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Randvoll war die Bühne beim Zusammenspiel von Kammer- und Gymnasiums-Orchester (hier um Clemens Hauck). 

Frühjahrskonzert des Weilheimer Kammerorchesters

In seiner Buntheit durchaus gewagt

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Vor der Pause große Klassik, nach der Pause großes Miteinander zweier Orchester bei mitreißender Filmmusik: Das ergab zusammen „großes Kino“ am Samstagabend in der fast voll besetzten Stadthalle.

Weilheim –  Und dazwischen hatte auch noch ein einheimisches Nachwuchstalent seinen großen, strahlenden Auftritt... Es blieben keine Wünsche offen beim Frühjahrskonzert des Weilheimer Kammerorchesters – obwohl das Programm in seiner Buntheit durchaus gewagt war.

Begonnen hatte der Abend in gewohnter Besetzung und gewohnten Bahnen: Mit einem knappen Dutzend Bläser-Gästen schwelgten die 24 Streicher des Kammerorchesters in Mozart. Zum Warmspielen die Ouvertüre zur Oper „Die Gärtnerin aus Liebe“, die der Wunderknabe 18-jährig aus dem Ärmel geschüttelt hatte, dann Mozarts volle Reife in der „Jupiter-Sinfonie“, seiner letzten Sinfonie überhaupt. Die Allegro-Sätze gelangen fein, Orchesterleiter Vasja Legiša dirigierte grinsend, genießend, ohne Noten – herzlicher Beifall und erste „Bravos“ begleiteten das Kammerorchester in die Pause.

Richtig viele und richtig laut wurden die „Bravos“ danach: Mit Scherzo und Melodie aus Tschaikowskys „Souvenir d’un lieu cher“ hatte die erst 17-jährige Geigerin Johanna Brunner ihren großen Auftritt, ein Talent aus den eigenen Reihen. Die junge Solistin atmete tief durch, hob forsch an, meisterte auch rhythmische Tücken bravourös, begeisterte mit Natürlichkeit und Können – eine kleine Sternstunde nicht nur für Brunner selbst.

Dann kam, sah und siegte eh die Jugend: Mit dem groß besetzten Sinfonieorchester des Gymnasiums Weilheim (Leitung: Clemens Hauck) schwoll der Klangkörper des Frühjahrskonzertes auf rund 100 Musiker an. Da war kein Quadratzentimeter mehr frei auf der Bühne – und mit der Farandole aus Bizets „L’Arlésienne-Suite Nr. 2“, einem schwungvollen Tanz, der schon die berühmte „Carmen“ des Komponisten erahnen lässt, eroberte das Riesen-Orchester das Publikum im Sturm. Und dem, was folgte, konnte sich ohnehin keiner entziehen: Hauck dirigierte enthusiastisch die rasante irische Filmmusik zu „The Lord of the Dance“, Legiša in sanften Bögen den Welthit „New York, New York“. Das berühmte Gesangsthema wanderte in letzterem munter durch die Instrumentengruppen, und alle hatten sichtlich Spaß dabei – Spaß, der in diesem Fall von Können kommt.

Der rauschende Beifall war nur mit zwei Zugaben zu bändigen: ein schöner Gag der legendäre „Typewriter“, bei dem Legiša, der eigentlich Cellist ist, das wunderbare Schreibmaschinensolo zugedacht wurde; er hat es, nun ja, bewältigt... Bei der Wiederholung von „New York, New York“ dirigierte Legiša wieder das Orchester – und Hauck das Publikum. So endete ein musikalisch anspruchsvolles und zugleich populäres Konzert mit viel Schnipsen, viel Klatschen und bester Laune.

Das Herbstkonzert

des Kammerorchesters am Samstag, 18. November, in der Stadthalle ist zugleich das Jubiläumskonzert zum 40-jährigen Bestehen. Geplant sind u.a. Beethovens 6. Sinfonie und Schumanns Klavierkonzert (Solist: Detlev Eisinger).

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