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Das neue Leitungsteam der Weilheimer Grünen: (vorne, v.l.) Sprecher Karl-Heinz Grehl, Sprecherin Franziska Perl und Schriftführer Eckart Stüber; (hinten, v.l.) die Beisitzer Josef Kantsperger, Nicklas Bocksberger, Brigitte Gronau, Manuel Neulinger und Annette Schulze. Nicht im Bild ist Isabel Fischer.

Partei positioniert sich klar

Statt Umfahrung: Weilheims Grüne fordern „Verkehrswende vor Ort“

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Nein zu einer oberirdischen Umfahrung, Ja zu einer „Verkehrswende vor Ort“ mit wirksameren und schnelleren Maßnahmen: Weilheims Grüne haben sich als erste Partei klar in Sachen „Entlastungsstraße“ positioniert.

Weilheim – In einem Positionspapier, das bei der Hauptversammlung am Dienstag einstimmig verabschiedet wurde, spricht sich der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen „entschieden gegen jede oberirdische Umfahrungsvariante für Weilheim“ aus. „Eine oberirdische Trasse, egal ob sie östlich oder westlich der Stadt verläuft, würde wertvolle Natur- und Landschaftsflächen zerstören“, so die Begründung – und hätte „in Weilheim gemäß den bekannten Prognosen nur eine geringe Verkehrsentlastung“.

Mit Verweis auf die Prognose des vom Staatlichen Bauamt beauftragten Verkehrsgutachtens für das Jahr 2035 stellen die Grünen fest: „Der Löwenanteil des Verkehrs in Weilheim würde auch mit einer Umfahrung nicht aus der Stadt verschwinden.“ Andere Orte, in denen eine Umfahrung gebaut wurde oder wird, hätten einen wesentlich höheren Anteil an Durchgangsverkehr. „Im Vergleich zu diesen wäre in Weilheim das Verhältnis zwischen Nutzen und Schaden einer oberirdischen Trasse deutlich schlechter“, so die Überzeugung des Grünen-Ortsverbands. „Mit anderen Worten: Eine Umfahrung zerstört viel, bringt aber wenig!“

Auch die Grünen halten es für wichtig, die Stadt vom Verkehr zu entlasten, warnen jedoch davor, in der Umfahrung „ein Allheilmittel“ zu sehen. Stattdessen brauche es „wirksamere Maßnahmen, die schneller greifen“, sprich: eine „Verkehrswende vor Ort“. In erster Linie müssten der Quell- und Zielverkehr (von und nach Weilheim) sowie der innerstädtische Autoverkehr reduziert werden. Dafür fordern die Grünen unter anderem einen Ausbau des Stadtbusverkehrs und die Einrichtung von daran angeschlossenen Parkplätzen am Stadtrand.

Deutlich verbessern müssten sich die Bedingungen für Fußgänger und Radfahrer – etwa mit „sicheren Rad- und Fußwegen auf allen wichtigen Verkehrsrouten in der Stadt und mehr überdachten Abstellplätzen“ sowie einem Rad- und Fußgängertunnel zur Querung der B 2 am Gymnasium. In der Stadtplanung müsse bei Neubauten „Wohnen ohne Auto“ forciert werden, und es gelte zu prüfen, „ob sich durch mögliche Einbahnregelungen an den Hauptverkehrsachsen eine deutliche Verbesserung des Verkehrsflusses erreichen ließe“. Über Weilheim hinaus fordern die Grünen den zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke südlich von Tutzing, einen „konsequenten Ausbau des Regionalbusverkehrs“ und eine Kosten-Nutzen-Analyse des möglichen Beitritts zum Verkehrsverbund München.

Ergänzend zu all dem könne der Bau eines Tunnels in Weilheim helfen, „auch den Durchgangsverkehr deutlich zu reduzieren“. In der Debatte sei zu vermeiden, „dass eine ,Tunnellösung’ zugunsten einer vermeintlich preisgünstigeren oberirdischen Variante verworfen und somit Landschaft und Natur gegen Geld ausgespielt wird“. Zumal eine Ost- oder Westumfahrung allen Zielen zur Reduzierung von Flächenverbrauch und CO2- Ausstoß zuwiderlaufen würde.

Magnus Reitinger

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