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Starkregen könnte in Hohenpeißenberg künftig aus wissenschaftlicher Sicht betrachtet werden. 

Gemeinde will bei Projekt mitmachen

Hohenpeißenbergs Starkregen soll Wissenschaft nutzen

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Wenn es gut läuft, dann könnten Starkregenereignisse in Hohenpeißenberg bald für die Wissenschaft interessant werden. Die LMU und die „Energiewende Oberland“ suchen eine Pilotkommune, die beim „KARE“-Projekt mitmacht. Der Gemeinderat hat beschlossen, dass sich Hohenpeißenberg bewerben soll – Weilheim tut das auch.

Hohenpeißenberg – Starkregen kann in Hohenpeißenberg schnell zum Problem werden, denn der Hohe Peißenberg ist in dieser Hinsicht unberechenbar, wie Bürgermeister Thomas Dorsch schildert. „Man kann nie sagen, wo das Wasser herunterkommt.“ Wenn es irgendwo am Berg einen kleinen Erdrutsch gegeben habe oder wenn sich das Wasser aus anderen Gründen einen anderen Weg suche, seien plötzlich Wohnviertel von Hohenpeißenberg von Überschwemmungen bedroht, in denen es noch nie Probleme gab. Deswegen sei schwer vorherzusehen, wo das Wasser für Schwierigkeiten sorge. „Wir haben keine klaren Risikobereiche“, erläutert Dorsch. Der Hohe Peißenberg sei ein Quellenberg und das im Zusammenspiel mit dem Lehmboden, auf dem das Wasser schlecht versickern könne, verschärfe die Situation noch, sagt Dorsch.

Viele Gründe, um die Situation bei Starkregen einmal genauer unter die Lupe nehmen zu lassen. Das sahen auch die Mitglieder des Hohenpeißenberger Gemeinderates so und haben in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig dafür gestimmt, sich als Pilotgemeinde für das „KARE“-Projekt zu bewerben. Bei dem Projekt, das die LMU München und die Bürgerstiftung „Energiewende Oberland“ gemeinsam leiten, geht es um Risikomanagement bei Starkregenereignissen. „KARE“ ist die Abkürzung für Klimawandelanpassung auf regionaler Ebene.

Eine Kommune wird als Pilotkommune ausgewählt und drei Jahre lang begleitet. Es wird eine Bestandsanalyse gemachte, Gefahren und Risiken eingeschätzt und die Entwicklung von Maßnahmen zur Risikoverringerung entwickelt. Durch das Projekt soll den Kommunen im Oberland regionalisierte Informationen zu den Auswirkungen des Klimawandels zur Verfügung gestellt und es sollen in Zusammenarbeit mit den Einheimischen planungsrelevante Instrumente für das gemeindliche Risikomanagement und die Anpassung an den Klimawandel entwickelt werden.

Falls Hohenpeißenberg ausgewählt würde, wird einiges an Mitarbeit von der Gemeinde gefordert: Es werden Interviews mit der Verwaltung und den Verantwortlichen geführt und erwartet, dass gemeinsam an einer Strategie gearbeitet wird, wie sich mit den veränderten Klimabedingungen umgehen lässt.

Alle Gemeinden wurden von der LMU angeschrieben und gefragt, ob sie sich für das Projekt bewerben wollen, deswegen ist noch nicht gesagt, dass Hohenpeißenberg auch ausgewählt wird. Der Bürgermeister räumt der Bewerbung seiner Gemeinde aber zumindest gute Chancen ein. Die Lage am Hohen Peißenberg und das Observatorium im Hintergrund, das zuverlässige Daten liefern könnte, sind seiner Ansicht nach Pluspunkte. „Auch wenn viel Arbeit auf uns zukommt, das wäre eine gute Geschichte für uns“, sagt Dorsch.

Auch Weilheim bewirbt sich für das Projekt.

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