Klaus Gast (r., sitzend), Bernhard Greiner (h., Mitte) und Hans Seemüller (h., links) wollen die ökologisch wertvollen Magerrasen-Hänge des Gögerls als Naherholungsgebiet erhalten und sind daher gegen den Straßenbau in diesem Bereich.
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Klaus Gast (r., sitzend), Bernhard Greiner (h., Mitte) und Hans Seemüller (h., links) wollen die ökologisch wertvollen Magerrasen-Hänge des Gögerls als Naherholungsgebiet erhalten und sind daher gegen den Straßenbau in diesem Bereich.

Begehung am Gögerl

Gegen jede oberirdische Umfahrung

Rund 50 Weilheimer waren auf Einladung der „Schutzgemeinschaft Gögerl und Weilheimer Osten“ auf das Gögerl gekommen. Sie ließen sich bei einer Wanderung über die geplante Ostumfahrung informieren.

Weilheim – Unter dem Motto „entdecke die Schätze am Gögerl“ informierte Kreisheimatpfleger Klaus Gast über die Geschichte des Gögerls, das schon Mitte des 19. Jahrhunderts als Freizeitgelände für die Weilheimer Bürger aufgewertet wurde. Thomas Vijverberg vom Bund Naturschutz sieht vor allem den ökologischen Wert des vier Hektar großen Magerrasens, der einen besonders artenreichen Lebensraum für Pflanzen und Tiere bildet. Für den Vorsitzenden der Schutzgemeinschaft, den Sportmediziner Bernhard Greiner, hat das Gögerl zudem eine große Bedeutung als Sportgelände.

Hans Seemüller sieht als Landwirt auch die Bedeutung der Flächen im Südosten der Stadt für die Landwirtschaft. Er ist gegen die Ostumfahrung, weil dadurch der Landwirtschaft Flächen verloren gehen würden. Außerdem fürchtet er, dass durch die weite Ostumfahrung mit Tunnel und tiefem Einschnitt in der Landschaft der Grundwasserhaushalt der Gegend gestört werden könnte.

Wie Greiner betont, ist der 2019 gegründete Verein, der die Gemeinnützigkeit anstrebt, grundsätzlich gegen jede oberirdische Variante der Entlastungsstraße. Dass er sich in seinem Namen auf den Osten bezieht, liege nur daran, dass er einen Ausgleich zur „Schutzgemeinschaft Weilheimer Moos“ schaffen will, die sich auf den Westen der Stadt bezieht.

Inzwischen gibt es acht Gruppierungen, die sich mit der geplanten Umfahrung von Weilheim beschäftigen. Die „Schutzgemeinschaft Weilheimer Moos“ will eine Straße im Westen verhindern, die „Heimat 2030“ lehnt jede Art von Naturzerstörung durch den Bau einer Umfahrung ab, auch der „Bund Naturschutz“ und Arbeitskreise der „Agenda 21“ sind – mit unterschiedlichen Schwerpunkten – für eine Verkehrswende ohne weiteren Straßenbau. „Pro Bahn“ hat mit der Forderung, den Schienenverkehr zu stärken, einen anderen Ansatz, der aber bei Erfolg den Bau von Entlastungsstraßen überflüssig machen könnte. Nur die Bürgerinitiative „Entlastung jetzt“ und die „Bürgerinitiative für Weilheims Zukunft“ sprechen sich für den Bau einer neuen Straße aus. Dieses soll die Anlieger entlasten.

Einen Tunnel oder eine Einhausung einer tiefergelegten Straße würden laut Greiner viele Gegner einer oberirdischen Straße akzeptieren, da sie die Natur weniger stark beeinträchtigen. Allerdings fürchtet Greiner, dass die Corona- und die folgende Wirtschaftskrise, durch die die Steuereinnahmen des Staates sinken, dazu führen werden, dass nur Billiglösungen umgesetzt werden. Und die billigste Lösung der Weilheimer Umfahrung sei die stadtnahe Ostvariante, da sie am kürzesten ist und keine Ammerbrücken gebaut werden müssen.

Info

Die „Schutzgemeinschaft Gögerl und Weilheimer Osten“ informieren auf ihrer Website schutzgemeinschaft-wm-ost.de, ihre Mail-Adresse lautet schutzgemeinschaft-wm-ost@googlegroups.de.

Alfred Schubert

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