwanger bei der Landesdelegiertenversammlung im Amberger Kongresshaus offiziell vor. Für Enders war die Versammlung eine Premiere. Als ihr ältere Parteifreunde gratulierten, war sie gerührt. „Da bleibt einem schon die Luft weg.“

Als Generalsekretärin ist die Weilheimerin verantwortlich für die internen Abläufe bei den bayerischen Freien Wählern (FW). „Ein großes Thema“ wird für die 52-Jährige natürlich die Kommunalwahl im März 2020 sein. Auch den Kontakt zur lokalen FW-Politik will sie hochhalten, dies sei schließlich die klassische Basis der Partei. Generalsekretäre sind für die Abteilung „Attacke“ zuständig. Verbale Blutgrätschen seien von ihr jedoch nicht zu erwarten. Sie wolle „objektiv und sachlich“ agieren. „Was ich nicht mag, ist polemisches Wadlbeißen.“

Schon jetzt hat Enders, verheiratet und drei Kinder, eine „60-Stundenwoche plus“. Dienstag bis Donnerstag ist Landtagszeit, den Rest der Zeit teilt sie sich frei für ihre politische Arbeit ein. Angesichts ihrer nun verstärkt bayernweiten Präsenz wird die Heimat jedoch zwangsläufig zurückstecken müssen. Ihr Mandant im Weilheimer Stadtrat und im Kreistag will sie jedoch nach eigenem Bekunden behalten. Auch den Kreisvorsitz, den Enders seit 2017 bekleidet. Zumindest bis Herbst, wenn Neuwahlen anstehen. „Es wird sich zeigen, wie sich der Arbeitsaufwand gestaltet“, sagt Enders und betont, dass dann die Mitglieder entscheiden müssen. Mit Susann Enders sitzen nun sieben Frauen im FW-Landesvorstand. Die drei Ministerposten haben mit Aiwanger, Piazolo und Thorsten Glauber allesamt Männer inne. Enders betont, dass sie nicht aus Geschlechterproporz gewählt wurde. „Das Letzte, was ich sein will, ist eine Quotenfrau.“

Seit Jahren ist Florian Streibl das Gesicht der Partei in der Region. Der Oberammergauer sitzt seit 2008 im Landtag, er ist Oberbayern-Chef und Fraktionsvorsitzender. Dass er Generalsekretär wird, „stand nicht zur Debatte“, sagt er. Als Fraktionschef „habe ich genug zu tun“. Vor allem müsse er, anders als ein Generalsekretär, Brücken zum Koalitionspartner bauen: „Beide Ämter sind nicht vereinbar gewesen.“

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