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Die große Linde (rechts), die nach der Rodung noch übrig blieb, muss laut Stadt jetzt erhalten werden.

Nach Einwänden zahlreicher Anwohner

Krumpperplatz in Weilheim: Investor muss reduzieren

  • Magnus Reitinger
    vonMagnus Reitinger
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Die vielen Einwände von Bürgern haben offenbar gewirkt: Die Stadt Weilheim reduziert nun etwas das Baurecht für den gerodeten Garten südlich des Krumpperplatzes. Auch die große Linde nahe der Straße muss erhalten bleiben.

Weilheim – Eigentlich hätte noch der alte Stadtrat im April über die umstrittene Bebauungsplan-Änderung entscheiden sollen, die auf dem Gesamtareal zwischen Krumpperplatz und Meisteranger sieben Neubauten ermöglicht. Vier Wohnblöcke, meist dreigeschossig, sind auf der Osthälfte des Privatgrundstücks möglich; das Regensburger „Immobilien Zentrum Oberbayern“ will dort insgesamt 30 Wohnungen schaffen. Doch nun muss der Investor umplanen. Nachdem von Nachbarn und Trägern öffentlicher Belange neuerlich massive Kritik am geplanten Ausmaß der Verdichtung geübt worden war, hatten BfW und CSU im April beantragt, das Thema noch einmal im Bauausschuss zu diskutieren.

Und dieser schlug nun eine Änderung der Bebauungsplan-Änderung vor: Die maximale Grundflächenzahl (GRZ), die im bisher geltenden Bebauungsplan 0,40 beträgt, solle nicht, wie geplant, auf 0,48 erhöht werden, sondern auf 0,44. Zugleich wird auch eine maximale Geschossflächenzahl (GFZ) festgelegt, nämlich 0,85. Und: Bei der Berechnung von GRZ und GFZ – die für alle Grundstücksteile gleichermaßen gelten – dürfen die Verkehrsflächen nicht einbezogen werden. Somit muss der Bauwerber für die Osthälfte seine Planung reduzieren. Die Gesamtwohnfläche in diesem Teil werde rund 450 Quadratmeter verlieren, rechnete Bürgermeister Markus Loth (BfW) am Donnerstagabend in der ersten Sitzung seit Konstituierung des neuen Stadtrates vor.

Die große Linde muss erhalten bleiben

Der Stadtrat hat die Änderung des Bebauungsplanes „Obere Stadt IIIb“ mit diesen Modifikationen nun einstimmig beschlossen. Auch die stattliche Linde, die bei den Fällungen vorerst verschont blieb, wird als „zu erhalten“ festgesetzt, die Tiefgarageneinfahrt muss entsprechend umgeplant werden.

„Ich denke, das wird zur Befriedung des Verfahrens beitragen“, kommentierte Loth die Änderungen. Horst Martin (SPD) zeigte sich „froh, dass wir die Kuh ein bisschen vom Eis gekriegt haben“. Und Klaus Gast (CSU) resümierte: „Es war richtig, das Ganze noch mal in Ruhe anzuschauen.“ Er hoffe auf entsprechende Baupläne, „die die Vorgaben auch umsetzen“.

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Gut eine Stunde dauerte es im Stadtrat, die rund 20 Einwendungen von Bürgern und Institutionen abzuwägen, die in dem Verfahren eingegangen waren. Meist wurde darin die Dichte der bislang geplanten Bebauung kritisiert – aber auch die zugelassene und bereits erfolgte Rodung. Vor Ort habe ihm „das Herz geblutet, wie mit diesem Baumbestand umgegangen wurde“, sagte Manuel Neulinger (Grüne). Es gelte zu verhindern, dass „so etwas noch einmal passiert“.

Genügt ein Infoblatt zum Baumschutz?

Damit nicht bei den Bauarbeiten noch Bäume geschädigt werden, forderte Romana Asam (FW), die DIN 18920 – die davor schützen soll – in Weilheim als Satzung festzusetzen. Laut Manfred Stork, Leiter der städtischen Bauverwaltung, müsse ein Infoblatt, das die Stadt allen Bauherren mitgibt, genügen. Doch Asams Antrag wird demnächst noch gesondert zu diskutieren sein.

Zur zunächst vorgesehenen Berechnung der GRZ hakte Ullrich Klinkicht („Weilheim Miteinander“) nach: „Ist das immer so, dass einem Investor eine höhere Dichte zugemessen wird, indem öffentliche Flächen in die Berechnung einbezogen werden?“ „Nein“, hieß es dazu aus dem Stadtbauamt: Das sei in diesem Fall als Ausgleich dafür gedacht gewesen, dass auf dem Ost-Grundstück die Erschließung für das hintere West-Grundstück (das einem anderen Eigentümer gehört) liegt. Dafür habe es einen Bauausschuss-Beschluss gegeben – der nun aber revidiert ist.

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