Dieser Amphibienzaun wurde bei Zellsee aufgestellt: Die Erdkröten wandern auch in den Morgenstunden, wenn es warm und regnerisch ist.
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Dieser Amphibienzaun wurde bei Zellsee aufgestellt: Die Erdkröten wandern auch in den Morgenstunden, wenn es warm und regnerisch ist.

Bund Naturschutz-Kreisgruppe hat Schutzzäune aufgestellt

Frosche, Kröten und Molche wandern zum Laichen - beim Autofahren ist Vorsicht geboten

  • Franziska Florian
    vonFranziska Florian
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Derzeit wandern viele Amphibien wie Frösche und Kröten zu ihren Laichgewässern. Um sie vor dem Straßentod zu bewahren hat der Bund Naturschutz Zäune aufgestellt.

Landkreis – Im Frühling verlassen Amphibien ihre Winterquartiere und gehen auf Wanderung zu ihren Laichgewässern. Damit die Erdkröten, Gras- und Laubfrösche sowie die Berg- und Teichmolche nicht auf die Straßen hüpfen und überfahren werden, hat die Kreisgruppe Weilheim-Schongau des Bund Naturschutz zusammen mit den Straßenbauämtern wieder Schutzzäune aufgestellt. Weitere folgen in den kommenden Tagen.

Die Schutzzäune haben eine Gesamtlänge von rund siebeneinhalb Kilometern. „Die Gebiete werden von rund 80 ehrenamtlichen Helfern bis in die späten Nachstunden betreut“, so Maria Hermann, die bei der Kreisgruppe für die Koordination der Amphibienwanderung zuständig ist. Zwar sind die Helfer mit Warnwesten und Taschenlampen gut sichtbar, doch der Bund Naturschutz bittet darum, die Geschwindigkeitsbegrenzungen zu beachten und langsam und vorsichtig zu fahren.

An diesen Standorten sind die Zäune aufgestellt

Die Kreisgruppe Weilheim-Schongau hat in folgenden Gebieten die Amphibienzäune aufgestellt: in Penzberg am Stocksee, am Riederer Weiher und in Maxkron, am Kaltwasserweiher zwischen Murnau und Habach, am Goppoltsrieder See zwischen Seeshaupt und Eberfing, am Haarsee bei Marnbach, am Zellsee bei Paterzell, an der Eyach bei Oberhausen, am Bismarckweiher bei Steingaden, am Schwaigsee bei Wildsteig sowie bei Peustelsau südlich von Wildsteig.

Im vergangenen Jahr konnten rund 8000 Tiere durch die Zäune an neun Strecken vor dem Straßentod bewahrt werden, berichtet Hermann.

Gülleausbringung für Amphibien ebenfalls gefährlich

Doch nicht nur Straßen sind für die Amphibien gefährlich. „Unglücklicherweise fällt die Hauptwanderzeit der Tiere bei stärkeren Regenereignissen mit der Gülleausbringung und Wiesenpflege der Landwirte zusammen. Für die Tiere, die sich tagsüber in der Wiese vergraben haben, ist das Striegeln oder Walzen der sichere Tod.“ Dazu komme, dass Gülle eine ätzende Wirkung habe, die wegen der empfindlichen Haut der Amphibien auch noch Tage nach der Ausbringung gefährlich für die Tiere sein könne.

Die Kreisgruppe des Bund Naturschutz bittet die Landwirte im Landkreis deshalb, „die Wiesenpflege und Gülleausbringung vor den Zäunen auf die Zeit nach der Hauptwanderung der Amphibien auf Ende März zu verschieben“.

Ehrenamtliche Helfer,

die beim Sammeln der geschützten Frösche, Kröten und Molche mithelfen wollen, können sich bei der Koordinationsstelle Amphibienwanderung der Bund Naturschutz-Kreisgruppe Weilheim-Schongau unter Telefon 0881/637375 oder per E-Mail (bn.weilheim@t-online.de) melden.

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