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Rund 200 Meter tief gehen die Probebohrungen auf dem Gelände der Stadtwerke, Sie werden rund acht Wochen dauern. 

Geothermie in Weilheim

Erste Bohrungen bei „Gravity Power“

Weilheim - In der Lichtenau laufen gerade die Geothermie-Probebohrungen der Firma „Enel“, in Weilheim bohrt die Firma „Gravity Power“. Die beiden Projekte haben zwar nichts miteinander zu tun, aber sie haben einen gemeinsamen Nenner: Es sind große Erwartungen an sie geknüpft.

Strom aus heißem Wasser gewinnen, das sich mehrere tausend Meter tief im Erdinneren befindet, das ist Ziel des Geothermie-Projektes. Nicht weniger als Deutschlands größtes Erdwärmekraftwerk soll in der Lichtenau entstehen. Mit Superlativen wartet nur wenige Kilometer südlich davon auch die Firma „Gravity Power“ auf, deren Bohrturm seit kurzem an der östlichen Stadtgrenze nicht zu übersehen ist. In der Kiesgrube bei den Stadtwerken soll die weltweit erste Demonstrationsanlage für einen Speicher für regenerative Energie entstehen, die Gäste aus aller Herren Länder anlocken soll.

Noch allerdings steckt dieses Vorhaben in den Kinderschuhen. Am Montag vergangener Woche begannen Erkundungsbohrungen. Rund acht Wochen werden sie dauern, so Peter Müller, Vorstand der Stadtwerke, die das Kiesgruben-Areal an die Firma „Gravity Power“ verpachtet.

Dieser Pachtvertrag ist bislang die einzige Verbindung des Kommunalunternehmens mit der Firma. Es könnte – und wenn es nach Müller geht sollte auch – mehr daraus werden. Vorausgesetzt, der Untergrund erweist sich als geeignet für den Bau eines Stromspeichers, sei vorstellbar dass sich die Stadtwerke an dem Pilotprojekt beteiligen und es in einigen Jahren, wenn die Pilotphase ausläuft, auch übernehmen. Denn, so Müller, die Anlage sei so wertvoll, „weil uns die Energiewende nur mit ausreichend Stromspeicher gelingt“.

Die Stadtwerke könnten so beispielsweise den Sonnenstrom aus ihrer 400-kWp-Photovoltaikanlage zwischenspeichern. Der Grünstrom-Speicher soll laut Auskunft der Stadtwerke eine Lebensdauer von über 40 Jahren haben und eine Leistung von rund einem Megawatt (MW). Bei einer Entladezeit von 30 Minuten könnten so 0,5 MWh Strom erzeugt werden.

Der Schacht für den Pumpspeicher soll rund 140 Meter tief werden. In diesen kommt Wasser. Darin befindet sich - vereinfacht dargestellt – ein massiver Kolben. Wenn genug Energie vorhanden ist, geht er nach oben, wird Strom gebraucht, senkt er sich langsam und drückt zur Stromerzeugung Wasser in eine Turbine. Dreh- und Angelpunkt des Systems ist die Dichtigkeit des Ganzen. Dazu laufen bei einem Hersteller in Lübeck gerade Versuche mit einem Wasserbecken.

Die Kosten für die Anlage hatte Clemens Martin von der Firma „Gravity Power“ vor einem Jahr mit 15 bis 18 Millionen Euro angegeben. Genaueres steht nach Ende der Erkundungsbohrungen fest.

Begleitet werden die Bohrarbeiten von einem Team des bayerischen Fernsehens.

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