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Der Bebauungsplan-Entwurf „Nördlich der Geistbühelstraße“: Unten der Standort für eine Kita, darüber die Flächen für neue Wohnbauten, links der geplante Park. Für die Kreuzung Geistbühelstraße/Pollinger Straße ist ein Kreisverkehr oder eine Ampel im Gespräch.

Geplante Bebauung zwischen Pöltner Kirche und Au

Großbauprojekt in Weilheim: Neue Wege für städtebauliche Qualität

  • Magnus Reitinger
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Für die geplante Bebauung der großen Freifläche zwischen Pöltner Kirche, Au und Geistbühelstraße folgt der nächste Schritt – und der ist ein Novum: Per städtebaulichem Vertrag mit dem Investor will die Stadt Qualitätsstandards festschreiben, etwa in Sachen „Ökologie“.

Weilheim – Rund 270 neue Geschosswohnungen, eine neue Kindertagesstätte und ein öffentlicher Park: Die Pläne für das Areal „Nördlich der Geistbühelstraße“ (auch als „Dietmayr-Anger“ bekannt) sind für die kommenden Jahre das mit Abstand größte Neubauprojekt in Weilheim. Das in Seehausen ansässige Architekturbüro „Pfaffenberger – Schleich – Walther“ hat im Auftrag der Stadt inzwischen einen Bebauungsplan für das Quartier ausgearbeitet.

Doch der weiteren Bauleitplanung will Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt eine „Phase Null“ vorschalten, wie sie vergangene Woche im Bauausschuss des Stadtrates erläuterte: Die Stadt solle nun Ziele und Qualität der dort geplanten Entwicklung festlegen, die konkrete Ausgestaltung der Baukörper und Freiflächen erarbeiten – und diese in einem städtebaulichen Vertrag mit dem Investor festschreiben. Dabei gehe es beispielsweise um ein Mobilitätskonzept für das Quartier, um ökologische Standards der Dach- und Fassadenbegrünung sowie der Energieversorgung, um Regenwassernutzung und die Verwendung „alternativer Baumaterialien“, um die Qualität des Spielplatzes, um Vogel- und Insektenschutz, um Barrierefreiheit oder auch um die „soziale Mischung“ in dem Viertel.

Regierung bezuschusst das Vorgehen

Binnen eines Zeitraumes von etwa anderthalb Monaten sollen diese Themen in einem Gremium ausgearbeitet werden, dem Vertreter der Stadtpolitik und Stadtverwaltung, der Investor, das Planungsbüro und „eventuell auch Experten für ökologische Stadtentwicklung“ angehören, wie es in Roppelts Konzept heißt. Auch die Regierung von Oberbayern solle darin vertreten sein – denn diese bezuschusse das Vorgehen im Rahmen der Städtebauförderung.

Die Stadtbaumeisterin betonte, dass sich der Bebauungsplan damit nicht verzögere. Und sie ist sicher: Weil verschiedene Fachleute an der Diskussion beteiligt seien, führe „eine solche Phase Null zu größerer Akzeptanz in der Bevölkerung“. Die Veröffentlichung der Ergebnisse sorge für entsprechende Transparenz.

Vorbild für andere Bauprojekte

Zudem könnten die erarbeiteten Richtlinien Vorbild „für weitere Bebauungen in Weilheim“ sein, so Roppelt: Dieses Vorgehen solle „keine Daumenschraube für den Investor sein“, sondern vermeiden helfen, dass man „immer wieder die selben Diskussionen“ führe.

Bei der Vorberatung im Bauausschuss stieß das Konzept der Stadtbaumeisterin auf einmütige Zustimmung. Claus Reindl (BfW) sieht „den allgemeinen Willen, da wirklich mal ein Wohnquartier zu schaffen, das in die Zukunft gerichtet ist“, wie er sagte: „Und das ist anders nicht zu regeln.“ Ähnlich äußerte sich Grünen-Sprecher Alfred Honisch: „In Zeiten des Klimawandels ist es ein absolutes Muss, so etwas vorzuschalten.“ In seiner öffentlichen Sitzung am Donnerstag, 30. April, wird sich der Gesamt-Stadtrat mit dem Planentwurf für den Bebauungsplan und dem Konzept für die „Phase Null“ befassen.

mr

Auf der Tagesordnung der öffentlichen Stadtratssitzung am Donnerstag, 30. April, stehen unter anderem auch die Erweiterung des Bebauungsplans „Gewerbegebiet nördlich der Deutenhausener Straße“ sowie die geplante Bebauung am Krumpperplatz (Satzungsbeschluss). Beginn ist um 19 Uhr in der Stadthalle.

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