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Eine Baustelle war das Gymnasium Weilheim in den vergangenen Jahren – deshalb passt der Container hinter den Spitzenabiturienten (v.l.) Frank Pedley, Sonja Wiegand und Florian Putz gut ins Bild. 

Beste Abiturienten

Gymnasium Weilheim: Drei Mal 1,0 in der Überflieger-Klasse

  • Boris Forstner
    vonBoris Forstner
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Tolle Ergebnisse gab es dieses Jahr bei den Abiturprüfungen am Gymnasium Weilheim. Gleich drei Schüler schafften den Spitzen-Schnitt von 1,0 – und alle drei waren in derselben Klasse.

Weilheim – Sechs Klassen gab es im diesjährigen Weilheimer Jahrgang mit 139 Abiturienten, 25 Schüler besuchten die Klasse 12f – doch dort ballte sich das Wissen. Mit Sonja Wiegand (19), Frank Pedley (17) und Florian Putz (18) gingen alle drei 1,0-Abiturienten in diese Klasse, dazu noch Mia Leimer, die einen 1,1-Schnitt hat. Nur Helena Wagner, ebenfalls mit einem 1,1-Abschluss, ist der einzige „Ausreißer“. „Das ist aber Zufall“, sagt Pedley.

Zwei waren schon immer Einser-Schüler

Alles andere als Zufall war dagegen, dass dieses Trio als Schulbeste abgeschnitten hat. Pedley und Putz waren nach eigener Aussage schon immer Einser-Schüler, nur Wiegand war in der Mittelstufe eher Durchschnitt. „Da hatte ich meist Zweier und Dreier“, sagt sie. Irgendwie habe ihr die Motivation gefehlt, berichtet sie. Doch nach einem Auslandsjahr in den USA und dem Wiedereinstieg in der 10. Klasse startete sie – mit dem Ziel eines Top-Abiturs – durch.

Denn dass die magische 1,0 schon ein Ziel war, geben alle drei bereitwillig zu. Die Corona-Krise hat ihnen zwar das Drumherum im Abschlussjahr verhagelt, wie sie bedauern, doch fürs Lernen auf das große Ziel sei es sogar förderlich gewesen: „Wir hatten während der schulfreien Phase deutlich mehr Zeit zum Lernen“, sagt Wiegand.

Fast nur 15 Punkte in den Prüfungen

Das hat das Trio gut genutzt. Vorher hatten sich alle drei per App ausgerechnet, wie sie in den fünf Abiturprüfungen abschneiden mussten. „Ich wusste, ich darf nur fünf Punkte abgeben, um noch 1,0 zu schaffen“, sagt Pedley. Die hatte der Weilheimer in Deutsch – „das ist das doofe Fach“, wie er schmunzelnd sagt – mit 12 Punkten schon fast aufgebraucht. Doch in den weiteren schriftlichen Fächern Mathe und Physik sowie Englisch und Geschichte/Sozialkunde im Colloquium stand überall die Höchstpunktzahl 15. Damit war die Topnote gesichert. Wiegand, ebenfalls aus Weilheim, hatte schon in der Zeit zuvor genug Punkte gehamstert, dass sie sich relativ sicher war, mit 1,0 abzuschließen. „Dann liefen die Prüfungen auch noch besser als gedacht“, sagt sie. Am Ende standen neben 13 Punkten in Deutsch („da ist es einfach schwer, richtig gut zu sein“) noch jeweils 15 Punkte in Mathe, Englisch, Geschichte und Biologie. Putz, der in Peißenberg wohnt, konnte sich sogar einen Schnitt von 12,5 Punkten in den fünf Abiprüfungen leisten, das hat er locker geschafft: Mit jeweils 15 Punkten in Deutsch, Mathe, Englisch und Informatik sowie 14 Zählern in Sozialkunde/Geschichte hat er die beste Abiturprüfung des Trios hingelegt. „Auch bei mir lief es besser als erwartet“, sagt er.

Die Eltern seien schon „sehr stolz“ gewesen, berichtet Wiegand. Bei Pedley seien es vor allem die Tanten gewesen, die sich gefreut haben: „Die sind auch alle Lehrer, und ich habe sogar in ihren Fächern Abitur gemacht“, sagt er schmunzelnd.

Wie die Zukunftspläne ausschauen

Seine Zukunftspläne hat das Trio schon gemacht. Pedley, der übrigens gebürtiger Engländer ist und daheim mit seinem Vater englisch spricht, wird an der TU München Umweltingenieurwesen studieren. „Im Oktober geht’s los. Vorher will ich noch ein Praktikum machen, eventuell beim Wasserwirtschaftsamt Weilheim“, sagt Pedley. Wiegand strebt ein Psychologie-Studium an der LMU München an. „Da beträgt der NC immer 1,1 bis 1,2, deshalb ist mein Notenschnitt dafür natürlich super“, sagt sie, die auch möglichst schnell nach München ziehen will.

Nur Putz ist noch etwas unsicher. Doch die Richtung ist für ihn klar: Völlig untypisch für einen Einser-Abiturienten, ist er ein begeisterter Hobby-Schrauber, der gerne an seinem Moped herumwerkelt. Deshalb soll der Weg für ihn in Richtung Maschinenbau/Fahrzeugtechnik gehen. Eventuell macht er vorher eine Mechatroniker-Ausbildung, um nebenbei Zeit zu haben, sich für ein Studium zum Automobildesigner vorzubereiten.

Bis dahin kurvt Putz neben dem Moped noch mit dem Auto seiner Eltern herum – immerhin ein BMW.

Lesen Sie auch: So liefen die Abitur-Vorbereitungen und wie die Schulleiter sich auf die Zeit nach den Sommerferien vorbereiten.

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