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Die Weilheimer Goaßlschnalzer traten bei der „Musikparade“ auf.

Weilheimer Goaßlschnalzer: Brauchtum vor 22 000 Zuschauern

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Die Weilheimer Goaßlschnalzer waren auf Deutschlandtournee: Die Gruppe des Heimat- und Trachtenvereins trat bei der „Musikparade“ auf. Über 20.000 Zuschauern sahen die Auftritte in Köln, Erfurt und Wolfsburg.

Weilheim– 17 Burschen hoben an jenem 9. Januar 1921 im Oberbräu ein Stück Weilheimer Brauchtumsgeschichte aus der Taufe: Sie gründete den Gebirgstrachten-Erhaltungsverein „d’Ammertaler“, später wurde daraus der Heimat- und Trachtenverein. Zu seinen Gruppen zählen seit 16 Jahren die Goaßlschnalzer. Die rund 15 Aktiven halten die Fuhrmanns-Tradition hoch.

Fast 20 Auftritte zählt Gruppensprecher Klaus Kriegisch im Jahr. Die meisten „im Rahmen des Trachtenvereins“. Auch zu Festen, runden Geburtstagen und Hochzeiten werden die Goaßlschnalzer engagiert. Diesmal aber standen die Aktiven auf einer besonders großen Bühne: bei der „Musikparade“ in Braunschweig (Volkswagen-Halle), zwei Auftritte in Erfurt (Messehalle) und in der Lanxess-Arena in Köln.

Die Veranstalter preisen die bundesweiten Veranstaltungen als „Europas größte Tournee der Marchingbands und Blasmusik“ mit 470 Shows und mehr als 1,5 Millionen Besuchern. Die Weil-heimer Goaßl-Experten nahmen die fünftägige Konzerttour mit der Bad Bayersoier Blaskapelle auf sich. Die sieben Goaßler und ein Musiker „verbrachten 2000 Kilometer im Bus und traten insgesamt vor circa 22.000 Zuschauern auf“, teilt Vereinspressesprecherin Franziska Zankl mit.

Für die Weilheimer war das Zusammenspiel mit dem Ammertaler Ensemble um Dirigent Sepp Felix eine Premiere, wie Sprecher Kriegisch sagt. Es gibt schon länger einen guten Draht. Bei einer Veranstaltung auf dem heimischen Marienplatz waren Goaßler und Musiker ins Gespräch gekommen. Man hielt Kontakt. Als die Soier um Teilnahme bei der „Musikparade“, bei der die Musiker bereits mehrfach aufgespielt haben, anfragten, überlegten die Weilheimer nicht lang. Kriegisch: „Wir haben schnell zugesagt.“

Der Aufwand hat sich gelohnt. „Solche Auftritte sind etwas Besonderes“, schwärmt der Sprecher. „Da kommst Du normalerweise nicht heran.“ Wobei die Weilheimer Goaßlschnalzer ihre Erfahrung haben: Bei der Grünen Woche zeigten sie schon ihr Können, in Griechenland waren sie, auch beim Oktoberfest auf der Oidn Wiesn. Aber kein Vergleich nun zu den großen Hallen mit vielen Besuchern: „Die Atmosphäre war sehr gut“, berichtet Kriegisch. „Alle waren hellauf begeistert.“ So eine Arena sei schon anders als im gewohnten Bierzelt. „Weil da jeder aufmerksam auf dich runter schaut.“ Zu sehen bekamen die Besucher die „BayernShow“, die Dirigent Felix einstudiert hatte. Bei der circa zwölf minütigen Aufführung wirkten stilecht der „Kini“ (Lukas Friedel) und die Musicalsängerin Monika Staszak als „Sissi“ mit. Natürlich waren auch Plattler dabei. „Unsere Show kommt jedes Mal sehr gut an“, bilanziert Musikervorstand Bernhard Neuner zufrieden.

Die Weilheimer Goaßlschnalzer wollen die musikalische Zusammenarbeit fortsetzen: Mit den Soier Musikern geht es vom 8. bis 10. November zum Berlin-Tattoo. Mehr als 700 Musiker aus aller Welt treten in der Max-Schmeling-Halle auf. „Wir haben schon auf der Heimfahrt im Bus zugesagt“, so Sprecher Kriegisch. Am 1. Mai ist der nächste Auftritt beim Maibaum-Aufstellen in der Heimatstadt. Und Ende Juni steht die Bayerische Meisterschaft in Miesbach an.

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