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Fridays for Future in Weilheim: „Die Zeit läuft uns davon“

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Von: Katrin Kleinschmidt

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Kleine und große Besucher lauschten der Kundgebung am Weilheimer Kirchplatz. Einige brachten selbst gestaltete Plakate mit – unter anderem mit „Olaf“, dem beliebten Schneemann aus dem Film „Die Eiskönigin“. Foto: Gronau
Kleine und große Besucher lauschten der Kundgebung am Weilheimer Kirchplatz. Einige brachten selbst gestaltete Plakate mit – unter anderem mit „Olaf“, dem beliebten Schneemann aus dem Film „Die Eiskönigin“. © Emanuel Gronau

Fridays for Future ist zurück: Rund 100 Besucher kamen zur Kundgebung auf dem Weilheimer Kirchplatz. Sie lauschten Musik und Reden – und staunten über ein mutiges, siebenjähriges Mädchen.

Weilheim – Es war das Bild des Nachmittags: Da stand nun die kleine Pina in ihrem gelben Mantel und sang lautstark ins Mikrofon – und alle anderen sangen mit. Die Siebenjährige war eine der Besucherinnen der „Fridays for Future“-Kundgebung am Weilheimer Kirchplatz. Als wenige Minuten zuvor der Protest-Sprechgesang „Kohlekonzerne“ angestimmt worden war, war sie noch unter den rund 100 Zuhörern gewesen – und hatte lauter mitgerufen als alle anderen. Prompt holte Musiker Jacob Dreschel das Mädchen ans Mikrofon.

Der 20-jährige Niederländer war selbst spontan zu der Kundgebung am Freitagnachmittag gekommen, weil die Demonstration in München abgesagt worden war. Und so spielte er nun eben in Weilheim seine Lieder für eine bessere Welt.

Von „Rettet Olaf“ und anderen Plakat-Sprüchen

Sie bildeten den Beginn und den Abschluss der Kundgebung, deren Besucher aus allen Altersklassen stammten. Einige hatten Plakate mitgebracht. „Rettet Olaf“ stand auf einem – daneben ein Bild vom gleichnamigen Schneemann aus dem Film „Die Eiskönigin“. Andere formulierten ihre Plakate ernster: „Ihr sollt endlich handeln, anstatt das Klima zu wandeln“ oder „Bäume fällen für 5G-Wellen?“ stand darauf.

Mit Mund-Nasen-Bedeckungen und Abstand zwischeneinander lauschten die Anwesenden den Worten der Redner. Den Anfang machte Michael Schröder-Schulze von der „Bürgerlobby Klimaschutz“. Er sei gekommen, „weil mir die Klimakrise unter den Nägeln brennt“, sagte der Weilheimer. Seit 30 Jahren setze er sich für die Umwelt ein, die Situation werde immer brisanter. „Lasst uns die Klimakrise wieder mit Schwung auf die Tagesordnung setzen“, sagte er.

Das forderte auch die 15-jährige Aurelia Zlomislic. „Die Zeit läuft uns davon“, sagte die Gymnasiastin, die der FFF-Gruppe Weilheim angehört und spontan ans Mikrofon geholt wurde. Sie nutzte die Gelegenheit und kritisierte die Trägheit in der Politik. Dass es auch anders gehe, zeige die Corona-Pandemie. „Wir haben gesehen, wir man vernünftig mit einer Krise umgehen kann.“ Immer wieder hätten Politiker innerhalb eines Tages wichtige Entscheidungen getroffen und schnell reagiert. „Klar gab es Einschränkungen. Aber man hat auch gesehen, wie die Bevölkerung damit umgehen kann.“ Richtiges und schnelles Krisenmanagement sei nun auch beim Umweltschutz unerlässlich.

„Wir profitieren von der Erde, aber wir geben nichts zurück“

Teresa Takacs (17) aus Uffing warb dafür, dass auch jeder an sich selbst arbeite. „Wir profitieren von der Erde, aber wir geben nichts zurück“, sagte sie. „Wir sind fast noch Kinder, und trotzdem sind wir die Menschen, die den Wandel schaffen können, nein müssen.“

Dazu ermutigte die Zuhörer anschließend auch Norbert Moy von „Pro Bahn“: „Fridays for Future ist eine junge Bewegung. Ihr dürft frech sein, lasst euch nicht einschüchtern“, sagte er – und nicht abspeisen: „Mit ein bisschen mehr Bahn und ein bisschen mehr Rad ist es nicht getan.“

Nach diesem Appell erklang das Protestlied. Und die kleine Pina trat in den Mittelpunkt – jung, ein bisschen wild und laut beeindruckte sie die Besucher. Selbst Mama Johanna staunte: „Ich bewundere es, wie mutig sie ist“, sagte die Weilheimerin. „Das sind die Kinder, die wir heute brauchen.“

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