+
Die Aufnahme mit dem Elektronenmikroskop zeigt das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2  (orange).

Gesundheitsamt

Corona-Virus: Der Landkreis wappnet sich

  • schließen

Das Corona-Virus nähert sich dem Landkreis. Das Gesundheitsamt rechnet damit, dass bald die ersten Fälle auftreten. Die Behörden haben die Pandemiepläne aktualisiert.

Landkreis – Im Gesundheitsamt Weilheim ist man seit dem 28. Januar konkret mit dem Corona-Virus befasst. Als die Krankheitsfälle bei Webasto im Landkreis Starnberg bekannt wurden, betreuten die Weilheimer Kontaktpersonen der Erkrankten zu Hause. Jetzt droht die Corona-Welle Weilheim-Schongau zu erfassen. „Wir rechnen damit, dass die ersten Fälle im Landkreis auftauchen“, sagt Amtsleiter Dr. Stefan Günther. Ein Grund ist das Ende der Faschingsferien mit vielen Urlaubsrückkehrern.

Größere Zahl Erkrankter erwartet

Günther erwartet eine größere Anzahl von Erkrankten. Man sei jedoch gut vorbereitet. „Wir haben unsere Pandemiepläne aktualisiert.“ Diese sehen Hygienevorkehrungen genauso vor wie die Wahl von Desinfektionsmitteln und die Information der Bevölkerung. Seit 28. Januar gibt es eine Hotline für Ärzte und Krankenhäuser, gestern wurde eine Nummer für Bürger freigeschaltet und ein Merkblatt aufgelegt (siehe Kasten). Das Amt ist in regelmäßigem Kontakt mit den Krankenhäusern Schongau, Weilheim und Penzberg. 

Katastrophenschutz mit im Boot

Es gibt Treffen mit dem Katastrophenschutz am Landratsamt. Eine mögliche Ausrufung des Katastrophenfalles hätte für die Kreisbehörde logistische Vorteile. „Jede Behörde kommt irgendwann an ihre Grenzen“, sagt Günther. Der Katastrophenschutz helfe mit Personal, man hätte einen zentralen Zugriff auf die Rettungsdienste. „Das entlastet uns.“

Vorgehen ist geregelt

Treten Corona-Symptome in einer Schule, Kindergarten oder Firma auf, gibt es eine klare Vorgehensweise. War der Patient in letzter Zeit in einem auffälligen Gebiet wie der Lombardei, wird sofort reagiert. Es folgen Untersuchung und Behandlung im Krankenhaus, die Kontaktpersonen werden aufgefordert, zu Hause zu bleiben.

Grippewelle ist ein Problem

Bei einer größeren Anzahl von Fällen stimmt sich Günthers Behörde mit Landratsamt und Gesundheitsministerium über die Strategie ab. Problem: Derzeit grassiert eine Grippewelle, kommen Corona-Fälle dazu, wird es zu viel, mahnt Günther. Aus diesem Grund wird auf Quarantäne gesetzt. „Damit gewinnt man Zeit.“ Als letzter Schritt kann das Amt in enger Abstimmung Firmen, Schulen und Kitas schließen. „Das kann man aktuell nicht ausschließen“, sagt der Leiter. Bei Unternehmen „würden wir versuchen, es so weit es geht zu vermeiden“.

Roche hat „robuste Pläne“

Größter Arbeitgeber ist Roche in Penzberg mit über 6100 Mitarbeitern. Man verfüge über „robuste Pläne“ für den Umgang mit möglichen Gesundheitskrisen, heißt es. Roche hat seiner Belegschaft empfohlen, „weder zu privaten, noch zu geschäftlichen Zwecken in betroffene Gebiete zu reisen“. Mitarbeiter, die in Corona-Gebiete gereist sind, werden gebeten, nach ihrer Rückkehr zwei Wochen von zu Hause aus zu arbeiten. Mobiles Arbeiten ist eh grundsätzlich erlaubt, wenn es möglich ist. Ob im Corona-Fall Werke oder Abteilungen geschlossen werden, müsse im individuellen Fall beurteilt werden.

Schließung von Schulen und Kitas möglich

Bei Schulen und Kitas kann sich Gesundheitsamtschef Günther eher eine Schließung vorstellen: „Der Vorsorgegedanke gilt bei Kindern ganz besonders.“ Im Schulamt Weilheim – zuständig für 30 Grundschulen, sieben Mittelschulen sowie drei privaten Grund- und Hauptschulen im Landkreis – ist man auf das Virus vorbereitet. Am 6. Februar verschickte das Kultusministerium einen Brief an alle Schulen. Inhalt: „Die Vorgehensweise und die Informationspflichten“, die für die Schulen bei begründeten Verdachtsfällen gelten, erklärt Schulamtsleiterin Ingrid Hartmann-Kugelmann. Zur Identifizierung der Verdachtsfälle können die Schulen auf zwei aktuelle Links des Robert-Koch-Instituts zurückgreifen. Die Leitungen müssen unverzüglich das Gesundheitsamt informieren. Dieses veranlasse „die notwendigen Maßnahmen“ – Unterrichtsausschluss, Beschäftigungsverbot sowie „eine temporäre Schließung“.

Hotline eingerichtet

Das Gesundheitsamt Weilheim hat für die Bürger eine Corona-Hotline eingerichtet. Zu erreichen ist diese unter Telefon 0881/681-1717. 

Lesen Sie auch: Coronavirus zurück in Deutschland: Kindergärtnerin und Oberarzt erkrankt - NRW greift zu drastischem Mittel.

Ebenfalls interessant: Coronavirus in Deutschland: Was jeder Einzelne tun kann, um sich nicht anzustecken.

Auch zum Thema: Coronavirus: Zahl der Toten in Italien steigt rasant - Mann in Paris gestorben.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Garagenbrand in Polling durch Ladekabel verursacht
Zu einem Garagenbrand kam es am heutigen Dienstagmittag in Polling. Doch der Brand war gelöscht bevor die Feuerwehren eintrafen.
Garagenbrand in Polling durch Ladekabel verursacht
Coronavirus im Landkreis Weilheim-Schongau: 68 Patienten wieder gesund
Die Zahl der an Coronavirus-Erkrankten im Landkreis Weilheim-Schongau steigt weiter. In diesem News-Ticker finden Sie immer alle aktuellen Informationen.
Coronavirus im Landkreis Weilheim-Schongau: 68 Patienten wieder gesund
Stromausfall in vier Gemeinden - Hebebühne war schuld
In vier Gemeinden kam es heute zu einem Stromausfall. Schuld daran war ein Unfall mit einer Hebebühne.
Stromausfall in vier Gemeinden - Hebebühne war schuld
Tödlicher Unfall auf Bauernhof: Mann fährt mit Traktor aus Scheune und überrollt Enkelin (2)
Gegen 9 Uhr am Montagvormittag wurde die Schongauer Polizei alarmiert. Grund war ein tragischer Unfall, der sich in Peiting ereignet hat. Ein Kleinkind starb.
Tödlicher Unfall auf Bauernhof: Mann fährt mit Traktor aus Scheune und überrollt Enkelin (2)

Kommentare