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Oberbayerisch-schwäbische Koalition. Sie taten sich zusammen, um aus ihren beiden „Mercedes-Benz“-Autohäusern eins zu formen, von links Hans Medele, Anneliese Medele und Johannes Medele, der künftig einer der beiden Geschäftsführer ist, sowie Sylvia Schäfer, Peter Schäfer, der als Sprecher der Geschäftsführung fungiert, Wilhelm Schäfer und Irene Schäfer.

Fusion zur  „MedeleSchäfer GmbH“

Zwei Familien, ein Autohaus

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Die „Mercedes“-Autohäuser „Medele“ aus Weilheim und „Schäfer + Waibl““ aus Schwabmünchen fusionierten zur „MedeleSchäfer GmbH“. Gefeiert wurde der Zusammenschluss in Landsberg.

Weilheim/Landsberg Im künftigen Firmensitz von „MedeleSchäfer“ im Landsberger Industriegebiet, in jenem Gebäude, auf dem heute noch allein „Medele“ draufsteht, wurde gestern nicht an Superlativen gespart. Von einer „historischen Stunde“ war die Rede, von „einem Meilenstein für die beiden Familien“, von „einem Glücksfall“ und von einem „großen Tag“.

Alle diese Umschreibungen galten der Tatsache, dass aus den beiden bisher voneinander unabhängigen „Mercedes-Benz“-Autohäusern, „Medele“ im Oberbayerischen und „Schäfer + Waibl“ im Schwäbischen, ab 1. Januar kommenden Jahres ein Autohaus wird. Mit den sechs Niederlassungen in Weilheim, Landsberg, Füssen, Königsbrunn, Schwabmünchen und Bad Wörishofen wird es der größte „Mercedes-Benz“-Vertreter in Oberbayern und Schwaben sein – von Krumbach (Landkreis Günzburg) bis ins Allgäu reicht das Geschäftsgebiet. Als Geschäftsführer fungieren Johannes Medele (31) und Peter Schäfer (45), Letzterer als Sprecher der Geschäftsführung. Seit einem halben Jahr arbeiteten die beiden auf die Fusion hin.

Johannes Medele und Peter Schäfer entstammen jeweils der vierten Generation der beiden Autohaus-Familien. Die Firma „Medele“ wurde 1921 gegründet, die Firma „Schäfer“ 1895. Beide haben, so Peter Schäfer, ihre Immobilien in das neue Unternehmen eingebracht.

Welche Dimension „MedeleSchäfer“ haben wird, verdeutlichte Peter Schäfer anhand einiger Zahlen. Künftig sollen jährlich 42 000 Autos und Nutzfahrzeuge in den Werkstätten instandgesetzt und 3100 Neu- und Gebrauchttahrzeuge verkauft werden. Der Umsatz soll bei 140 Millionen Euro liegen, der Ersatzteile-Umsatz bei 17 Millionen Euro. Zudem sollen 1,5 Millionen Arbeitswerte verkauft werden, die 125 000 Arbeitsstunden entsprechen. Die Zahl der Beschäftigten liegt bei 330, davon sind 70 Auszubildende. Die neue Größe soll in einigen Jahren auch von außen sichtbar sein: Der künftige neue Firmensitz in Landsberg wird laut Johannes Medele bis 2020 aus- und neu gebaut.

Die Fusion ist Folge einer neuen Strategie des Automobilkonzers „Mercedes-Benz“. Wie Michael Feil, Vertriebsmanager in Bayern, sagte, wird gerade das Vertriebsnetz des Autokonzerns in Deutschland neu organisiert. 40 große Standorte soll es bis 2025 in ganz Deutschland nur noch geben, einer davon wird der in Landsberg sein.

„Sie spielen jetzt in der automobilen Champions-League“, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer an die Adresse der Medeles und Schäfers. Er nannte die Themen „Diesel“, „Digitalisierung“ und „E-Mobilität“ als die großen Herausforderungen der Zukunft. Landsbergs Oberbürgermeister Matthias Neuner zeigte sich erfreut, dass seine Stadt das Zentrum der neuen „MedeleSchäfer GmbH“ wird. Weilheims 3. Bürgermeisterin Angelika Flock sagte, dass Weilheim 15 Autohäuser habe, „Medele“ aber das älteste und „ein ganz wichtiger Standortfaktor“ sei. Schwabmünchens Bürgermeister Lorenz Müller betonte, dass die Firma „Schäfer + Waibl“ aus seiner Stadt „nicht wegzudenken ist“, auch weil sie „viel Geld“ ausgebe für die Förderung von Kultur, Vereinen und sozialen Einrichtungen.

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