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An der Staatsstraße zwischen Penzberg und Bichl gibt es eine solche Anlage schon.

Das gefällt nicht jedem

Ein Solarfeld im Weilheimer Moos?

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In den nächsten Jahren werde die Zahl der Solarfelder im Landkreis stark zunehmen – da waren sich bei einer Diskussionsrunde kürzlich sämtliche Landratskandidaten einig. Eine neue Bauanfrage liegt jetzt für eine Wiese im Weilheimer Moos vor. Doch diese Vorstellung behagt nicht allen.

Weilheim – Rund 1,3 Hektar groß soll die Photovoltaik (PV)-Freiflächenanlage werden, die in der Februar-Sitzung erstmals, aber gewiss nicht zum letzten Mal Thema im Bauausschuss des Weilheimer Stadtrates war. Avisiert ist dafür der bisher landwirtschaftlich genutzte, mit einem Feldweg von der Tankenrainer Straße erschlossene Teil eines insgesamt 3,3 Hektar großen Privatgrundstücks. Die übrigen zwei Hektar des Areals sind nach Angaben des Stadtbauamtes Waldfläche.

In der Umgebung gebe es viele Biotope, es handle sich um eine „sehr hochwertige, naturschutzrelevante Landschaft“, erklärte Stadtbauamts-Mitarbeiter Stefan Kirchmayer. Selbstredend wäre für eine PV-Anlage dort „eine gewisse Infrastruktur“ nötig, und möglicherweise würde dadurch auch ein Bezugsfall entstehen.

„Unter dem Gesichtspunkt Energiewende muss uns klar sein, dass wir solche Anlagen brauchen“, eröffnete BfW-Sprecherin Brigitte Holeczek die Diskussion. Doch fraglich sei, ob dies der richtige Standort dafür wäre. Holeczek wünschte sich vor der Entscheidung eine Stellungnahme der „Schutzgemeinschaft Weilheimer Moos“.

Deren Vorsitzender Reinhold Schumacher hatte sich vorab bereits kundig gemacht. Doch in der fast 30 Jahre alten Biotopkartierung sei die fragliche Teilfläche nicht genau erfasst, wie Schumacher in der Sitzung auf Anfrage sagte. „Um genau zu wissen, was dort wächst“, schlug er vor, die Fläche im Mai oder Juni „pflanzensoziologisch und eventuell auch tiersoziologisch“ zu untersuchen.

„Ich verstehe den Naturschutz“

Auch Alfred Honisch warb dafür, erst „Expertise“ einzuholen. „Auf den ersten Blick würde man sagen: Wen stört das dort hinten?“, so der Grünen-Sprecher. Doch problematisch sei die Frage der Bezugsfälle. Darauf verwies auch Walter Weber (FW) –und fügte an: „Grundsätzlich gehören PV-Anlagen meiner Meinung nach aufs Dach.“

Claus Reindl und Rupert Pentenrieder (beide BfW) plädierten dafür, den angefragten Standort genauer anzuschauen und nicht gleich zu verwerfen. „Ich verstehe den Naturschutz“, sagte Pentenrieder, der im Stadtrat als Referent für die Landwirtschaft fungiert, doch würden Wiesen durch PV-Anlagen „nicht zubetoniert“: Zwischen den Modulen könnten weiter Pflanzen gedeihen.

„Grundsätzlich wollen alle die Energiewende“, stellte Klaus Gast (CSU) fest, „aber wenn es konkret wird, wird es schwieriger“. Weil es immer wieder Anfragen gebe, müsse die Stadt überlegen, wo solche Anlagen auf Weilheimer Flur generell vorstellbar seien. Der neu gewählte Stadtrat, der ab Mai im Amt sein wird, solle diesbezüglich „eine Grundsatzentscheidung treffen“.

SPD-Vertreter Michael Lorbacher sah die vorliegende Bauanfrage schon mal „grundsätzlicher“, wie er sagte: Die Stadt bemühe sich seit Jahren, das Weilheimer Moos „von Bebauung freizubekommen und wieder zu einem hochwertigen Gebiet werden zu lassen“ – zu diesen Bemühungen wäre ein Solarfeld dort „kontraproduktiv“ und würde „ein Fass öffnen“. Lorbacher lehnte die Bauanfrage deshalb ab. Alle anderen Ausschussmitglieder waren dafür, die Entscheidung zu vertagen und erst einmal Stellungnahmen von Naturschutz-Fachleuten einzuholen.

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