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Große Diskussion um kleines Biotop am Rand von Weilheim

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Zwischen Tennisplätzen und Birkenallee würde der Arbeitskreis „Natur“ der Weilheimer Agenda 21 gern ein Biotop schaffen – zum Nutzen von Tieren und Menschen.
Zwischen Tennisplätzen und Birkenallee würde der Arbeitskreis „Natur“ der Weilheimer Agenda 21 gern ein Biotop schaffen – zum Nutzen von Tieren und Menschen. © Gronau

Eigentlich sind alle dafür. Doch ob es in naher Zukunft ein kleines Biotop bei den Tennisplätzen in Weilheim geben wird, ist zumindest fraglich. Denn die Stadt muss sparen. Daher soll zunächst geprüft werden, welche Fördermöglichkeiten es gibt, so der Tenor im Klimaausschuss.

Weilheim – Mehr Artenvielfalt, Nistplätze für Wildbienen, ein Bienenhotel, Blühwiesen und ein Naherholungsgebiet für die Weilheimer wollen der pensionierte Biologe Josef Endl und Joachim Michel namens des Arbeitskreises „Natur“ der Weilheimer Agenda 21 unter anderem auf der rund 5000 Quadratmeter großen städtischen Wiese zwischen Tennisplätzen und Birkenallee schaffen. Auf dem Gelände befindet sich jetzt eine wenig artenreiche Wiese sowie eine verwaiste Natur-Minigolfanlage. Das Areal solle weitgehend naturbelassen bleiben, nur kleinere gestalterische Eingriffe sind geplant.

„Bei der Unterstützung durch die Stadt sieht es schlecht aus“

Endl, dessen Hobby die Förderung der Artenvielfalt ist, stellte das rund 50.000 Euro teure Vorhaben im Klimaausschuss des Stadtrates ausführlich vor und erläuterte auch, welch vielfältige Fördermöglichkeiten es für den „summenden Acker“ der Stadt geben würde. Das Projekt passe auch gut zum Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“, dem die Stadt zu Jahresbeginn beigetreten ist.

2. Bürgermeisterin Angelika Flock sprach von einem „wunderschönen Projekt“ wies jedoch darauf hin, dass die angespannte Haushaltslage der Stadt eine rasche Realisierung wohl nicht zulassen werde. „Bei der Unterstützung durch die Stadt sieht es schlecht aus“, so Flock.

Auf der Suche nach Fördermöglichkeiten

Dem widersprachen jedoch mehrere Mitglieder des Ausschusses. „Wir sollten nicht einfach Nein sagen, sondern versuchen, das Vorhaben zu verwirklichen: Es handelt sich ja um keine Riesensumme“, so beispielsweise Manuel Neulinger (Grüne), der die „schön ausgearbeitete Vorlage“ lobte und forderte, „sämtliche Fördermöglichkeiten anzuzapfen“. Tillman Wahlefeld (BfW) regte an, die Böhm-Stiftung zu kontaktieren. Das Weilheimer Unternehmerehepaar Winfried und Centa Böhm hatte festgelegt, dass ihr Vermögen nach ihrem Tod in eine Stiftung übergehen soll. Mit dieser Stiftung werden seitdem gemeinnützige, soziale und kulturelle Vorhaben in der Stadt Weilheim gefördert.

Letztlich gab der Klimaausschuss, der keine beschließende Funktion hat, die Empfehlung ab, das Projekt weiterzuverfolgen und sich nach Fördermöglichkeiten zu erkundigen. Zudem solle die Stadt auch den Flächennutzungsplan für das Areal ändern. Damit würden die Voraussetzungen für eine Umgestaltung geschaffen, so Saika Gebauer-Merx (FDP).

Der Bauausschuss soll demnächst entscheiden

Die Umgestaltung selbst würde rund ein bis zwei Monate dauern; bis die Streuobstwiese in voller Blüte steht, vergehen dann noch ein bis zwei Jahre, so Endl. Er war „nicht überrascht“ , dass noch einige Zeit ins Land ziehen wird, bis das Vorhaben umgesetzt werden könnte, wie er auf Nachfrage sagte.

Bei einer seiner nächsten Sitzungen wird sich der Bauausschuss der Stadt mit dem Thema beschäftigen. Der könnte dann konkret beschließen, ob und wann das Vorhaben umgesetzt wird.

Johannes Thoma

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