+
Das Gewerbegebiet „Achalaich“ (hinten) verbindet Polling und Weilheim. 

Gemeinsames Gewerbegebiet von Weilheim und Polling

„Achalaich“ unter Dach und Fach

  • schließen

Applaus und eine spontane Umarmung gab es im Weilheimer Rathaus, nachdem der Pollinger Gemeinderat einstimmig und der Weilheimer Stadtrat mit großer Mehrheit den Satzungsbeschluss für das gemeinsame Gewerbegebiet „Achalaich“ gefasst hatten. Nun können die Grundstücke verkauft werden.

Weilheim/Polling – Ohne Satzungsbeschluss ist alles nichts, ohne Satzungsbeschluss ist der tollste Bebaungsplan nur ein Papiertiger ohne Wirksamkeit. Und so war die Erleichterung bei Pollings Bürgermeisterin Felicitas Betz und Weilheims Bürgermeister Markus Loth entsprechend groß, nachdem das interkommunale Gewerbegebiet „Aachlaich“ am Donnerstagabend im Weilheimer Rathaus diese im Bauleitverfahren letzte Hürde genommen hatte. Voller Freude stand Betz auf und umarmte ihren Amtskollegen Loth. Sie dankte „für die Zusammenarbeit, die„immer auf Augenhöhe war“. „Das ist ein Meilenstein für Polling“, so Betz.

Die Stadt- und Gemeinderäte der beiden Orte quittierten den Beschluss mit Applaus. Jetzt ist der Weg frei für den Verkauf der Grundstücke, für die gut vier Hektar große Fläche im Besitz der Stadt Weilheim gibt es rund 50 Bewerber.

Für den Satzungsbeschluss waren die Pollinger Gemeinderäte zu einer gemeinsamen Sitzung mit den Stadträten ins Weilheimer Rathaus gekommen. Denn dieser Beschluss setzte den Schlusspunkt unter eine seit 21 Jahren währende Planung ihrer Gemeinde. Erst plante Polling allein für sein Areal, das an der Staatsstraße Weilheim-Peißenberg zwischen dem Landmaschinenhandel „Heumos“ und der Gärtnerei „Ferchl“ liegt, im Februar 2015 wurde dann im Trauungszimmer des Pollinger Rathauses die interkommunale Zusammenarbeit mit Weilheim offiziell besiegelt. Der Weilheimer Stadtrat hatte sich gegen den vehementen Widerstand der CSU dazu entschlossen, im Süden der Stadt vom Trifthofanbinder bis zu Stadtgrenze ebenfalls ein Gewerbegebiet auszuweisen.

Ehe der Satzungsbeschluss unter Dach und Fach war, gab es noch eine Diskussion über das Thema „CO2-freies Gewerbegebiet“. Für die Grünen-Fraktion forderte deren Sprecher Alfred Honisch verbindliche Vorgaben für die Firmen hinsichtlich des Einsatzes regenerativer Energien, alles andere sei „Wischiwaschi“. „Achalaich“ müsse Vorbild werden.

„Sie dürfen die Firmen nicht für dumm verkaufen“, sagte Weilheims Bürgermeister Markus Loth zu Honisch, die achteten schon selbst darauf, dass sie enegiesparend arbeiten. Pollings Gemeindechefin Felicitas Betz stellte zum Einsatz regenerativer Energien fest: „Wir können niemanden dazu verdonnern, dazu fehlt die Rechtsgrundlage“. Die Gemeinde Polling und die Stadt Weilheim sollten aber eine Möglichkeit anbieten, zum Beispiel Nahwärme durch die Stadtwerke Weilheim, so ihr Vorschlag.

Karl-Heinz Grehl (Grüne) kritisierte, dass es nicht sein könne, „dass jedes kleine Dorf auf der grünen Wiese ein Gewerbegebiet ausweist“. Diese Flächen gehörten bei den fünf großen Kommunen im Landkreis konzentriert. Das rief Stefan Zinrgibl (CSU) auf den Plan. Der Kreishandwerksmeister stellte fest, dass die Regierung von Oberbayern der Planung zugestimmt habe. Energie einzusparen sei für Firmen inzwischen selbstverständlich, das sei für sie auch „eine Frage des Images“.

Für die CSU, die jahrelang gegen das Gewerbegebiet „Achalaich“ und stattdessen für das Gewerbegebiet „Eichtweide“ im Westen war, sagte Klaus Gast, dass sie zustimme, weil Weilheim dringend Gewerbeflächen brauche. So votierten letztlich neben den drei Grüne-Stadträten Wolfgang Mini (parteilfrei) und Uta Orawetz (CSU) gegen den Satzungsbeschluss.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Zug zerfetzt Papierlaster: 18 Verletzte in Schongau
Ein vollbesetzter Zug der Bayerischen Regiobahn hat am Dienstagnachmittag in Schongau bei der UPM-Werkseinfahrt einen Lkw gerammt. Der Lastwagenfahrer blieb unverletzt, …
Zug zerfetzt Papierlaster: 18 Verletzte in Schongau
A95-Ausfahrt: Hoher Schaden bei Kollision
Penzberg - Hoher Sachschaden entstand am Dienstag in der Früh bei einem Unfall an der Autobahn-Ausfahrt bei Penzberg. Für die Fahrer ging es glimpflich aus, so die …
A95-Ausfahrt: Hoher Schaden bei Kollision
Ein zweites Martinsried im Penzberger Nonnenwald?
Entsteht in Penzberg ein Forschungs- und Gründerzentrum ähnlich dem viel gelobten Campus in Martinsried? Diese Gedankenspiele laufen derzeit beim Biotech-Konzern …
Ein zweites Martinsried im Penzberger Nonnenwald?
Steht Tanzgarde „Wild Angels“ vor dem Aus?
Gemeinsam mit dem Faschingsverein „Narrhalla“ versucht sie seit Jahren den Fasching in der Innenstadt attraktiver zu machen: die Tanzgarde der „Wild Angels“. Nun steht …
Steht Tanzgarde „Wild Angels“ vor dem Aus?

Kommentare