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An alles ist gedacht: In Weilheim werden inzwischen auch über zehn Krippen-Gruppen angeboten. 

Gebühren für die Kindertagesstätten

Stadt lässt sich Nachwuchs einiges kosten

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Die Gebühren für die Kindertagesstätten in Weilheim (Kitas) steigen ab Herbst wieder, diesmal stärker als in den Jahren zuvor. Darauf einigten sich die Vertreterinnen und Vertreter aller Kitas der Stadt bei einer großen Gesprächsrunde Ende Januar im Rathaus.

Weilheim – Doch auch die erhöhten Elternbeiträge decken nur einen geringen Teil der Betriebskosten der Kitas ab. Den Rest übernimmt die Stadt. Im  vergangenen Jahr ließ sie sich die Betreuung des Nachwuchses rund 3,2 Millionen Euro kosten, so hoch war das Defizit aller Weilheimer Kitas zusammen, wie Hauptamtsleiterin Karin Groß in der Februar-Sitzung des Stadtrates sagte, als es um die Gebührenerhöhung ging.

Um zu vermeiden, dass Gebührenerhöhungen auf einen Schlag zu hoch ausfallen, gilt in Weilheim schon seit langem das Prinzip: lieber öfter um kleine Beträge erhöhen als in großen Abständen um hohe Beträge. Bei den Kita-Gebühren galt dafür die Regel: Sie steigen für Kindergärten und Krippen abwechselnd entweder um zwei beziehungsweise um vier Euro oder um drei beziehungsweise sechs Euro im Monat.

Heuer allerdings ist das erstmals anders. Ab Herbst schlagen die Kindergartengebühren mit vier Euro mehr pro Monat zu Buche, die Krippengebühren mit sechs Euro mehr im Monat. Somit wird erstmals auch die Grenze von 300 Euro im Monat erreicht. So viel kostet künftig die Betreuung in einer Krippe bei der Höchstbuchungszeit von neun bis zehn Stunden. Gleichzeitig gibt es erstmals aber auch einen Gebührenstillstand. Bei einer Buchungszeit von drei bis vier Stunden bleibt alles beim Alten: Im Kindergarten sind dafür weiterhin 90 Euro, in der Krippe 180 Euro fällig.

Dass alles ein bisschen anders ist, liegt am bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales. Dieses hatte verfügt, dass zwischen den einzelnen Buchungszeit-Kategorien von der ersten Stufe an eine Staffelung von zehn Prozent sein müsse. Nur durch das Einfrieren dieser Stufe hätten zu hohe Gebührensteigerungen vermieden werden können, sagte Groß.

Gegen die Erhöhung der Elternbeiträge hatten die Stadträte nichts einzuwenden. „Wir haben sehr, sehr günstige Gebühren in Weilheim“, sagte CSU-Sprecherin Marion Lunz-Schmieder. Bürgermeister Markus Loth (BfW) meinte gar: „Wir sind viel zu günstig im Vergleich zu anderen Kommunen“. Das Kindergarten-Defizit übernehme die Stadt aber ebenso selbstverständlich wie das von vielen anderen Einrichtungen wie Musikschule und auch Bürgerheim, so Loth weiter.

Laut Stadtkämmerer Christoph Scharf lagen die Einnahmen für alle Weilheimer Kitas – von den drei städtischen über die kirchlichen bis hin zum Waldkindergarten – im Jahr 2016 bei 3,9 Millionen Euro. Darin sind staatliche Zuwendungen wie Personalkostenzuschüsse ebenso enthalten wie die Elternbeiträge. Diesen Einnahmen standen Ausgaben in Höhe von 7,1 Millionen Euro gegenüber.

Die günstigen Kita-Gebühren seien sicher ein Standortvorteil von Weilheim, ob die Stadt sich das wachsende Defizit auf Dauer leisten könne, diese Frage wollte Scharf der Heimatzeitung gegenüber nicht beantworten. „Das ist eine politische Entscheidung“, sagte er. Sicher sei aber, dass die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben bei den Kitas weiter auseinandergehe.

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