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Am Ziel in Nordnorwegen: 3800 Kilometer hatte Gregor Stegmann hinter sich, als dieses Foto am Nordkap entstand. 

Interview  mit Gregor Stegmann

In 28 Tagen von Polling mit dem Rad ans Nordkap

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Gregor Stegmann (41) radelte binnen 28 Tagen von Polling ans Nordkap. Für den Rückweg will er sich nun mehr Zeit lassen.

Polling– Beim diesjährigen Weilheimer „Stadtradeln“ war Gregor Stegmann, der in Polling wohnt, Zimmermeister ist und in Weilheim ein Planungsbüro für Holzbau betreibt, mit 1632 Kilometern binnen drei Wochen ganz vorn dabei. Für die Bürgerinitiative „Heimat 2030“ – die das größte Team stellte und die meisten Kilometer schaffte – war er damit ein echtes Zugpferd.

Doch in diese Kilometerzahl floss nur noch der Anfang seiner jüngsten Radtour ein, die das „Stadtradeln“ in jeder Hinsicht sprengte: Der 41-Jährige radelte von Polling ans Nordkap in Nordnorwegen – stolze 3800 Kilometer binnen 28 Tagen. Dazwischen gönnte sich der Pollinger, der ganz allein unterwegs war („Radl, Zelt und ich“), nur drei Ruhetage. Kurz nachdem er das Nordkap erreicht hatte und sich wieder auf den Rückweg nach Deutschland gemacht hatte, hat unsere Zeitung mit Gregor Stegmann gesprochen.

-Von Polling ans Nordkap mit dem Fahrrad – wie kamen Sie denn auf diese Idee?

Ich bin seit Jahren begeisterter Radler, und eine berufliche Auszeit stand schon seit längerem an. Durch einen Youtube-Reisebericht bin ich auf das Langstreckenfahren aufmerksam geworden, und das hat mich sofort begeistert. Das Nordkap gehört bei vielen Randonneuren (Langstreckenradfahrer, Anm. d. Red.) einfach ins Tourenbuch.

-Nach welchen Kriterien haben Sie Ihre Route gewählt?

Wichtig war mir, wenn möglich, eine Route abseits des Asphalts zu finden. Durch Deutschland, Dänemark und Schweden konnte ich auf vielen Trails, Forstwegen und Schotterpisten fahren. Je weiter man jedoch nach Norden vordringt, desto mehr Landstraße muss man in Kauf nehmen.

-Können Sie zwei, drei Überraschungen nennen, die Ihnen auf dem Weg begegnet sind?

Gott sei Dank gab es keine größeren Überraschungen, was das Material oder Unfälle betrifft. Mal abgesehen von den üblichen Pannen wie Platten und Speichenbruch, lief es bisher echt rund. Wirklich überrascht bin ich allerdings, wie sich zahlreiche Mitmenschen für diese Radlreise interessieren. Man ist ja sehr „offen“ unterwegs und wird überall angesprochen. Viele schütteln den Kopf und finden es trotzdem super...

-Wie war Ihr Gefühl, als Sie das Nordkap erreichten?

Bei diesen perfekten Wetter-bedingungen da oben anzukommen, ist schon ein überragendes Gefühl! Die letzte Etappe verlangt einem mit 130 Kilometern, rund 1600 Höhenmetern und bis zu sieben Kilometern langen, höhlenartigen Tunneln noch mal einiges ab. Die Tunnels waren bislang mit Abstand der gefährlichste Teil der Reise.

-Und nun radeln sie die ganze Strecke wieder zurück?

Ja, ich werde über Finnland und das Baltikum zurückradeln und, wenn alles gut geht, dann Ende September wieder in Polling einrollen. Für den zweiten Teil der Reise werde ich mir aber deutlich mehr Zeit lassen.

-Reicht’s dann vorerst mit dem Radfahren, oder haben Sie schon neue Pläne?

Im Herbst möchte ich gern noch den Ein-Tages-Klassiker Polling-Gardasee mit dem Rennrad fahren, und nächstes Jahr von Polling den Mont Ventoux erradeln. Ich finde es einfach spannend, von zu Hause aus loszufahren. Größere Fahrten sind für 2019 aber erst mal nicht geplant.

-Fahren Sie eigentlich auch zuhause, im Alltag, immer mit dem Rad? Oder darf’s da auch mal das Auto sein?

Ich versuche, so gut es geht, auf den Pkw zu verzichten. Der Weg von Polling nach Weilheim ins Büro ist ja eine 1a-Radlstrecke.

-Warum haben Sie sich beim „Stadtradeln“ in Weilheim dem Team von „Heimat 2030“ angeschlossen?

Als Mitglied der Bürgerinitiative „Heimat 2030“ war es selbstverständlich, für dieses Team anzutreten. Mir ist auf dieser Tour immer deutlicher geworden, dass es wenige Maßnahmen gibt, welche die Landschaften nachhaltiger zerstören als überdimensionierter Straßenbau. Dagegen gilt es sich zu engagieren.

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