Abhängig von bestimmten Daten

Führerschein-Umtausch: Diese Fristen müssen jetzt eingehalten werden - sonst droht eine Strafe

  • Franziska Florian
    VonFranziska Florian
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Wegen einer Gesetzesänderung der Bundesregierung müssen alle Führerscheine umgetauscht werden. Je nach Geburts- oder Ausstellungsjahr gelten dabei bestimmte Fristen.

Landkreis – Die Gesetzesänderung gilt für ganz Deutschland und ist nichts, was sich die Führerscheinstelle des Landratsamtes Weilheim-Schongau einfach so ausgedacht hat, erklärt Wolfgang Mini, Leiter des Sachbereichs „Verkehr“ im Landratsamt. Bereits seit Längerem sollten die alten Führerscheine umgetauscht werden.

Doch die Aktion läuft eher schleppend, wie Sabrina Loy, Leiterin der Führerscheinstelle, sagt. „Seit einem dreiviertel Jahr haben circa 500 Bürger ihren Führerschein umgetauscht.“ Wie viele Landkreis-Bürger ihre Lappen umtauschen müssen, kann Loy nicht genau sagen. Denn nicht jeder hat seinen Führerschein auch hier gemacht. Bei Zugezogenen liegen die Daten dann noch bei der Behörde in dem Ort, wo die Prüfung absolviert wurde, sagt Mini.

Scheck-Karten-Führerscheine ohne Gültigkeitsdatum müssen getauscht werden

Von der Umtauschpflicht betroffen sind vor allem die alten rosa- und grünfarbenen Papierführerscheine. Aber auch ältere Kartenführerscheine sind betroffen. Jedoch nur, wenn sie vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurden und damit kein aufgedrucktes Gültigkeitsdatum haben. Doch keine Panik, nicht jeder muss sofort seinen Führerschein gegen einen neuen, fälschungssicheren EU-Ausweis umtauschen. Für den Tausch der Papierführerscheine richtet sich die Frist nach dem Geburtsjahr des Besitzers, für die Kartenführerscheine nach dem Ausstelldatum (siehe Kasten).

Das sind die Fristen für den Pflichtumtausch der alten Führerscheine

Für alle Führerscheinumtausche gilt der 19. Januar als Stichtag des jeweiligen Jahres. Bei denjenigen, die noch einen alten rosa- oder grünfarbenen Papierführerschein besitzen, richtet sich die Umtauschfrist nach dem Geburtsjahr. Wer vor 1953 geboren ist, muss seinen Führerschein bis spätestens 2033 umtauschen, von 1953 bis 1958 bis 2022, zwischen 1959 und 1964 2023. Bei den Geburtsjahren von 1965 bis 1970 muss der Führerscheinumtausch bis 2024 erfolgen, ab 1971 bis 2025. Wer einen Scheck-Karten-Führerschein besitzt, der vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurde, muss andere Umtauschfristen beachten. Denn dabei gilt das Ausstellungsdatum, das auf der Vorderseite des Führerscheins unter „4a.“ zu finden ist. Liegt das Ausstellungsjahr zwischen 1999 und 2001 muss er bis 2026 umgetauscht werden, bei Führerscheinen zwischen 2002 und 2004 bis 2027 und zwischen 2005 und 2007 bis 2028. Führerscheine, die 2008 ausgestellt wurden, müssen bis 2029 bei der Zulassungsstelle abgegeben werden, bei Ausstellung im Jahr 2009 bis 2030, im Jahr 2010 bis 2032 und bei Ausstellung 2011 bis 2032. Führerscheine, die von 2012 bis zum 18. Januar 2013 von den Behörden ausgestellt wurden, sind bis zum 19. Januar 2033 umzutauschen. ff

Die aktuellste Frist läuft noch bis 19. Januar 2022. Dabei sind diejenigen betroffen, die noch einen Papierführerschein besitzen und zwischen 1953 und 1958 geboren sind. Bei dieser Gruppe „erwarten wir rund 7000 Umtauschaktionen“, erklärt Sachbereichsleiter Mini. Es sei enorm wichtig, dass die betroffenen Personen noch für dieses Jahr einen Termin vereinbaren und nicht erst zum Fristende.

Führerscheine sollen nicht nur in Weilheim umgetauscht werden

Da die Führerscheine an beiden Zulassungsstellen in Weilheim und Schongau abgegeben werden können, bittet Mini die Bürger darum, nicht nur nach Weilheim zu fahren. „Auf der Internetseite gibt es eine Aufteilung der Gemeinden“, die zeigt, welche zu welcher Zulassungsstelle gehört. Rund zwei Drittel wären demnach Altlandkreis Weilheim, ein Drittel Altlandkreis Schongau.

In Weilheim wurde für den Umtausch sogar der Eingangsbereich des Landratsamtes in der Stainhartstraße umgebaut: Gleich gegenüber vom Haupteingang steht ein roter Tresen, an dem der Umtausch stattfindet, damit sich nicht alles in der Führerscheinstelle selbst tummelt.

Um den alten Führerschein auswechseln zu können, werden ein gültiges Ausweisdokument, ein aktuelles biometrisches Passbild, das nicht älter als ein Jahr sein soll, der Führerschein sowie die Antragsgebühr von 30,30 Euro benötigt.

Bei alten Papierführerscheinen, die nicht im Landkreis gemacht wurden, brauchen die Mitarbeiter der Führerscheinstelle noch eine Karteikartenabschrift. „Da kann man bei der Behörde, bei der der Führerschein ausgestellt wurde, anrufen und die schicken das direkt an uns“, erklärt Loy. Die Beantragung dieser Karteikartenabschrift „sollte in Terminnähe beantragt werden“, damit sie nicht ewig beim der Kfz-Zulassungsstelle rumliegt, so Mini.

Führerschein-Umtausch: Termine müssen vereinbart werden

Wegen der Corona-Pandemie muss für den Pflichttausch des Führerscheins ein Termin vereinbart werden. Am besten gehe das auf der Internetseite des Landratsamtes Weilheim-Schongau unter „Online-Terminvergabe“.

Für weitere Informationen liegen auch Flyer in den einzelnen Kommunen im Landkreis aus. „Wir haben die Gemeinden gebeten, die Flyer und Plakate im Einwohnermeldeamt auszulegen beziehungsweise aufzuhängen“, erklärt Mini.

Wer an seinem alten Führerschein hängt, darf ihn mit nach Hause nehmen

Vielen Bürgern sei es wichtig, dass sie ihren alten Führerschein wieder mitnehmen dürfen. „Das geht natürlich“, sagt Führerscheinstellenleiterin Loy. Der alte wird entwertet, ist aber noch zwei Monate gültig. Denn: Den neuen EU-Führerschein gibt es nicht sofort beim Termin im Landratsamt. „Es dauert im Schnitt drei Wochen, bis der ankommt“. Verschickt wird er mit der Post, sodass nur ein persönlicher Termin vor Ort nötig ist.

Der neue, fälschungssichere EU-Führerschein ist dann ab dem Ausstellungsdatum 15 Jahre gültig. Wer sich gegen den Umtausch weigert, und nach seinem Fristende noch mit dem alten Führerschein fährt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die circa zehn Euro kostet.

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Rubriklistenbild: © Gronau

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