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Das hat Weilheim mit dem Geldsegen vor

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Von: Magnus Reitinger

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Der denkmalgeschützte Stadel an der Eisenkramergasse in Weilheim
Sehenswert, außen wie innen: Bei den Weilheimer Lichtkunstfestivals (hier Foto vom Oktober 2016) wurde der denkmalgeschützte, damals noch in Privatbesitz befindliche „Drei-Mohren-Stadel“ an der Eisenkramergasse schon als Ausstellungsort und Treffpunkt genutzt – mit provisorischen Einbauten. © Emanuel Gronau/Archiv

Ein leer stehender Laden im Zentrum soll für ein, zwei Jahre zum Kulturtreff werden. Und der „Drei-Mohren-Stadel“ kann für eine Zwischennutzung fit gemacht werden. Das sind zwei der Projekte, in die Weilheim das Geld aus dem Sonderfonds „Innenstädte beleben“ investieren will.

Weilheim – 240.000 Euro bekommt die Stadt Weilheim aus dem 100-Millionen-Fonds, den der Freistaat zur Belebung und Stärkung der bayerischen Innenstädte nach den Corona-Lockdowns aufgelegt hat. Weil der Fördersatz 80 Prozent beträgt, muss die Stadt selbst 60.000 Euro dazugeben. Somit stehen insgesamt 300.000 Euro zur Verfügung. Und die, so hat es der Hauptausschuss des Stadtrates am Mittwoch einstimmig beschlossen, werden wie folgt ausgegeben:

Die einzelnen Posten im Überblick

- 135.000 Euro gehen in einen Projektfonds, aus dem binnen drei Jahren verschiedene Maßnahmen in der Innenstadt finanziert werden – zum Beispiel zu deren „Möblierung“, wie Jutta Liebmann erklärte, die Leiterin des Amtes für Standortförderung, Kultur und Tourismus im Rathaus. Kriterien dafür hat eine vorläufige Lenkungsgruppe entwickelt, der Stadtrats- und Innenstadtvertreter angehören.

- 50.000 Euro gibt es für ein Zwischennutzungskonzept, mit dem ein leer stehender Laden in zentraler Lage für maximal zwei Jahre zu einem Ort werden soll, „an dem kulturelle Angebote entwickelt und neue Angebote erprobt werden können“. Laut Liebmann könnte das Stadtmuseum dort „ein wechselndes Schaudepot und Museumspädagogik anbieten“. Der Lichtkunst-Verein und das Kunstforum sollen eigene Bereiche für Ausstellungen, Kurse oder Kulturtreffen erhalten. Auch Platz für einen Pop-up Store soll dort sein, „damit beispielsweise expansionswillige Geschäfte, gründungswillige Start-ups oder kreative Handwerker die Möglichkeit erhalten, ihre Produkte/Angebote temporär auf dem Markt zu testen bzw. den Standort Weilheim zu testen“.

- 15.000 Euro stehen für einen „gemeinsamen Workshop der verschiedensten Innenstadtakteure“ zur Verfügung. Dabei sollen Liebmann zufolge „alle gesellschaftlichen Gruppierungen und jedes Alter“ vertreten sein. Denkbar wäre zusätzlich eine Online-Befragung. Die Vertreter der Grünen warben im Hauptausschuss dafür, die Workshop-Teilnehmer nach Art eines „Panels“ zufällig zuzulosen.

- 100.000 Euro gibt es schließlich für eine Maßnahme „Bauliche Investition für Zwischennutzung“. Damit soll der so genannte Drei-Mohren-Stadel an der Eisenkramergasse, für den es bereits ein „Kulturstadel“-Konzept gibt, so weit hergerichtet werden, dass ihn Kulturschaffende temporär nutzen können – noch ehe dieser komplett umgebaut und eine endgültige Nutzung festgelegt wird. Geplant sind unter anderem eine Stahlaußentreppe auf der Südseite, die dauerhaft als zweiter Fluchtweg aus dem Obergeschoss genutzt werden könnte, und der Einbau einer Fluchttüre im Parterre. Dafür müssen zunächst Gutachten in Sachen Denkmalschutz, Brandschutz und Statik eingeholt werden. Mittel dafür sind im Stadt-Haushalt bereits eingeplant.

„Eine einmalige Chance“

Die Zuwendungen aus dem Sonderfonds seien insgesamt „eine einmalige Chance“, fasste Jutta Liebmann zusammen – und so sahen es auch die Mitglieder des Hauptausschusses. Klaus Gast (CSU) betonte, die neuen Projekte müssten „wirklich ein zusätzlicher Gewinn“ für Weilheim sein „und nicht einfach Dinge, die man eh schon immer machen wollte“. Für Tillman Wahlefeld (BfW) ist die Zwischennutzung eines leer stehende Ladens „das Interessanteste aus der ganzen Fördergeschichte“: So könne nicht nur „ein aktueller Leerstand gefüllt“ werden, sondern „Start-ups jeder Art“ könnten sich ausprobieren, „ohne gleich ins Vollrisiko als Kaufmann gehen zu müssen“.

Bürger können Anträge stellen

„Etwas wirtschaftslastig“ erschien Grünen-Vertreterin Brigitte Gronau die Lenkungsgruppe, der die Stadtratsreferenten für Wirtschaft, Kultur, Veranstaltungen, Tourismus, Jugend und Familie angehören, dazu zwei Vertreter des Aktionskreises Innenstadt, je einer des Einzelhandelsverbandes und des Standortförderungsvereins sowie die Leitungen von Stadtmuseum, Standortförderung und Stadtbauamt. Gronau fehlen dabei Aktive der Weilheimer Agenda 21, speziell des Arbeitskreises „Natur“. Liebmann entgegnete, die Lenkungsgruppe sei ohnehin schon „ein sehr großes Gremium“. Themenbezogen könne man aber stets weitere Mitwirkende hinzuziehen. Außerdem stehe es der Agenda wie auch anderen Gruppierungen und jedem Bürger offen, Anträge für Maßnahmen zu stellen.

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