Eine Hand mit blauem Einweghandschuh und einer Impfdosis in der Hand.
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Läuft alles nach Plan, wird am Montag, 28. Dezember, im Landkreis Weilheim-Schongau mit dem Impfen begonnen. (Symbolfoto)

Morgen geht es los

Weilheim-Schongau: Gerade einmal 100 Impfdosen zum Start, Hotline nimmt Arbeit auf

  • Sebastian Tauchnitz
    vonSebastian Tauchnitz
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Schöne Bescherung: Am Tag vor Heiligabend wurde den Landkreisen offiziell mitgeteilt, mit wie vielen Dosen sie die Corona-Schutzimpfungen nach dem Fest starten können. Das Ergebnis war ernüchternd: 100 Dosen stehen zur Verfügung.

  • Am Montag sollen die ersten Bewohner von Pflegeheimen mit dem Corona-Impfstoff versorgt werden. Bereits am Sonntag wird die Hotline, bei der sich Berechtigte einen Impftermin holen können, ihre Arbeit aufnehmen.
  • Zu Beginn gab es für die Verantwortlichen eine Hiobsbotschaft zu verdauen: Statt der 975 Impfdosen, mit denen man gerechnet hatte, werden gerade einmal 100 Dosen geliefert. Wann die nächste Lieferung kommt, ist unklar.
  • Landrätin Andrea Jochner-Weiß appelliert dennoch an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen. Erst bei einer Impfquote von 70 Prozent könne sich die Lage wieder normalisieren.

Landkreis – Im Kreisausschuss am Montag hatte Landrätin Andrea Jochner-Weiß noch Zuversicht verbreitet: „Wir gehen davon aus, dass in der ersten Charge 975 Impfdosen für den Landkreis geliefert werden“, sagte sie. Tatsächlich stehen aber nach Informationen der Staatsregierung nur 9750 Dosen für den gesamten Freistaat zur Verfügung. Daher wurde beschlossen, dass jeder Flächenlandkreis 100 Dosen bekommt, die Stadt München mit anderthalb Millionen Einwohnern bekommt 250.

Dennoch soll am Montag, 28. Dezember, mit den Impfungen im Landkreis begonnen werden, so der Pressesprecher des Landratsamtes, Hans Rehbehn. „Auch wenn die 100 Impfdosen wahrscheinlich gerade mal ausreichen, um die Bewohner eines einzigen Pflegeheims zu impfen“, setzte er hinzu. Wann nachgeliefert wird, ist bislang vollkommen offen.

Impf-Hotline ab Sonntag, 9 Uhr, besetzt

Dennoch sollen sowohl die mobilen Impfteams, als auch das Impfzentrum in Peißenberg die Arbeit aufnehmen. Dort wird aber vor allem erst einmal telefoniert werden. Denn das Hauptaugenmerk liege zu Beginn darauf, dass die mobilen Impfteams das knappe Serum verteilen, so Rehbehn weiter. Die Mitarbeiter des Impfzentrums werden ab Sonntag, 27. Dezember, allerdings die Terminvereinbarungen übernehmen. Personen, die Anspruch auf die Schutzimpfung höchster Priorität haben – also alle, die älter als 80 Jahre sind, sowie Mitarbeiter von Pflegeheimen, mobilen Pflegediensten von Krankenhäusern und medizinischen Einrichtungen, die regelmäßig Personen behandeln, betreuen oder pflegen, die ein sehr hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf besteht, können sich dann unter Telefon 08803 / 4929700 melden und einen Termin vereinbaren.

Nur die Berechtigten mit höchster Priorität sollen sich melden

Die Hotline ist am Sonntag von 9 bis 18 Uhr, ab Montag dann von 8 bis 18 Uhr besetzt. Unter dieser Nummer sollten sich ausschließlich diejenigen melden, die auch wirklich Anspruch auf eine Impfung höchster Priorität haben, um eine Überlastung der Leitungen zu vermeiden. In Erding war dieser Tage bereits die Telefonanlage zusammengebrochen, weil tausende versucht hatten, einen Termin zu vereinbaren.

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Am Telefon werde dann die Impfberechtigung abgefragt und geklärt, ob die Betroffenen ins Impfzentrum kommen können oder vom mobilen Impfteam aufgesucht werden. Anschließend wird ein konkreter Termin vergeben. Den Termin für die zweite Impfung drei Wochen später bekommen die Besucher des Impfzentrums dann bei ihrem ersten Termin vor Ort.

Onlineanmeldung erst später im Jahr möglich, Briefe werden nicht verschickt

Bis auf Weiteres werde es nur die Möglichkeit geben, telefonisch einen Termin zu vereinbaren. Eine Onlineanmeldung, wie sie für das Testzentrum am Volksfestplatz in Weilheim bereits seit längerem möglich ist, soll erst im Lauf des Jahres 2021 ermöglicht werden. „Das ist auch nicht so schlimm, da diejenigen, die derzeit in den Genuss der Schutzimpfung kommen, nicht unbedingt so online-affin sind“, hatte Kreiskämmerer Norbert Merk bei der Eröffnung des Impfzentrums gesagt. „Ein aktives Einladungsverfahren per Brief über die Einwohnermeldeämter ist im Landkreis nicht geplant“, teilte das Landratsamt weiter mit.

Appell der Landrätin: „Haben Sie Geduld!“

Landrätin Andrea Jochner-Weiß bat gegenüber der Heimatzeitung um Geduld: „Besonders ältere und chronisch kranke Menschen sind von schweren Krankheitsverläufen mit Todesfolge betroffen. Die täglichen Neuinfektionen steigen dramatisch. Die Impfungen werden sehr viele Menschenleben retten und sehr viel Leid verhindern. Wir spüren, dass ein großer Teil der Bevölkerung sich schnell impfen lassen möchte. Ich bitte aber alle noch um etwas Geduld. Wir werden in den ersten Tagen und Wo-chen nur kleine Stückzahlen der Impfdosen von den Herstellern erhalten. Dieser Impfstoff ist aktuell die mit Abstand am meist begehrteste Ware auf der ganzen Welt. Deshalb ist es notwendig, dass wir am Anfang die besonders betroffenen Risikogruppen vorrangig impfen lassen. Gesellschaft muss zusammenhalten und schwere Covid-19-Verläufe und Todesfälle verhindern.“

Sie dankte allen Beteiligten, insbesondere den Johannitern, für ihren Einsatz. Zudem wies sie darauf hin, dass sich „mehr als 70 Prozent der Bevölkerung impfen lassen müssen, damit wir wieder sicher leben können“.

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