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Großes Interesse: Freya Klier (hinten stehend) berichtet den Gymnasiasten von ihren Erfahrungen in der DDR. 

aktuelles interview mit freya klier

„Eine Schande für meine Heimatstadt“

Weilheim – Bereits zum dritten Mal gastierte die ehemalige DDR-Bürgerrechtlerin Freya Klier am Weilheimer Gymnasium. Mithilfe der Hanns-Seidel-Stiftung wurde Klier für einen Projekttag engagiert. Die Heimatzeitung sprach mit der 1950 in Dresden geborenen Regisseurin und Autorin über ihre Arbeit, die DDR als Thema an Schulen – und Pegida in ihrer Heimatstadt.

Welche Ereignisse haben Sie besonders geprägt?

Freya Klier: Dazu zählt unter anderem der Tod meines Bruders, durch den ich Mitbegründerin der DDR-Friedensbewegung wurde. Aber es gibt viele wichtige Ereignisse – sowohl negative als auch positive.

Ist die DDR Thema an bayerischen Schulen?

Klier: :Das Interesse der Schüler wächst mit der Art, mit der man das Thema behandelt. Ich als Zeitzeugin bin im Vorteil. Durch mich können die Schüler eine Beziehung zur DDR-Diktatur herstellen.

Was halten Sie von Pegida?

Klier: Diese faschistische Bewegung ist eine Schande für meine Heimatstadt Dresden. Durch Pegida gingen auch schon Freundschaften von mir in die Brüche. Die Anhänger sind meiner Meinung nach Leute, die sich nur beschweren, sich aber nicht in die Gesellschaft einbringen.

Was wollen Sie den Schülern zeigen?

Klier: Ich erzähle sowohl von meinen persönlichen Erfahrungen als auch vom politischen Kontext. Ich zeige Dokumentationen von mir oder mache Rollenspiele mit den Schülern. Zudem beziehe ich mich auch auf Menschenrechte in heutigen Diktaturen. Ich erkläre, wie solche Regimes entstehen, aber auch, wie die Geheimdienste agieren oder wie die Presse und das Justizwesen gleichgeschaltet werden. Dinge, die derzeit etwa in Ägypten oder der Türkei zu beobachten sind.

Wie ist die Resonanz bei den Jugendlichen?

Klier: Sehr positiv. Ich fahre oft mit dem Zug, und unterwegs werde ich manchmal von Schülern angesprochen.

Seit wann erzählen Sie den Schülern davon?

Klier: Damit habe ich in den 1990er-Jahren angefangen. Seit 2007 halte ich jedoch nicht mehr nur kurze Vorträge, sondern halte mit Gruppen von rund 50 Schülern ganze Projekttage ab. Es braucht oft Zeit, bis die Jugendlichen in die Thematik eintauchen. Auffällig ist, dass ich selten von Schulen aus Ostdeutschland eingeladen werde.

Freya Kliers Film

„Meine Oderberger Straße“ ist am Dienstag, 26. April, um 21 Uhr im Fernsehsender „rbb“ zu sehen. Die Dokumentation erzählt die Geschichte der Oderberger Straße im Ostteil von Berlin, die einst im Grenzgebiet zu West-Berlin lag. Freya Klier lebte dort selbst zehn Jahre lang.

Regina Mittermeier

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