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Einzug: An der Eisenkramergasse bauen die Möbelpacker die neuen Tische und Schränke  auf. Im Hintergrund ist der Empfangsbereich mit der Infotheke.

Gesundheitsamt Weilheim

Umzug bei laufendem Betrieb

Weilheim - Das Gesundheitsamt Weilheim ist umgezogen. Am heutigen Dienstag gängt es in den neuen Räumen im „Sparkassen“-Bau  an.

Im Gang stapeln sich Kisten, dazwischen stehen Pflanzen. Ein Arbeiter schiebt eine Sackkarre zum Aufzug. In den Büros stehen leere Regale. Das Weilheimer Gesundheitsamt zieht um. Vom Landratsamt an der Stainhartstraße geht’s an die Eisenkramergasse. Dort hat die Behörde mit ihren 23 Mitarbeitern eine Bleibe im „Sparkassen“-Bau gefunden. Die Ärzte, Sozialpädagogen und Verwaltungsangestellten müssen ihre 30 Räume verlassen, weil die Kollegen vom Ausländeramt Platz für die Asyl-Abteilung benötigen.

Vorletzte Woche wurden 500 Kisten angeliefert. Am vergangenen Montag begannen die Mitarbeiter, ihre Unterlagen einzupacken. Von Mittwoch bis Freitag lief die heiße Phase des Umzugs. Gesundheitsamts-Chef Dr. Karl Breu sitzt in seinem leeren Büro am Schreibtisch. „Den nehme ich mit“, sagt er. Ansonsten gilt auch für den Amtschef: Die alten Möbel bleiben da. Denn die zwei Etagen in der „Sparkasse“ werden komplett möbliert.

Doch mit dem Möbelkauf war es nicht getan. Hinter Hans-Günter Schenke von der Hauptverwaltung und den bis zu zehn mit dem Umzug beschäftigten Kollegen liegen arbeitsreiche Wochen. Seit Ende 2015, als die Raumfrage gelöst war, läuft die Organisation. Im November fing Breu mit der Raumplanung an. Landrätin Andrea Jochner-Weiß sei „uns sehr entgegengekommen“. Es war eine logistische Herausforderung. Schenke schnauft durch: „Eine ganze Einheit zieht während des laufenden Betriebs um.“ Denn das Gesundheitsamt „konnte nicht eine ganze Woche schließen“, musste seine Angebote ja weiter aufrechterhalten. Schwangerenberatung und HIV-Testwoche fanden vergangene Woche im Schongauer Landratsamt statt, für die wasserrechtlichen Arbeiten gab es eine Notlösung mit Diensthandy. Telefon und EDV wurden Mittwochmittag nach Schongau umgestellt. Oft sind es Kleinigkeiten – wie Schilder und Briefköpfe, die geändert werden müssen. Dafür wurde extra eine Firma beauftragt.

In der „Sparkasse“ begannen die Arbeiten im Januar. Die Räume entsprachen nicht dem Bedarf. „Wir brauchen Vertraulichkeit im Publikumsverkehr“, betont Breu. Auch Lagerkapazitäten waren nötig, weil die Behörde ihre Kellerräume verliert. Also wurden Amts- und Untersuchungszimmer, Besprechungsräume, eine behindertengerechte Toilette und Lager mit Trockenbauwänden eingezogen. Es brauchte auch ein neues Labor mit Spezialboden und -arbeitsflächen. Die EDV ist mit dem Hauptamt verkabelt worden. 37 Räume entstanden so auf 900 Quadratmetern Fläche im zweiten Stock und etwas weniger Fläche unterm Dach. Nur der Banksafe blieb, der Abtransport war zu aufwändig. Nun kommen Dienstsiegel und Unterlagen hinein.

In der Stainhartstraße sitzt Sozialpädagogin Nina Striegler am Computer. „Gestern habe ich meinen Schreibtisch ausgeräumt“, sagt sie. „Ich habe nur noch das da, woran ich gerade arbeite.“ Ihr Material für die nächsten Termine hat Striegler vorsorglich im Auto untergebracht – damit sie es nicht suchen muss. Das Problem kennt Kollege Ingo Remesch nebenan. „Man muss wissen, in welcher Kiste welche Unterlagen sind.“ Remesch sieht den Umzugsstress allerdings auch positiv: „Man hilft sich gegenseitig. Das stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl.“

In der „Sparkasse“ ist eine Penzberger Firma mit dem Möbelaufbau beschäftigt. Arbeiter tragen Kartons herein. Die Kisten sind mit den Zimmernummern beschriftet. Ein roter Punkt bedeutet „2. Stock“, ein blauer „3. Stock“. Die Zimmer sind hell und freundlich, die Glasscheiben würden aber noch abgeklebt, erklärt Breu. Diskretion wird großgeschrieben. Die Bereiche mit Publikumsverkehr wurden extra im 2. Stock zusammengefasst. Unterm Dach finden sich unter anderem Hygiene-Sachbearbeiter, „Gesundheitsregion plus“, Lager für Messgeräte und Material der Sozialpädagogen sowie ein großer Besprechungsraum. Als ein „Modellprojekt“ rühmt Schenke die Parkplatzlösung für die Kunden: Sie können kostenlos in der Bank-Tiefgarage parken und bekommen im Amt einen Chip zum Ausfahren.

Wie lange das Amt in der Bank bleibt, ist unklar. Der Mietvertrag läuft über zehn Jahre. Laut Landratsamts-Sprecher Hans Rebehn stehen für die Umbauarbeiten 250 000 Euro im Kreis-Haushalt bereit. Für die Möbel fallen rund 100 000 Euro an, für den Umzug als solchen etwa 10 000 Euro. Am 19. Juli ist „Tag der offenen Tür“ an der Eisenkramergasse samt Ausstellung zum „Tag der psychischen Gesundheit“.

Der Betrieb

an der Eisenkramergasse wird heute aufgenommen. Das Gesundheitsamt ist zu den üblichen Zeiten erreichbar, Telefon und E-Mail-Adressen ändern sich nicht.

Andreas Baar

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